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Cantors Ende


From:"peter schurr" <peter.schurr@freenet.de>
Subject:Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Hi Eckard, hi zusammen,

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das einfachste, aktual
Unendliche, wie es von IN repr=E4sentiert wird, schon jene Grenze
=FCberschreitet, die das Fundament der Mathematik bildet: Die
Relativit=E4t.
Wenn Addition, Multiplikation, Potenzierung (und deren Umkehrfunktion)
nichts mehr an der Quantit=E4t der betrachteten Menge =E4ndern k=F6nnen,
halte ich die Mathematik nicht mehr f=FCr zust=E4ndig. Was da versucht
wird, n=E4mlich das Prinzip der Relativit=E4t mittels sog.
"M=E4chtigkeiten" auf verschiedene Unendlichkeiten auszudehnen und somit
die aktuale Unendlichkeit in den mathematischen Zust=E4ndigkeitsbereich
hinein zu holen, scheint mir nicht nur sehr fragw=FCrdig, sondern fatal
falsch.

Ich denke, dass in den diesbez=FCglichen "Beweisf=FChrungen" ein
grundlegender logischer Trugschluss steckt. Cantor benutzte zur
Beweisf=FChrung Argumente aus der Logik des Endlichen. Erst sp=E4ter,
nachdem auf dieser Basis die =DCberunendlichkeit erdichtet war, wiess
man auf eine empirisch gefundene, rudiment=E4re Logik des
=DCberunendlichen hin, die sich in vielen Punkten von der Logik des
Endlichen unterscheidet. Sie war inkonsistent zur bisherigen, hat nicht
konsequent und konsekutiv auf der endlichen Logik aufgebaut. Eine
logische TOE (bzw. der Weg dorthin) darf aber keine solchen
Unstetigkeiten enthalten. Die v=F6llig andere Logik der Cantorschen
=DCberundendlichkeit, h=E4tte schon in seinen prim=E4ren, konstituierenden
"Beweisen" die Grundlage bilden m=FCssen. Bi- und sonstige -jektionen
stammen aus der endlichen ML. Sie k=F6nnen keine Beweisgrundlage f=FCr
eine neue Mathematik stellen, die nachher in ihrer "neuen Logik" diesen
Grundlagen nicht mehr gerecht wird!

Vielleicht reichen die folgenden rethorischen Argumentationen sogar
aus, um es zu beweisen:

Pr=E4misse:
Wenn das aU (aktual Unendliche) f=FCr die Zahlen aus IN angenommen wird,
gibt es auch in IN unendlich viele, unendlich lange Ziffernfolgen.

1=2EArgumentation gegen bisherige Klassifizierung rational/irrational:

Jede Zahl, welche (in beliebigen Stellenwertsystemen) ausschliesslich
als unendlich lange Ziffernfolge dargestellt werden k=F6nnte, entzieht
sich der Klassifizierung zwischen "rationalen" und "irrationalen"
Zahlen. Keine nicht endende Ziffernfolge einer solchen Zahl, erreicht
jemals den Status der endg=FCltigen, gr=F6ssenm=E4ssigen Bestimmtheit.

Alle unendlich grossen und/oder unendlich langen Zahlen, sind explizit
durch diese Unendlichkeit unbestimmt. D.h. selbst die unendlich
grossen, nat=FCrlichen Zahlen werden, da sie als unendliche
Ziffernfolgen bestehen, irrational (fiktiv, unbestimmt).

Daraus folgt:
Die unendliche L=E4nge/Gr=F6sse einer Zahl ist das Kriterium, ob eine
Zahl als rational oder irrational aufzufassen ist! Es ist v=F6llig
falsch so vorzugehen, als k=F6nne man beide Zahlenklassen (irrationale
und rationale) als prim=E4r unabh=E4ngig von der Endlichkeitsfrage
betrachten, sie ein f=FCr alle mal definitorisch der einen oder anderen
Klasse zuweisen!
Die Irrationalen tragen schon a priori den Unendlichkeitscharakter
durch ihren unendlichen Nachkommateil. Bei denen =E4ndert sich
diesbez=FCglich nichts mehr, wenn sie zus=E4tzlich in eine unendliche
Menge eingebunden werden. Irrationaler als irrational geht nicht.

Bei den Rationalen hingegen, f=FChrt die Einbindung in unendliche Folgen
dazu, dass sie auch bez=FCglich ihrer L=E4nge unendlich werden m=FCssen!
Somit treten sie durch diese Einbindung in den Status der
Irrationalit=E4t hin=FCber.

Im umgekehrten Fall, wie er in der technischen Praxis st=E4ndig
vollzogen wird, werden die irrationalen Zahlen zu rationalen
transformiert, indem sie aus ihrer Unendlichkeit herausgeholt werden.
Das was so banal als "runden" bezeichnet wird, ist aus dieser Sicht die
Transformation aus der Unbestimmtheit der Unendlichkeit in die
bestimmte Eindeutigkeit der Rationalit=E4t.

Es hat gewisse =C4hnlichkeit mit der Unbestimmtheit der
Wahrscheinlichkeitsfunktion in der Physik:
Innerhalb der unendlichen M=F6glichkeiten der einzelnen
Wahrscheinlichkeiten, ist das Ergebnis nicht eindeutig bestimmt. Mit
dem Kollaps der aus unendlich vielen Einzelwellen konstituierten
Wahrscheinlichkeitswelle, wird der unendliche, unbestimmte Zustand
zerst=F6rt und eine eindeutiger, realer Zustand erreicht.


2=2E Argumentation gegen sog. =DCberabz=E4hlbarkeit:

Cantors 2.Diagonalargument kann ebenso auf unendlich viele, unendlich
lange, nat=FCrliche Zahlen angewandt werden. Mit dem selben Ergebnis:

Es l=E4sst sich immer eine Diagonalzahl konstruieren, welche, allstellig
um 1 erh=F6ht, eine neue Zahl generiert, die in der erfassten,
unendlichen Menge der unendlich langen, nat=FCrlichen Zahlen nicht
vorkommt.
Sprich: mit dem 2. Diagonal-Argument kann sogar eine Teilmenge aus IN
(n=E4mlich nur jene, die unendlich lang sind) als nicht abz=E4hlbar
"bewiesen" werden. Was nat=FCrlich paradox erscheint, da man von den nZ
a priori Abz=E4hlbarkeit erwartet. Aber wie gezeigt, sobald man sie in
die aktuale Unendlichkeit hin=FCberdenkt, bekommen sie mit der aktualen
Unendlichkeit auch die Irrationalit=E4t.

Das aktual Unendliche existiert a priori nur in der Irrationalit=E4t,
Fiktion, als M=F6glichkeit, Wahrscheinlichkeit, Unbestimmtheit, oder
sonstwas Unkonkretes. Es enth=E4lt und umfasst das Endliche, und dieses
stellt f=FCr uns die Grundlage, dass Zahlen, als h=F6chste Abstraktion,
in Beziehung zueinander stehen k=F6nnen. Diese ganzen Scheinbeweise
bez=FCglich Alephs, =DCberabz=E4hlbarkeit und h=F6herer M=E4chtigkeit sind
damit keinen Pfifferling wert, die gesamte Cantorsche
Unendlichkeitsunlogik st=FCrzt zusammen, wie ein Kartenhaus.

Hier zeigt sich auch die Definierwut der Mathematiker als selbst
geschaffene Denkfalle:
Statt die Zahlen, ihre Beziehungen, Gesetze und Verhalten zu beobachten
und (wie die Physiker) eine empirisch orientierte, beobachtende
Gesetzeshierarchie aufzubauen, sahen sie sich als Sch=F6pfer von immer
neuen Zahlen, Klassen und Axiomen und meinten, sie m=FCssten ihnen per
Definition unantastbare Eigenschaften zuweisen, die sie a priori nicht
besassen.

P=2ES.: Das sog. potentiell Unendliche, jener unendliche
Wachstumsprozess, der sich innerhalb des aU unbegrenzt ausdehnen kann,
ist von obigen Argumentationen nicht betroffen. Dieser Prozess
generiert endliche, konkrete Intervalle, (immerhin mit unendlichem
Potenzial), ist damit auch der endlichen Logik zug=E4nglich.

Gruss Peter

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Axel schrieb:

> "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:1137346808.166533.280340@g43g2000cwa.googlegroups.com...
>
>
> > Beispiel: Jede Menge gerader nat=FCrlicher Zahlen enth=E4lt mindestens
> > eine Zahl, die gr=F6=DFer als ihre Kardinalzahl ist, wie etwa |{2, 4, 6=
}|
> > =3D 3 < 6.
> > Das l=E4=DFt sich zwar per Induktion f=FCr jede Menge aus geraden
> > nat=FCrlichen Zahlen beweisen, gilt aber doch nicht immer. Warum nicht?
>
> Hallo W.,
> die obige Aussage =FCber die Beweisbarkeit per Induktion
> ist leider *falsch*.
> Die Menge, =FCber die hier eine Behauptung aufgestellt wird,
> ist *keine induktive* Menge ( weder besitzt sie ein Element 1 noch
> einen direkten Nachfolger n+1 f=FCr jedes Element n der Menge).
>
> Ein (vollst=E4ndiger) induktiver Beweis ist aber nur
> =FCber Aussagen A(n), mit n Element einer induktiver
> Menge, zu f=FChren.

Nimm einfach alle nat=FCrlichen Zahlen (M=E4chtigkeiten der betrachtetn
Mengen) f=FCr den Beweis und multipliziere anschlie=DFend jede mit 2.

Gru=DF, WM

From:"albrecht" <albstorz@gmx.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:
> Rudolf Sponsel schrieb:
>
> > albrecht schrieb:
> > > hbdere schrieb:
> > >>albrecht wrote:
> > >>
> >
> > ...
> >
> > > (!Jemanden zu verstehen heisst ja nicht, ihm Recht zu geben!)
> > >
> > Ein wahrhaft weiser Satz.
>
> Nun f=FCr einige der hier versammelten Mengenlehrer gilt wohl eher die
> Umkehrung: Jemandem Recht zu geben, hei=DFt nicht, ihn zu verstehen.
>
> Gru=DF, WM

Der ist gut. Amicus wird sich totgelacht haben (heimlich). Wuhahaha.

Gru=DF
AS

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:

> WM wrote:
>
> > Markus Sigg schrieb:
> >
> >
> >
> >>>an der Mathematik =E4ndern m=FC=DFte. Was w=FCrde sich auf Ihrem spezi=
ellen
> >>>Gebiet, sie sind ja kein hauptamtlicher Mengenlehrer (diese Bezeichnung
> >>>soll =FCbrigens keine Beleidigung sein, sondern lediglich eine
> >>>pr=E4gnante Abk=FCrzung), was also w=FCrde sich auf Ihrem Gebiet =E4nd=
ern?
> >>
> >>Es w=E4re schwer besch=E4digt.
> >
> >
> > K=F6nnen Sie einen Schaden konkret nennen?
>
> Wenn etwa das Unendlichkeitsaxiom zu einem Widerspruch f=FChren w=FCrde,
> w=E4re das Arbeiten mit unendlichdimensionalen Vektorr=E4umen in der
> Funktionalanalysis bedroht. Die Quantenmechaniker w=FC=DFten nicht mehr,
> womit sie die Welt beschreiben sollten, wenn es die Funktionenr=E4ume
> nicht g=E4be, mit deren Elementen Aufenthaltswahrscheinlichkeiten
> beschrieben werden.

Ja glauben Sie denn im Ernst, da=DF sich auch nur ein Ergebnis der
theoretischen Physik wegen dieser albernen Behauptung, die sich
Unendlichkeitsaxiom nennt, =E4ndern w=FCrde?
Damit w=E4re die potentielle Unendlichkeit doch nicht gef=E4hrdet.
>
> >>Welche rationalen Zahlen existieren z.B. in Ihrer Mathematik?
> >
> >
> > Jede, die der Trichotomie gehorcht.
>
> Also alle, die es in der Standardmathematik auch gibt. Na prima.
> Oder sind rationale Zahlen bei Ihnen auch anders definiert als in
> der Standardmathematik?

Die Zahl P/P' existiert nicht, weder in "meiner", noch in Ihrer
Mathematik. Nur Sie haben es noch nicht bemerkt. P =3D
floor(pi*10^10^100], P' =3D P mit letzter Stelle in 5 ge=E4ndert.
>
> >>Gibt es in Ihrer Mathematik das Objekt, das in der Standardmathematik
> >>"Einheitsquadrat" hei=DFt? Falls ja, was f=FCr ein Ding ist das in Ihrer
> >>Mathematik?
> >
> >
> > Das Einheitsquadrat nat=FCrlich. (Es ist keine Zahl, aber in Ihrer
> > Mathematik wohl auch nicht.)
> >
> > Gru=DF, WM
>
> Ich wei=DF noch immer nicht, was das Einheitsquadrat in Ihrer Mathematik =
ist.
> Bei mir ist es die Menge der Punkte (x,y) mit reellen x,y mit 0 <=3D x,y =
<=3D 1.
> Gibt es bei Ihnen so eine Menge? Oder nennen Sie das anders?
> Oder besteht Ihr Einheitsquadrat nur aus den Punkten (x,y) mit rationalen
> x,y mit 0 <=3D x,y <=3D 1?

Das Einheitsquadrat enth=E4lt bei mir genau wie bei ihnen alle Punkte,
deren Koordinaten (x,y) als Zahlen mit 0 <=3D x <=3D 1 und 0 <=3D y <=3D
1existieren.
>
> K=F6nnen Sie Ihrem Einheitsquadrat einen Fl=E4cheninhalt zuweisen? Falls =
ja, wie
> machen Sie das? K=F6nnen Sie auch Teilbereichen Ihres Einheitsquadrats ei=
nen
> Fl=E4cheninhalt zuweisen? Sagen wir dem Bereich der Punkte (x,y) des Einh=
eits-
> quadrats mit y <=3D sqrt(x)?

Aber sicher. Genau so genau und elegant wie Sie das k=F6nnen. Wir
rechnen mit der Idee sqrt(x) solange, bis jemand wissen m=F6che, was
wirklich herauskommt. Dann kommt die rationale Approximation.

Gru=DF, WM

From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:

> Ja glauben Sie denn im Ernst, daß sich auch nur ein Ergebnis der
> theoretischen Physik wegen dieser albernen Behauptung, die sich
> Unendlichkeitsaxiom nennt, ändern würde?
> Damit wäre die potentielle Unendlichkeit doch nicht gefährdet.

Wenn Sie das so großspurig behaupten, dann geben Sie doch bitte
eine Formulierung der Grundlagen der Quantenmechanik an, die keinen
Gebrauch von unendlichdimensionalen Hilberträumen macht. Geben Sie
z.B. eine Formulierung der Parsevalschen Gleichung in Ihrer
Pseudomathematik an, die Ihrer Meinung nach für die Physiker brauchbar
ist.

>>>>Welche rationalen Zahlen existieren z.B. in Ihrer Mathematik?
>>>
>>>
>>>Jede, die der Trichotomie gehorcht.
>>
>>Also alle, die es in der Standardmathematik auch gibt. Na prima.
>>Oder sind rationale Zahlen bei Ihnen auch anders definiert als in
>>der Standardmathematik?
>
>
> Die Zahl P/P' existiert nicht, weder in "meiner", noch in Ihrer
> Mathematik. Nur Sie haben es noch nicht bemerkt. P =
> floor(pi*10^10^100], P' = P mit letzter Stelle in 5 geändert.

Was sind denn nun rationale Zahlen in Ihrer Mathematik? Existieren
sie? Welche existieren? Weichen Sie nicht aus. Geben Sie eine Antwort.

>>>>Gibt es in Ihrer Mathematik das Objekt, das in der Standardmathematik
>>>>"Einheitsquadrat" heißt? Falls ja, was für ein Ding ist das in Ihrer
>>>>Mathematik?
>>>
>>>
>>>Das Einheitsquadrat natürlich. (Es ist keine Zahl, aber in Ihrer
>>>Mathematik wohl auch nicht.)
>>>
>>>Gruß, WM
>>
>>Ich weiß noch immer nicht, was das Einheitsquadrat in Ihrer Mathematik ist.
>>Bei mir ist es die Menge der Punkte (x,y) mit reellen x,y mit 0 <= x,y <= 1.
>>Gibt es bei Ihnen so eine Menge? Oder nennen Sie das anders?
>>Oder besteht Ihr Einheitsquadrat nur aus den Punkten (x,y) mit rationalen
>>x,y mit 0 <= x,y <= 1?
>
>
> Das Einheitsquadrat enthält bei mir genau wie bei ihnen alle Punkte,
> deren Koordinaten (x,y) als Zahlen mit 0 <= x <= 1 und 0 <= y <=
> 1existieren.

Rationale Zahlen? Reelle Zahlen? Von welchen Zahlen sprechen Sie jetzt?

>>Können Sie Ihrem Einheitsquadrat einen Flächeninhalt zuweisen? Falls ja, wie
>>machen Sie das? Können Sie auch Teilbereichen Ihres Einheitsquadrats einen
>>Flächeninhalt zuweisen? Sagen wir dem Bereich der Punkte (x,y) des Einheits-
>>quadrats mit y <= sqrt(x)?
>
>
> Aber sicher. Genau so genau und elegant wie Sie das können. Wir
> rechnen mit der Idee sqrt(x) solange, bis jemand wissen möche, was
> wirklich herauskommt. Dann kommt die rationale Approximation.

Erklären Sie mir, wie Sie mit Ideen rechnen. Erklären Sie mir, wie Sie
die Fläche des Einheitsquadrats oder kompliziertere Dinge ausrechnen.
Sind Sie sich bewußt, daß Sie dabei fortwährend mit den Eigenschaften
des Körpers der reellen Zahlen arbeiten, speziell auch mit seiner
Vollständigkeit? Können Sie diese Vollständigkeitseigenschaft in Ihrer
Pseudomathematik denn auch nur ausdrücken?

Oder machen wir es ein bißchen einfacher. Sie haben bisher nicht nur
nirgends einen konsistenten Abriß Ihrer Mathematik gegeben, Sie sind
auch jeden Beleg für ihre Nützlichkeit und Vorteile gegenüber der
richtigen Mathematik schuldig geblieben. Beantworten Sie etwa die
folgenden Fragen:

1) Gibt es in Ihrer Mathematik das, was in der Standardmathematik
als das reelle Intervall [0,1] bekannt ist?

Falls ja:

2) Wie ist [0,1] bei Ihnen definiert? Woraus besteht es? Ist es eine Menge?

Falls ja:

3) Existieren für Sie Teilmengen der Menge [0,1]? Falls ja, welche?

Falls ja:

4) Können Sie Teilmengen von [0,1] sinnvoll einen Inhalt zuweisen?
Können Sie also mit Ihrer Pseudomathematik eine Maßtheorie entwickeln?
Sinnvoll heißt etwa mindestens: Additivität, Translationsinvarianz.

Falls ja:

5) Welchen Teilmengen von [0,1] können Sie einen Inhalt zuweisen?
Wie machen Sie das?

Soweit Sie die Fragen 1-4 mit nein beantworten, geben Sie bitte die
Alternativen an, die Ihre Mathematik zu bieten hat. Falls Sie meinen,
daß diese Begriffe überflüssig seien, dann begründen Sie das bitte.

Gruß,
Markus Sigg
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Rudolf Sponsel schrieb:



> > In der deutschen oder englischen, erg=E4nzt durch ein paar Symbole, die
> > inzwischen wohl Allgemeingut geworden sind, z.B.
> >
> > 1 e M
> > n e M =3D=3D> n+1 e M
> > AM: |N c M
> >
> > Gru=DF, WM
> >
> Wie sind "e", "n", "M", "N" und "c" erkl=E4rt?

e ist das epsilon f=FCr "ist Element von". n ist eine Zahl. |N ist die
Menge der nat=FCrlichen Zahlen. c bedeutet "ist Untermenge von", M ist
eine Menge die 1 und wenn n, dann auch n+1 enth=E4lt.

> Wie lautet "AM: |N c M" in Worten (ich lese M 'umfasst' |N bzw. |N in M
> 'enthalten')?

Richtig: |N ist Untermenge jeder solcherma=DFen definierten Menge M. (AM
hei=DFt, es gilt f=FCr alle Mengen M.)

> Und welche Regeln gelten?

Die bekannte Wahrheitstafel f=FCr die Implikation.
>
> Vielleicht sollte die drei Axiome nebst ihrerm Regelwerk in einem
> =FCbersichtlicheren Thread noch einmal durchspielen?

Nein, das w=E4re langweilig. Man ben=F6tigt die Symbole nicht einmal. Es
sind nur Abk=FCrzungen. Man kann das alles in gew=F6hnlicher Sprache
sagen. Das Problem ist auch nicht, da=DF die Logiker diese Axiome in
ihrer Struktur nicht verst=FCnden, sondern da=DF sie partout nicht
wissen, was +1 bedeutet.

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Amicus schrieb:


> Das (bzw. ein) Problem bei Deinem Ansatz ist aber, dass darin
> WESENTLICHE Eigenschaften der nat=FCrlichen Zahlen bzw. der 'Addition'
> nicht _formalisiert_ sind. (Sich also auch nicht herleiten/beweisen
> lassen.)

Hast Du auch einen kubisch formalisierten Kopf? "+1" ist *die*
Grundlage der Mathematik. Da noch tiefer gehen zu wollen, ist schlicht
Spinnkram. Man sieht ja, was dabei rumkommt.
>
> ***Beweise*** mal unter Benutzung Deiner Axiome, dass es kein n e IN
> gibt mit n + 1 =3D 0.

Aus meinen Axiomen folgt nicht die Existenz eines Objektes "0". Es sind
Axiome f=FCr die nat=FCrlichen Zahlen. Die kamen tausende von Jahren ohne
0 aus. Aus meinen Axiomen folgt aber, da=DF 1 die kleinste nat=FCrliche
Zahl ist, denn w=E4re eine noch kleinere drin (nennen wir sie mal 0 oder
-omega oder wie auch immer), dann w=FCrde sie bei Bildung des
Durchschnittes herausfallen, denn mindestens eine Menge geh=F6rt ja
dazu, in welcher 1 die erste Zahl ist.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 19 Jan 2006 09:46:36 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>>
>> ***Beweise*** mal unter Benutzung Deiner Axiome, dass es kein n e IN
>> gibt mit n + 1 = 0.
>>
> Aus meinen Axiomen folgt nicht die Existenz eines Objektes "0".
>
Ah, ja, sorry. Also bitte:

***Beweise*** mal unter Benutzung Deiner Axiome, dass es kein
n e IN gibt mit n+1 = 1.

Danke.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Rudolf Sponsel schrieb:
> Steht in: Dietz, Burkhard (1996). Erich Philipp Ploennies (1672-1751).
> Leben und Werk eines mathematische Praktiker der Fr=FChaufkl=E4rung.
> Neustadt/ Aisch: Schmidt, S. 157, hier ein Zitat:
>
> "Ein praktisches geometrisches Problem stellt die Frage der
> Kreisberechnung zu Beginn des 18. Jahrhunderts allerdings nicht mehr
> dar, da mit den =DCbersetzungen des 13. und 14. Jahrhunderts aus dem
> Arabischen die Zahl Pi bereits gel=E4ufig und die Berechnung von Kreisen
> keine solche Schwierigkeit mehr darstellte wie beispielsweise im
> Mittelalter, als die Zahl noch mit 2 : 3 angenommen wurde.

Danke. Ich vermute einen Druckfehler in Deiner Quelle, so da=DF da
eigentlich 2 bis 3 gemeint ist. 2,8 gab es durchaus. Aber da=DF der
Durchmesser l=E4nger als der Kreisumfang ist, kann eigentlich niemand
behaupten (au=DFer es folgt aus ZFC, analog zu Banach-Tarski). Aber vor
Einf=FChrung der modernen Logik war es ganz bestimmt ausgeschlossen.

Gru=DF, WM

From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM schrieb:
> Rudolf Sponsel schrieb:
>
>>Steht in: Dietz, Burkhard (1996). Erich Philipp Ploennies (1672-1751).
>>Leben und Werk eines mathematische Praktiker der Frühaufklärung.
>>Neustadt/ Aisch: Schmidt, S. 157, hier ein Zitat:
>>
>>"Ein praktisches geometrisches Problem stellt die Frage der
>>Kreisberechnung zu Beginn des 18. Jahrhunderts allerdings nicht mehr
>>dar, da mit den Übersetzungen des 13. und 14. Jahrhunderts aus dem
>>Arabischen die Zahl Pi bereits geläufig und die Berechnung von Kreisen
>>keine solche Schwierigkeit mehr darstellte wie beispielsweise im
>>Mittelalter, als die Zahl noch mit 2 : 3 angenommen wurde.
>
>
> Danke. Ich vermute einen Druckfehler in Deiner Quelle, so daß da
> eigentlich 2 bis 3 gemeint ist. 2,8 gab es durchaus. Aber daß der

Hm, das kann gut sein. Kam damals keiner auf die Idee einfach mal zu
'messen' mit einer Schnur? Aber messen war verpönt, man schaute lieber
bei Aristoteles nach, wie ich Brechts Galileo entnehme. Na ja, und die
Geometriker wären vielleicht auch nicht begeistert.

> Durchmesser länger als der Kreisumfang ist, kann eigentlich niemand
> behaupten (außer es folgt aus ZFC, analog zu Banach-Tarski). Aber vor
> Einführung der modernen Logik war es ganz bestimmt ausgeschlossen.
>
> Gruß, WM
>
Rudolf Sponsel, Erlangen
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Rudolf Sponsel schrieb:


> >>>pi =3D 3 wollte 1897 sogar der US-Bundesstaat Indiana wieder einf=FChr=
en.
> >
> > Hier sieht man genau WMs Arbeitsweise.
> > Es ist n=E4mlich nur eine Zeitungsente gewesen.
> >
> Hm, wu=DFtest Du das, WM?

Nein, ich glaube es auch nicht. Um meine Aussage zu beweisen, werde ich
aber nicht die Archive des Bundesstaates Indiana durchw=FChlen, denn ich
habe das in zahlreichen seri=F6sen Werken gelesen und kenne sogar den
Namen desjenigen, der es schlie=DFlich verhindert hat / haben soll.
(Vielleicht waren ja auch die Mondlandungen Zeitungsenten, und wir
leben in einer Hohlwelt. Ein paar als Vorlage geeignete K=F6pfe sind
hier ja versammelt.)
>
> Unbeschadet dieser Geschichte waren die historischen Beispiele schob
> beeindruckend. Als ich das von pi =3D 2/3 im Mittelalter las, wollte ich
> es gar nicht glauben. War die scholastische Logik nicht hochentwickelt?

Nicht in der Mathematik. Noch im 15. Jahrhundert wurden an deutschen
Uiversit=E4ten =DCbungen mit dem Abakus angeboten. Pi =3D 2/3 ist mir
bisher allerdings nicht vorgekommen.

Gru=DF, WM

From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM schrieb:
> Rudolf Sponsel schrieb:
>
>
>
>>>>>pi = 3 wollte 1897 sogar der US-Bundesstaat Indiana wieder einführen.
>>>
>>>Hier sieht man genau WMs Arbeitsweise.
>>>Es ist nämlich nur eine Zeitungsente gewesen.
>>>
>>
>>Hm, wußtest Du das, WM?
>
>
> Nein, ich glaube es auch nicht. Um meine Aussage zu beweisen, werde ich
> aber nicht die Archive des Bundesstaates Indiana durchwühlen, denn ich
> habe das in zahlreichen seriösen Werken gelesen und kenne sogar den
> Namen desjenigen, der es schließlich verhindert hat / haben soll.
> (Vielleicht waren ja auch die Mondlandungen Zeitungsenten, und wir
> leben in einer Hohlwelt. Ein paar als Vorlage geeignete Köpfe sind
> hier ja versammelt.)
>
Hat sich inzwischen zu Deinen Gunsten aufgeklärt.

>>Unbeschadet dieser Geschichte waren die historischen Beispiele schob
>>beeindruckend. Als ich das von pi = 2/3 im Mittelalter las, wollte ich
>>es gar nicht glauben. War die scholastische Logik nicht hochentwickelt?
>
>
> Nicht in der Mathematik. Noch im 15. Jahrhundert wurden an deutschen
> Uiversitäten Übungen mit dem Abakus angeboten. Pi = 2/3 ist mir
> bisher allerdings nicht vorgekommen.
>
Steht in: Dietz, Burkhard (1996). Erich Philipp Ploennies (1672-1751).
Leben und Werk eines mathematische Praktiker der Frühaufklärung.
Neustadt/ Aisch: Schmidt, S. 157, hier ein Zitat:

"Ein praktisches geometrisches Problemstellt die Frage der
Kreisberechnung zu Beginn des 18. Jahrhunderts allerdings nicht mehr
dar, da mit den Übersetzungen des 13. und 14. Jahrhunderts aus dem
Arabischen die Zahl Pi bereits geläufig und die Berechnung von Kreisen
keine solche Schwierigkeit mehr darstellte wie beispielsweise im
Mittelalter, als die Zahl noch mit 2 : 3 angenommen wurde. In seiner
Studie ging Ploennies das Problem so an, daß er von der Entdeckung der
Leibnizschen Grenzwertbetrachtungen aus versuchte, geometrisch einen
Grenzwert für den Umfang eines Kreises zu ermitteln, d.h. er folgte
nicht Archimedes und teilte den Kreis nicht in eine Reihe von
regelmäßiges Dreiecken ein."

Es folgen ein paar Seiten mit Zeichnungen, am Ende kommt raus 2=2, vom
Autor als banal bezeichnet. Ploennies war Baumeister in
Hessen-Darmmstadt, Landmesser am Niederrhein und Mathe-Prof in Gießen

> Gruß, WM
>

Rudolf Sponsel, Erlangen
From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM schrieb:
> Rudolf Sponsel schrieb:
>
>
>
>
>>>In der deutschen oder englischen, ergänzt durch ein paar Symbole, die
>>>inzwischen wohl Allgemeingut geworden sind, z.B.
>>>
>>>1 e M
>>>n e M ==> n+1 e M
>>>AM: |N c M
>>>
>>>Gruß, WM
>>>
>>
>>Wie sind "e", "n", "M", "N" und "c" erklärt?
>
>
> e ist das epsilon für "ist Element von". n ist eine Zahl. |N ist die
> Menge der natürlichen Zahlen. c bedeutet "ist Untermenge von", M ist
> eine Menge die 1 und wenn n, dann auch n+1 enthält.
>
>
>>Wie lautet "AM: |N c M" in Worten (ich lese M 'umfasst' |N bzw. |N in M
>>'enthalten')?
>
>
> Richtig: |N ist Untermenge jeder solchermaßen definierten Menge M. (AM
> heißt, es gilt für alle Mengen M.)
>
>
>>Und welche Regeln gelten?
>
>
> Die bekannte Wahrheitstafel für die Implikation.
>
...
>
> Gruß, WM
>
Ok, so weit aufgeklärt. Noch ein paar Fragen.

Nicht so recht verstehe ich, wozu "AM: |N c M" und das neue ML-System
überhaupt gebraucht wird. Was kann man damit machen, soll damit gemacht
werden? Eindrucksmäßig erinnert es mich grob an einen 'abgespeckten
Peano'. Ist das so gedacht?

|N, nehme ich an, ist potentiell unendlich gegeben und wird nicht aktual
aufgefaßt.

Wie würden da die Z oder Q in M untergebracht oder ist das nicht vorgesehen?

Wie sieht es hier mit der 'Gleichmächtigkeit' aus, speziell |N und
|N_gerade oder wird auf diesen Begriff verzichtet?

Rudolf Sponsel, Erlangen
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

peter schurr schrieb:


> Hi WM,
>
> hier ein Link, der sich auf jeden Fall lohnt. Es geht um ein
> pysikalisches Modell welches auf diskreten Raumpunkten und diskreten
> Zahlen im nichteuklidischen Raum basiert. Ich hab mich vor einigen
> Monaten =FCber l=E4ngere Zeit damit befasst und auch einige Routinen
> daf=FCr programmiert.
>
> http://www.zero-d.de/d/d1/dorn.html
> Das Gesamtwerk l=E4sst sich komplett runterladen.
>
> Viel Spass und neue Erkenntnisse damit
> Gruss Peter Schurr

Ich bin da skeptisch. (Ich habe mir das noch nicht angesehen, weil ich
zu Hause keinen ISDN-Anschlu=DF besitze.) Aber es gab schon einen
=E4hnlichen Ansatz im 19 Jahrhundert. Karl Chr. Langsdorf, Professor in
Heidelberg, glaube ich, sagte: Es gibt Raumpunkte und Zeitpunkte:
Die Urgeschwindigkeit ist das Vorr=FCcken im Raster um einen Raumpunkt
in einem Zeitpunkt. Andere Geschwindigkeiten beinhalten Ruhe. Nicht
orthogonale Bewegung beinhaltet Stufen.

Aber wenn ich Einstein vertrauen darf, so irrte Langsdorf. Und ich
vertraue Einstein.

Gru=DF, WM

From:"peter schurr" <peter.schurr@freenet.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM schrieb:

> Amicus schrieb:
>
> > >> Christian Kortes hat hier mit seiner kritischen Anmerkung absolut
> > >> recht.
> > >>
> > > Nein, er hat nicht recht.
> > >
> > Hat er doch. :-)
>
> Do[(1 to 100), If[Amicus "Hat er doch"], Delete, Write "Hat er nicht"]
> >
> > Wie auch immer, Herr M=FCckenheim, wo bleibt denn nun der BEWEIS, dass
> > gilt:
> >
> > An e IN n+1 =3D/=3D 1
>
> Den hast Du in meinem betreffenden Beitrag gel=F6scht, als dessen
> Antwort Du die Frage formuliertest. Ich schrieb dort:
>
> "Aus meinen Axiomen folgt nicht die Existenz eines Objektes "0". Es
> sind
> Axiome f=FCr die nat=FCrlichen Zahlen. Die kamen tausende von Jahren ohne
>
> 0 aus."
>
> Und jetzt bitte aufmerken:
>
> "Aus meinen Axiomen folgt aber, da=DF 1 die kleinste nat=FCrliche
> Zahl ist, denn w=E4re eine noch kleinere drin (nennen wir sie mal 0 oder
>
> -omega oder wie auch immer), dann w=FCrde sie bei Bildung des
> Durchschnittes herausfallen, denn mindestens eine Menge geh=F6rt ja
> dazu, in welcher 1 die erste Zahl ist."
>
> Ich f=FCge hinzu: Es ist ein Zeichen f=FCr die Perversion des Denkens
> (ein sehr sch=F6nes und hier immer wieder mit gro=DFer Freude von mir
> zitiertes Wort), wenn man in den nat=FCrlichen Zahlen beweisen mu=DF, das
> die Eins, die erste Zahl also, die erste Zahl ist. Alles n=E4mlich, was
> Dir als Beweismittel daf=FCr zur Verf=FCgung zu stehen scheint, ist
> weniger wert und weniger fundamental als diese Wahrheit selbst.
>
> Gru=DF, WM

Hi WM,

hier ein Link, der sich auf jeden Fall lohnt. Es geht um ein
pysikalisches Modell welches auf diskreten Raumpunkten und diskreten
Zahlen im nichteuklidischen Raum basiert. Ich hab mich vor einigen
Monaten =FCber l=E4ngere Zeit damit befasst und auch einige Routinen
daf=FCr programmiert.

http://www.zero-d.de/d/d1/dorn.html
Das Gesamtwerk l=E4sst sich komplett runterladen.

Viel Spass und neue Erkenntnisse damit
Gruss Peter Schurr

From:Rolf Albinger <rolf-albinger@onlinehome.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 21 Jan 2006 08:01:12 -0800, "peter schurr"
<peter.schurr@freenet.de> wrote:

>WM schrieb:
>
>> Amicus schrieb:
>>
>> > >> Christian Kortes hat hier mit seiner kritischen Anmerkung absolut
>> > >> recht.
>> > >>
>> > > Nein, er hat nicht recht.
>> > >
>> > Hat er doch. :-)
>>
>> Do[(1 to 100), If[Amicus "Hat er doch"], Delete, Write "Hat er nicht"]
>> >
>> > Wie auch immer, Herr Mückenheim, wo bleibt denn nun der BEWEIS, dass
>> > gilt:
>> >
>> > An e IN n+1 =/= 1
>>
>> Den hast Du in meinem betreffenden Beitrag gelöscht, als dessen
>> Antwort Du die Frage formuliertest. Ich schrieb dort:
>>
>> "Aus meinen Axiomen folgt nicht die Existenz eines Objektes "0". Es
>> sind
>> Axiome für die natürlichen Zahlen. Die kamen tausende von Jahren ohne
>>
>> 0 aus."
>>
>> Und jetzt bitte aufmerken:
>>
>> "Aus meinen Axiomen folgt aber, daß 1 die kleinste natürliche
>> Zahl ist, denn wäre eine noch kleinere drin (nennen wir sie mal 0 oder
>>
>> -omega oder wie auch immer), dann würde sie bei Bildung des
>> Durchschnittes herausfallen, denn mindestens eine Menge gehört ja
>> dazu, in welcher 1 die erste Zahl ist."
>>
>> Ich füge hinzu: Es ist ein Zeichen für die Perversion des Denkens
>> (ein sehr schönes und hier immer wieder mit großer Freude von mir
>> zitiertes Wort), wenn man in den natürlichen Zahlen beweisen muß, das
>> die Eins, die erste Zahl also, die erste Zahl ist. Alles nämlich, was
>> Dir als Beweismittel dafür zur Verfügung zu stehen scheint, ist
>> weniger wert und weniger fundamental als diese Wahrheit selbst.
>>
>> Gruß, WM
>
>Hi WM,
>
>hier ein Link, der sich auf jeden Fall lohnt. Es geht um ein
>pysikalisches Modell welches auf diskreten Raumpunkten und diskreten
>Zahlen im nichteuklidischen Raum basiert. Ich hab mich vor einigen
>Monaten über längere Zeit damit befasst und auch einige Routinen
>dafür programmiert.
Auch in VB?
>
>http://www.zero-d.de/d/d1/dorn.html
>Das Gesamtwerk lässt sich komplett runterladen.
Na, wenn das dein Niveau ist, wird mir alles klar.
>Viel Spass und neue Erkenntnisse damit
>Gruss Peter Schurr
Viel Spass weiterhin
Rolf
--
Simple errors penetrate the work of Dedekind,
Cantor,Zermolo,Hilbert,Russell,Hausdorff,Fraenkel,Goedel,
etc and they are not so hardly understandable.
(Eckard Blumschein)
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Amicus schrieb:

> >> Christian Kortes hat hier mit seiner kritischen Anmerkung absolut
> >> recht.
> >>
> > Nein, er hat nicht recht.
> >
> Hat er doch. :-)

Do[(1 to 100), If[Amicus "Hat er doch"], Delete, Write "Hat er nicht"]
>
> Wie auch immer, Herr M=FCckenheim, wo bleibt denn nun der BEWEIS, dass
> gilt:
>
> An e IN n+1 =3D/=3D 1

Den hast Du in meinem betreffenden Beitrag gel=F6scht, als dessen
Antwort Du die Frage formuliertest. Ich schrieb dort:

"Aus meinen Axiomen folgt nicht die Existenz eines Objektes "0". Es
sind
Axiome f=FCr die nat=FCrlichen Zahlen. Die kamen tausende von Jahren ohne

0 aus."

Und jetzt bitte aufmerken:

"Aus meinen Axiomen folgt aber, da=DF 1 die kleinste nat=FCrliche
Zahl ist, denn w=E4re eine noch kleinere drin (nennen wir sie mal 0 oder

-omega oder wie auch immer), dann w=FCrde sie bei Bildung des
Durchschnittes herausfallen, denn mindestens eine Menge geh=F6rt ja
dazu, in welcher 1 die erste Zahl ist."

Ich f=FCge hinzu: Es ist ein Zeichen f=FCr die Perversion des Denkens
(ein sehr sch=F6nes und hier immer wieder mit gro=DFer Freude von mir
zitiertes Wort), wenn man in den nat=FCrlichen Zahlen beweisen mu=DF, das
die Eins, die erste Zahl also, die erste Zahl ist. Alles n=E4mlich, was
Dir als Beweismittel daf=FCr zur Verf=FCgung zu stehen scheint, ist
weniger wert und weniger fundamental als diese Wahrheit selbst.

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Amicus schrieb:
>
> Satz (M=FCckenheim):
>
> Durch Addition von 1 wird eine nat=FCrliche
> Zahl stets gr=F6=DFer.
>
> Symbolisch: An e IN : n + 1 > n.
>
> Beweis (Amicus):

Nein, das ist kein Satz, der eines Beweises bedarf. Die Kenntnis von +1
ist der Ausgangspunkt =FCberhaupt. Wer das nicht wei=DF, sollte sich von
der Mathematik fernhalten.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 25 Jan 2006 10:43:30 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
> Nein, das ist kein Satz, der eines Beweises bedarf.
>
Unsinn. Da der Satz offenbar kein Axiom ist (oder sind Sie da anderer
Meinung?) bedarf er - wie j e d e r mathematische Satz (der kein Axiom
ist) - eines Beweises.


"Was beweisbar ist, soll in der Wissenschaft nicht ohne
Beweis geglaubt werden."

(Richard Dedekind, Was sind und was sollen die Zahlen?)


>
> Die Kenntnis von +1 ist der Ausgangspunkt überhaupt.
>
Was Sie meinen, ist, dass die Nachfolgeroperation "+1" (meist als S(.)
oder (.)' geschrieben) der Ausgangspunkt überhaupt ist, damit haben
Sie auch recht. Das ändert aber nichts an dem oben Gesagten.

>
> Wer das nicht weiß, sollte sich von der Mathematik fernhalten.
>
Das wurde Ihnen schon des öfteren und von unterschiedlicher Seite
nahegelegt, Herr Mückenheim: dass Sie sich von der Mathematik fern-
halten sollten; Sie verstehen sie einfach nicht. :-)


"Learn some logic. Learn some mathematics. Or better yet,
give up mathematics and take up basket weaving."

(from sci.math, @Mückenheim)


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 21 Jan 2006 07:35:18 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
> Program WM;
> Do[(1 to 100), If[Amicus "Hat er doch"], Delete, Write "Hat er nicht"]
> End WM.
>
Delete Program WM

Program A;
Print("Hat er doch!")
End A.

Run Program A

>>
>> ...wo bleibt denn nun der BEWEIS, dass gilt:
>>
>> An e IN n+1 =/= 1
>>
> Den hast Du in meinem betreffenden Beitrag gelöscht, als dessen
> Antwort Du die Frage formuliertest.
>
Oha, das muss ich übersehen haben. Sie hatten da einen BEWEIS
angegeben?

>
> Ich schrieb dort [...]:
>
> Aus meinen Axiomen folgt aber, daß 1 die kleinste natürliche
> Zahl ist [...]
>
Herr Mückenheim, das ist eine BEHAUPTUNG, kein BEWEIS.

Ein BEWEIS ist eine logische Schlusskette, die mit Axiomen (oder einem
Axiom) beginnt, und bei dem zu beweisen Satz endet. Dieser Beweis
zeigt dann, dass der bewiesene Satz (wie behauptet) tatsächlich aus
den Axiomen "folgt."

Bitte geben Sie so einen BEWEIS an. Danke.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Sat, 21 Jan 2006 17:03:07 +0100, Amicus <nomail@invalid> wrote:

Kleine Korrektur.

>>>
>>> ...wo bleibt denn nun der BEWEIS, dass gilt:
>>>
>>> An e IN n+1 =/= 1
>>>
>>> ?
>>>
> Ein BEWEIS ist [in der Mathematik] eine logische Schlusskette, die
> mit Axiomen (oder auch nur éinem Axiom) beginnen, und mit dem zu
> beweisenden Satz endet. [Schon bewiesene Sätze sind natürlich auch
> zugelassen.] So ein Beweis zeigt dann, dass der bewiesene Satz (wie
> behauptet) tatsächlich aus den Axiomen "folgt."
>
> Bitte geben Sie so einen BEWEIS an. Danke.
>


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Christian Kortes <kortes@uni-muenster.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:
>> > In der deutschen oder englischen, ergänzt durch ein paar Symbole, die
>> > inzwischen wohl Allgemeingut geworden sind, z.B.
>> >
>> > 1 e M
>> > n e M ==> n+1 e M
>> > AM: |N c M

Hm, dann hat IN höchstens zwei Elemente, denn der Körper
IF_2 erfüllt deine Axiome:

1 e IF_2
n e IF_2 ==> n+1 e {0,1} = IF_2.
From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Christian Kortes schrieb:
> WM wrote:
>
>>>>In der deutschen oder englischen, ergänzt durch ein paar Symbole, die
>>>>inzwischen wohl Allgemeingut geworden sind, z.B.
>>>>
>>>>1 e M
>>>>n e M ==> n+1 e M
>>>>AM: |N c M
>
>
> Hm, dann hat IN höchstens zwei Elemente, denn der Körper
> IF_2 erfüllt deine Axiome:
>
> 1 e IF_2
> n e IF_2 ==> n+1 e {0,1} = IF_2.

Verstehe ich nicht. Ich lese das nicht aus den Angaben. IF_2 gehört zu
M, aber weshalb sollte IF_2 = IN sein?

Rudolf Sponsel, Erlangen

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Mon, 16 Jan 2006 22:44:27 +0100, Rudolf Sponsel
<rudolf-sponsel@sgipt.org> wrote:

>
> Verstehe ich nicht.
>
Boah, w e r hätte d a s gedacht?! :-o


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Mon, 16 Jan 2006 16:49:10 +0100, Christian Kortes
<kortes@uni-muenster.de> wrote:

>>>>
>>>> 1 e M (1)
>>>> n e M ==> n+1 e M (2)
>>>> AM: |N c M (3)
>>>>
> Hm, dann hat IN höchstens zwei Elemente, denn der Körper
> IF_2 erfüllt deine Axiome:
>
> 1 e IF_2
> n e IF_2 ==> n+1 e {0,1} = IF_2.
>

Aus (3) allerdings, dass IN Teilmenge j e d e r Menge ist. Also müsste
IN auch Teilmenge von 0 sein (wenn wir mal annehmen, dass es so etwas
wie die leere Menge gibt in Mückenheims Welt, wer weiß das schon?)
D. h. IN ist leer. Das aber steht im Widerspruch zu (1).

Kurz: Wir haben es wieder mal mit typischem WM-Unsinn zu tun. :-)


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Mon, 16 Jan 2006 17:12:50 +0100, Amicus <nomail@invalid> wrote:

>On Mon, 16 Jan 2006 16:49:10 +0100, Christian Kortes
><kortes@uni-muenster.de> wrote:
>
>>>>>
>>>>> 1 e M (1)
>>>>> n e M ==> n+1 e M (2)
>>>>> AM: |N c M (3)
>>>>>
>> Hm, dann hat IN höchstens zwei Elemente, denn der Körper
>> IF_2 erfüllt deine Axiome:
>>
>> 1 e IF_2
>> n e IF_2 ==> n+1 e {0,1} = IF_2.
>>
>

folgt
v
> Aus (3) allerdings, dass IN Teilmenge j e d e r Menge ist. Also müsste
> IN auch Teilmenge von 0 sein (wenn wir mal annehmen, dass es so etwas
> wie die leere Menge gibt in Mückenheims Welt, wer weiß das schon?)
> D. h. IN ist leer. Das aber steht im Widerspruch zu (1).
>


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:


> > an der Mathematik =E4ndern m=FC=DFte. Was w=FCrde sich auf Ihrem spezie=
llen
> > Gebiet, sie sind ja kein hauptamtlicher Mengenlehrer (diese Bezeichnung
> > soll =FCbrigens keine Beleidigung sein, sondern lediglich eine
> > pr=E4gnante Abk=FCrzung), was also w=FCrde sich auf Ihrem Gebiet =E4nde=
rn?
>
> Es w=E4re schwer besch=E4digt.

K=F6nnen Sie einen Schaden konkret nennen?

> > > Den Unterschied zwischen dem, was ist, und dem, was nicht ist.
>
> Welche rationalen Zahlen existieren z.B. in Ihrer Mathematik?

Jede, die der Trichotomie gehorcht.

> Gibt es in Ihrer Mathematik das Objekt, das in der Standardmathematik
> "Einheitsquadrat" hei=DFt? Falls ja, was f=FCr ein Ding ist das in Ihrer
> Mathematik?

Das Einheitsquadrat nat=FCrlich. (Es ist keine Zahl, aber in Ihrer
Mathematik wohl auch nicht.)

Gru=DF, WM

From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:

> Markus Sigg schrieb:
>
>
>
>>>an der Mathematik ändern müßte. Was würde sich auf Ihrem speziellen
>>>Gebiet, sie sind ja kein hauptamtlicher Mengenlehrer (diese Bezeichnung
>>>soll übrigens keine Beleidigung sein, sondern lediglich eine
>>>prägnante Abkürzung), was also würde sich auf Ihrem Gebiet ändern?
>>
>>Es wäre schwer beschädigt.
>
>
> Können Sie einen Schaden konkret nennen?

Wenn etwa das Unendlichkeitsaxiom zu einem Widerspruch führen würde,
wäre das Arbeiten mit unendlichdimensionalen Vektorräumen in der
Funktionalanalysis bedroht. Die Quantenmechaniker wüßten nicht mehr,
womit sie die Welt beschreiben sollten, wenn es die Funktionenräume
nicht gäbe, mit deren Elementen Aufenthaltswahrscheinlichkeiten
beschrieben werden.

Ich habe aber nicht die geringste Sorge, daß es dazu kommt. Nicht,
wenn ich die Qualität Ihrer Argumente sehe.

>>>>Den Unterschied zwischen dem, was ist, und dem, was nicht ist.
>>
>>Welche rationalen Zahlen existieren z.B. in Ihrer Mathematik?
>
>
> Jede, die der Trichotomie gehorcht.

Also alle, die es in der Standardmathematik auch gibt. Na prima.
Oder sind rationale Zahlen bei Ihnen auch anders definiert als in
der Standardmathematik?

>>Gibt es in Ihrer Mathematik das Objekt, das in der Standardmathematik
>>"Einheitsquadrat" heißt? Falls ja, was für ein Ding ist das in Ihrer
>>Mathematik?
>
>
> Das Einheitsquadrat natürlich. (Es ist keine Zahl, aber in Ihrer
> Mathematik wohl auch nicht.)
>
> Gruß, WM

Ich weiß noch immer nicht, was das Einheitsquadrat in Ihrer Mathematik ist.
Bei mir ist es die Menge der Punkte (x,y) mit reellen x,y mit 0 <= x,y <= 1.
Gibt es bei Ihnen so eine Menge? Oder nennen Sie das anders?
Oder besteht Ihr Einheitsquadrat nur aus den Punkten (x,y) mit rationalen
x,y mit 0 <= x,y <= 1?

Können Sie Ihrem Einheitsquadrat einen Flächeninhalt zuweisen? Falls ja, wie
machen Sie das? Können Sie auch Teilbereichen Ihres Einheitsquadrats einen
Flächeninhalt zuweisen? Sagen wir dem Bereich der Punkte (x,y) des Einheits-
quadrats mit y <= sqrt(x)?

Gruß,
Markus Sigg
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Rudolf Sponsel schrieb:

> albrecht schrieb:
> > hbdere schrieb:
> >>albrecht wrote:
> >>
>
> ...
>
> > (!Jemanden zu verstehen heisst ja nicht, ihm Recht zu geben!)
> >
> Ein wahrhaft weiser Satz.

Nun f=FCr einige der hier versammelten Mengenlehrer gilt wohl eher die
Umkehrung: Jemandem Recht zu geben, hei=DFt nicht, ihn zu verstehen.

Gru=DF, WM

From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM schrieb:
> Rudolf Sponsel schrieb:
>
>
>>albrecht schrieb:
>>
>>>hbdere schrieb:
>>>
>>>>albrecht wrote:
>>>>
>>
>>...
>>
>> > (!Jemanden zu verstehen heisst ja nicht, ihm Recht zu geben!)
>>
>>Ein wahrhaft weiser Satz.
>
>
> Nun für einige der hier versammelten Mengenlehrer gilt wohl eher die
> Umkehrung: Jemandem Recht zu geben, heißt nicht, ihn zu verstehen.
>
> Gruß, WM
>
Auch interessant.

Rudolf Sponsel, Erlangen
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Norbert Marrek schrieb:

> Also den Induktionsbeweis m=F6chte ich einmal sehen.
> Er geht n=E4mlich nur f=FCr endliche Mengen gerader Zahlen !
>

Er geht nur f=FCr endliche Zahlen.
Und er geht f=FCr alle endlichen Zahlen.
Oder f=FCr welche endliche Zahl ginge er wohl nicht?

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

hbdere schrieb:

> WM wrote:
> > Das setzt der Baum auch voraus. Trotzdem ist die Menge seiner Knoten
> > und auch seiner Kanten abz=E4hlbar.

> Das ist Handwedelei und kein Beweis.

Ich sehe, Sie haben nicht einmal die Definition der Abz=E4hlbarkeit
verstanden. Fragen Sie doch den Amicus. Der ist zwar schlau genug, um
auf das Argument als solches nicht einzugehen, wird sich aber wohl
nicht weigern, Ihnen in dieser einfachen Frage Nachhilfe zu erteilen.
Oder versuchen Sie zur Abwechslung mal selbst zu denken: Gibt es eine
Kante im Baum (mit aktual unendlich vielen Ebenen), die Sie nicht
numerieren k=F6nnen? - Na also. - Und einen solchen Fall nennt man
"abz=E4hlbar (unendlich)".

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 16 Jan 2006 05:17:06 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>>>
>>> ...die Menge seiner Knoten und auch seiner Kanten [ist]
>>> abzählbar.
>>>
>> Das ist Handwedelei und kein Beweis.
>>
Mag sein. Dennoch hat Herr Mückenheim hier recht.

>
> Fragen Sie doch den Amicus.
>
Wo Sie recht haben, haben Sie recht.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Christopher Creutzig <christopher@creutzig.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:

> Oder versuchen Sie zur Abwechslung mal selbst zu denken: Gibt es eine
> Kante im Baum (mit aktual unendlich vielen Ebenen), die Sie nicht
> numerieren können? - Na also. - Und einen solchen Fall nennt man
> "abzählbar (unendlich)".

Also wärmen wir den alten Kaffee noch einmal auf: Was da oben steht,
ist sicherlich richtig. Ja, tatsächlich. Damit können wir also einen
Schrit weitergehen: Gibt es eine Kante im Baum (mit aktual unendlich
vielen Ebenen), durch die nur ein einziger Pfad läuft? Nein, es gibt
sie nicht. Also sagt die Anzahl der Kanten nichts über die Anzahl der
Pfade aus. Oder doch? Ja, man kann eine Injektion finden, die jeder
Kante einen Pfad zuordnet, also gibt es mindestens so viele Pfade wie
Kanten. Nur gibt es keine Surjektion, wie hier schon vor Monaten
ausgiebig ausdiskutiert. Damals gab es von Ihrer Seite Vorschläge für
eine solche Surjektion, die aber allesamt per Gegenbeispiel als nicht
surjektiv aufgezeigt wurden.


Gruß,
Christopher
From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Christopher Creutzig wrote:
> WM wrote:
>
>
>>Oder versuchen Sie zur Abwechslung mal selbst zu denken: Gibt es eine
>>Kante im Baum (mit aktual unendlich vielen Ebenen), die Sie nicht
>>numerieren können? - Na also. - Und einen solchen Fall nennt man
>>"abzählbar (unendlich)".
>
>
> Also wärmen wir den alten Kaffee noch einmal auf: Was da oben steht,
> ist sicherlich richtig. Ja, tatsächlich. Damit können wir also einen
> Schrit weitergehen: Gibt es eine Kante im Baum (mit aktual unendlich
> vielen Ebenen), durch die nur ein einziger Pfad läuft? Nein, es gibt
> sie nicht. Also sagt die Anzahl der Kanten nichts über die Anzahl der
> Pfade aus. Oder doch? Ja, man kann eine Injektion finden, die jeder
> Kante einen Pfad zuordnet, also gibt es mindestens so viele Pfade wie
> Kanten. Nur gibt es keine Surjektion, wie hier schon vor Monaten
> ausgiebig ausdiskutiert. Damals gab es von Ihrer Seite Vorschläge für
> eine solche Surjektion, die aber allesamt per Gegenbeispiel als nicht
> surjektiv aufgezeigt wurden.
>
>
> Gruß,
> Christopher

Kann es sein, daß Herr Mückenheim an einer Art Amnesie leidet?
Eine selektive Amnesie, die ihn alle Erklärungen, die seine
Behauptungen widerlegen, nach wenigen Tagen wieder vergessen
läßt?

Gruß,
Markus
From:Carsten Schultz <carsten@codimi.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 2006-01-16, WM <mueckenh@rz.fh-augsburg.de> wrote:
>
> hbdere schrieb:
>
>> WM wrote:
>> > Das setzt der Baum auch voraus. Trotzdem ist die Menge seiner Knoten
>> > und auch seiner Kanten abzählbar.
>
>> Das ist Handwedelei und kein Beweis.
>
> Ich sehe, Sie haben nicht einmal die Definition der Abzählbarkeit
> verstanden. Fragen Sie doch den Amicus. Der ist zwar schlau genug, um
> auf das Argument als solches nicht einzugehen, wird sich aber wohl
> nicht weigern, Ihnen in dieser einfachen Frage Nachhilfe zu erteilen.
> Oder versuchen Sie zur Abwechslung mal selbst zu denken: Gibt es eine
> Kante im Baum (mit aktual unendlich vielen Ebenen), die Sie nicht
> numerieren können? - Na also. - Und einen solchen Fall nennt man
> "abzählbar (unendlich)".

Ja, es gibt abzählbar viele Kanten, immer noch. Aber nicht abzählbar
viele Pfade.

Das sind also Deine Argumente, die niemand entkräftet?

Gruß,

Carsten

--
Carsten Schultz (2:38, 33:47)
http://carsten.codimi.de/
PGP/GPG key on the pgp.net key servers,
fingerprint on my home page.
From:Rolf Albinger <rolf-albinger@onlinehome.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Mon, 16 Jan 2006 14:14:01 +0000 (UTC), Carsten Schultz
<carsten@codimi.de> wrote:

>On 2006-01-16, WM <mueckenh@rz.fh-augsburg.de> wrote:
>>
>> hbdere schrieb:
>>
>>> WM wrote:
>>> > Das setzt der Baum auch voraus. Trotzdem ist die Menge seiner Knoten
>>> > und auch seiner Kanten abzählbar.
>>
>>> Das ist Handwedelei und kein Beweis.
>>
>> Ich sehe, Sie haben nicht einmal die Definition der Abzählbarkeit
>> verstanden. Fragen Sie doch den Amicus. Der ist zwar schlau genug, um
>> auf das Argument als solches nicht einzugehen, wird sich aber wohl
>> nicht weigern, Ihnen in dieser einfachen Frage Nachhilfe zu erteilen.
>> Oder versuchen Sie zur Abwechslung mal selbst zu denken: Gibt es eine
>> Kante im Baum (mit aktual unendlich vielen Ebenen), die Sie nicht
>> numerieren können? - Na also. - Und einen solchen Fall nennt man
>> "abzählbar (unendlich)".
>
>Ja, es gibt abzählbar viele Kanten, immer noch. Aber nicht abzählbar
>viele Pfade.
>
>Das sind also Deine Argumente, die niemand entkräftet?
Seine Argumente sind schon x-mal entkräftet worden,
nur er lässt keine Bewiese zu, die ihm nicht in den Kram passen.
Das kommt von seiner Unfähigkeit logisch denken zu können.
(Er kann ja nicht mal die Quantoren auseinander halten)
>
>Gruß,
>
>Carsten
Viel Spass weiterhin
Rolf
--
Wo Eckhard B. argumentiert, ist Buridans Esel nicht weit
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Mon, 16 Jan 2006 16:30:50 +0100, Rolf Albinger
<rolf-albinger@onlinehome.de> wrote:

>>
>> Das sind also Deine Argumente, die niemand entkräftet?
>>
> Seine [WMs] Argumente sind schon x-mal entkräftet worden,
> nur er lässt keine Beweise zu, die ihm nicht in den Kram
> passen.
>
Ja. Das habe ich auch schon leidvoll erfahren müssen. Mit *mathe-
matischen* Argumenten (=Beweisen) kann WM offenbar nicht allzu viel
anfangen.

>
> Das kommt von seiner Unfähigkeit logisch denken zu können.
> (Er kann ja nicht mal die Quantoren auseinander halten.)
>
Tja, man könnte das jetzt für eine böswillige Unterstellung halten,
leider ist es ganz einfach wahr! :-(


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:"hbdere" <hbdere@gmx.net>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:
> Das setzt der Baum auch voraus. Trotzdem ist die Menge seiner Knoten
> und auch seiner Kanten abz=E4hlbar.
Das ist Handwedelei und kein Beweis. Im Endeffekt sagen Sie die ganze
Zeit nur eines: "Cantors Beweis ist falsch und es ist alles genau
andersrum". Das wird aber nur in mannigfaltigem Gewandt behauptet. Und
ist somit nutzlos.

Viel Spass noch.

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Amicus schrieb:


> Nix da. Wir wollen doch korrekt formulieren, oder etwas nicht?! :-)
>
> Wenn es eine letzte Kante gibt, ist es eben n i c h t einfach /kein/
> bin=E4rer Baum mehr, sondern halt nur ein /endlicher/ bin=E4rer Baum; wo-
> bei mir nicht ganz klar ist, was WM hier mit "letzter Kante" bezeich-
> net...

Das zeigt nur die Inkonsistenz der ML. Wenn es eine vollendete
Unendlicheit gibt, dann gibt es nat=FCrlich auch das Ende (denn das
steckt schon im Wort vollendet). Das ist dann wohl ein unendliches
Ende, das ber=FChmte omega, weil es ein endliches ja nicht sein kann.
Wenn es also eine irrationale Zahl gibt, die sich in jeder Stelle von
den Zahlen in Cantors Liste unterscheidet, dann auch in der letzten. Da
diese nicht endlich numeriert werde kann, ist sie unendlich numeriert
- aber damit leider gar nicht numeriert.

Die Definition, da=DF sich eine reelle Zahl nicht in einer bestimmten
Stelle von allen anderen unterscheidet, sich aber von jeder anderen in
mindestens einer Stelle unterscheidet, ist just die Definition der
potentiellen Unendlichkeit: Es kommt immer noch eine Verzweigung im
Baum. Es sind nicht alle von Anfang an da. Nun ist man aber heute der
Meinung, da=DF Mengen statische Gebilde seien. Und in dem dem Falle
*kommt* nichts mehr, sondern alles ist schon da. Das ist das bittere
Ende.

> Aber, im Zusammenhang mit einem _unendlichen_ bin=E4ren Baum von einer
> "letzten Kante" zu sprechen, ist halt wieder einmal typischer, inkon-
> sistenter

Kern der Mengenlehre: vollendete Unendlichkeit, statische Mengen. Denen
und dem ist nichts hinzuzuf=FCgen.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 17 Jan 2006 06:57:23 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>>
>> Wenn es eine letzte Kante gibt, ist es eben n i c h t einfach /kein/
>> binärer Baum mehr, sondern halt nur ein /endlicher/ binärer Baum [...]
>>
> Das zeigt nur [bla bla bla]
>
Mückenheim, Sie faseln schon wieder.

>
> Kern der Mengenlehre: vollendete Unendlichkeit, statische Mengen. Denen
> und dem ist nichts hinzuzufügen.
>
Ja, könnte man gelten lassen.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Eckard Blumschein <blumschein@et.uni-magdeburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 1/17/2006 3:57 PM, WM wrote:


> Kern der Mengenlehre: vollendete Unendlichkeit, statische Mengen. Denen
> und dem ist nichts hinzuzufügen.

Vielleicht doch. Es gibt ja Konsequenzen. Irgendwer hatte auf die QM und
unendlichdimensionale Hilberträume hingewiesen. Das Standardmodell
scheint trotz vieler gut vorhergesagter Details laut HvH eventuell noch
nicht der letzte Schrei zu sein. Ich sehe einen begründeten Verdacht für
einen mathematischen Fehler. Die Hilbert-Räume mögen dabei nur als
Hindernis fungieren welches den Durchblick behindert.

Gruss,
Eckard




From:Rolf Albinger <rolf-albinger@onlinehome.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Tue, 17 Jan 2006 16:28:37 +0100, Eckard Blumschein
<blumschein@et.uni-magdeburg.de> wrote:

>On 1/17/2006 3:57 PM, WM wrote:
>
>
>> Kern der Mengenlehre: vollendete Unendlichkeit, statische Mengen. Denen
>> und dem ist nichts hinzuzufügen.
>
>Vielleicht doch. Es gibt ja Konsequenzen. Irgendwer hatte auf die QM und
>unendlichdimensionale Hilberträume hingewiesen. Das Standardmodell
>scheint trotz vieler gut vorhergesagter Details laut HvH eventuell noch
>nicht der letzte Schrei zu sein. Ich sehe einen begründeten Verdacht für
>einen mathematischen Fehler. Die Hilbert-Räume mögen dabei nur als
>Hindernis fungieren welches den Durchblick behindert.
Bis jetzt war er nur größenwahnsinnig,
nun wird er wahrlich zum Messias; nicht nur zum Messias der
Mathematik, sondern auch zu dem der Physik.
(Wie dämlich muss man wirklich sein, um sich so zu gebärden?)
>Gruss,
>Eckard, der das schafft, was tausende von Physikern nicht schaffen

Viel Spass weiterhin
Rolf

--
Wo Eckhard B. argumentiert, ist Buridans Esel nicht weit
From:Florian Schmidt <mista.NOSPAM.tapas@gmx.NOSPAM.net>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Tue, 17 Jan 2006 16:55:35 +0100, Rolf Albinger wrote:

>>Gruss,
>>Eckard, der das schafft, was tausende von Physikern nicht schaffen

Falsch zitiert. Der Nachsatz stammt nicht von Eckard.

Flo

--
Palimm Palimm!
http://tapas.affenbande.org
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

hbdere schrieb:

> WM wrote:
> > > Gegenargumente, gute wie schlechte. Meines waere erst einmal der
> > > fehlende Nachweis der Abzaehlbarkeit der Knoten/Kanten.
> > Das ist ein schlechtes. Sie k=F6nnen von jedem Knoten Ebene und Nummer
> > (z. B. von links) angeben. Das ist eindeutig Abz=E4hlbarkeit (f=FCr
> > Knoten und auch Kanten), analog zu den algebraischen Zahlen.
> Tja, schade. Jetzt versteh ich das.

Nein, Sie verstehen es nicht. Der Baum ist genau so tief wie Cantors
Liste. Dort wird eine in der Regel irrationale Zahl aus abz=E4hlbar
unendlich vielen Ebenen (in diesem Falle Eintr=E4gen) erzeugt. Es gibt
keinerlei Unterschied zum Baum.

> Wir haben uns mit viel Schwung
> einmal im Kreis gedreht. Denn natuerlich geht Ihr Argument nur durch,
> wenn man der Baum nur potentiell unendlich viele Knoten hat. Gaebe es
> ein Level der Tiefe "unendlich", waere das schon gar nicht mehr so
> klar, ob man dann noch so einfach durchzaehlen kann.

Es gibt auch in Cantors Liste kein Level der Tiefe unendlich, weil man
dort n=E4mlich die Diagonazahl nicht mehr finden k=F6nnte.

> Was Sie also mit ihrem Baum bewiesen haben ist, dass die Menge der
> Kommazahlen mit endlichen Nachkommastellen abzaehlbar ist.

Wieder falsch. Dann k=F6nnte auch Cantors Liste keine Irrationalzahl als
Diagonalzahl erzeugen.

> Dann koennten wir uns darueber streiten, ob nun 1/3 in Ihrem Baum drin
> ist oder nicht. Aber genauso gut koennten wir uns gleich darueber
> streiten, ob es transzendente Zahlen gibt oder nicht. Ihren Baum
> braucht es dafuer nicht.

Was in Cantors Liste drin sein kann, kann auch im Baum sein, denn er
besitzt genau dieselbe Anzahl von Levels. (Was davon wirklich
existiert, steht hier nicht zur Debatte.)
>
> Und als Angriff auf Cantors Diagonalargument ist es auch nicht zu
> gebrauchen, da dass, wenn ich mich nicht sehr taeusche, die Tatsache,
> dass eine reelle Zahl aktual unendlich viele Nachkommastellen hat,
> schon voraussetzt.

Das setzt der Baum auch voraus. Trotzdem ist die Menge seiner Knoten
und auch seiner Kanten abz=E4hlbar.

Gru=DF, WM

From:"hbdere" <hbdere@gmx.net>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:
> > Gegenargumente, gute wie schlechte. Meines waere erst einmal der
> > fehlende Nachweis der Abzaehlbarkeit der Knoten/Kanten.
> Das ist ein schlechtes. Sie k=F6nnen von jedem Knoten Ebene und Nummer
> (z. B. von links) angeben. Das ist eindeutig Abz=E4hlbarkeit (f=FCr
> Knoten und auch Kanten), analog zu den algebraischen Zahlen.
Tja, schade. Jetzt versteh ich das. Wir haben uns mit viel Schwung
einmal im Kreis gedreht. Denn natuerlich geht Ihr Argument nur durch,
wenn man der Baum nur potentiell unendlich viele Knoten hat. Gaebe es
ein Level der Tiefe "unendlich", waere das schon gar nicht mehr so
klar, ob man dann noch so einfach durchzaehlen kann.
Was Sie also mit ihrem Baum bewiesen haben ist, dass die Menge der
Kommazahlen mit endlichen Nachkommastellen abzaehlbar ist. Denn wenn
der Baum nur potentiell unendlich tief ist, dann folgt nach Ihrer
eigenen Argumentation, dass jeder Knoten eine Zahl mit endlicher
Darstellung repraesentiert. Das ist nun aber noch nicht so wirklich
ueberraschend - und folgt sofort aus der Abzaehlbarkeit von IQ
(Bruchstrich einfach als "." interpretieren).

Jetzt muessten Sie wiederum argumentieren, dass das dann auch reicht.
Dann koennten wir uns darueber streiten, ob nun 1/3 in Ihrem Baum drin
ist oder nicht. Aber genauso gut koennten wir uns gleich darueber
streiten, ob es transzendente Zahlen gibt oder nicht. Ihren Baum
braucht es dafuer nicht.

Und als Angriff auf Cantors Diagonalargument ist es auch nicht zu
gebrauchen, da dass, wenn ich mich nicht sehr taeusche, die Tatsache,
dass eine reelle Zahl aktual unendlich viele Nachkommastellen hat,
schon voraussetzt. Mit potentiell unendlich vielen Stellen geht das
vermutlich nicht durch - lasse mich aber wie immer gerne korregieren.

From:"albrecht" <albstorz@gmx.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Amicus wrote:
> On 17 Jan 2006 05:45:31 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
> wrote:
>
> >
> > Ein Logiker sagte mir, er vermute, der Beweis w=FCrde sich nicht
> > formalisieren lassen.
> >
>
> "Wovon man nicht sprechen kann, dar=FCber mu=DF man schweigen."
>
> (Ludwig Wittgenstein, Tractatus Logico-Philosophicus, 7.)
>
>
> A.
>


Richtig. Fangen wir doch gleich in der ML an. Wir schmeissen alle nicht
angebbaren Zahlen raus, da man eh nicht von ihnen sprechen kann
(unangebbar =3D undar=FCbersprechbar). Dann sind wir uns doch alle einig.
:-)
PS: Wittgenstein solte man nicht zitieren.

Gru=DF
AS

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 17 Jan 2006 13:41:54 -0800, "albrecht" <albstorz@gmx.de> wrote:

>>
>> "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen."
>>
>> (Ludwig Wittgenstein, Tractatus Logico-Philosophicus, 7.)
>>
>
> Richtig. Fangen wir doch gleich in der ML an. Wir schmeissen alle nicht
> angebbaren Zahlen raus, da man eh nicht von ihnen sprechen kann [...]
>
Wenn man, wie Du sagst, nicht von ihnen sprechen kann, dann *sollte*
man es auch nicht tun. Das gilt auch für Dich selbst.


A.


P.S.
Wittgenstein sagt auch nicht, dass man das, wovon man nicht sprechen
kann, "raus schmeißen" soll, sondern n u r, dass man darüber schwei-
gen muß (soll).

Tatsächlich bejaht er explizit die /Existenz/ von nicht Aussprech-
barem!

"Es gibt allerdings Unaussprechliches. [...]" (L. W.)

Man sollte Wittgenstein n u r dann bemühen, wenn man ihn ein wenig
kennt. Das nämliche gilt auch für die Mathematik/Mengenlehre.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:


> > Just aus diesem Grunde gef=E4llt es mir hervorragend. Und die leere
> > Menge bleibt ihm immer leer (zu singen nach dem letzten St=FCck "Der
> > Leiermann" aus Schuberts Winterreise).
>
> Also sind wir uns an dieser Stelle einig. Ich verstehe dann aber nicht,
> weshalb Sie hier nach Dingen fragen, von denen bekannt ist, da=DF es sie
> nicht gibt.

Um uns allen immer wieder bewu=DFt zu machen, da=DF die moderne
Mathematik sich zu einer Glaubensnotwendigkeit bekennt, die f=FCr jede
Wissenschaft au=DFer der Theologie blamabel ist.
>
> Wie sieht Ihre Alternativlogik aus? In welcher Sprache ist sie formuliert?

In der deutschen oder englischen, erg=E4nzt durch ein paar Symbole, die
inzwischen wohl Allgemeingut geworden sind, z.B.

1 e M
n e M =3D=3D> n+1 e M
AM: |N c M

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:

> WM wrote:
>
> > Markus Sigg schrieb:
> >
> >
> >>WM wrote:
> >>
> >>
> >>>Wer 1 + 1 =3D 0 sagt oder lehrt, ohne darauf hinzuweisen, da=DF sein "=
+1"
> >>>ein willk=FCrliches und artifizielles Erzeugnis einer verqueren
> >>>Geisteshaltung ist, begeht ein verabscheuungsw=FCrdiges Verbrechen
> >>>(insbesondere, wenn es in der ersten Klasse eine Schule geschieht, aber
> >>>auch anderswo). Ich benutze zum Beispiel, wenn ich diesen K=F6rper
> >>>diskutiere, andere Symbole. Das ist dann in Ordnung.
> >>
> >>Welche Symbole benutzen Sie, wenn Sie mit Uhrzeiten rechnen?
> >
> >
> > Ich bin noch nicht in die Verlegenheit gekommen, das hinzuschreiben.
> > Die Frage ist aber berechtigt und verdient eine Antwort. Grunds=E4tzlich
> > sollte man in vom Dezimalsystem abweichenden Basen entweder die
> > Zahlensymbole oder die Verkn=FCpfungssymbole geeignet kennzeichnen. Bei
> > Uhrzeiten geschieht das einfach durch gew=F6hnliche Zahlen nebst
> > Zus=E4tzen wie h, min, s, Uhr, :, hochgestellte Minutenangaben etc. und
> > bei =DCbertrag durch absolute oder relative Datumsangaben wie "23. 1.
> > 2006" oder "=FCbermorgen".
> >
> > Gru=DF, WM
>
> Nun ja, wahrscheinlich benutzen Sie auch die gewohnten Dezimalziffern,
> und ob Sie h,m,s dahinterstellen oder nicht, ich w=FCrde das nicht als
> "willk=FCrliches und artifizielles Erzeugnis einer verqueren Geisteshaltu=
ng"
> oder "verabscheuungsw=FCrdiges Verbrechen" bezeichnen. Ob der Z=E4hler bei
> 12 oder 24 wieder auf 0 springt oder schon bei 2, wie bei einem Bit, ist
> in dieser Frage unerheblich.

Er springt nicht wieder nur auf 0, sondern bet=E4tigt gleichzeitig einen
=DCbertragshebel (das war =FCbrigens das Problem der Rechenmaschine von
Leibniz, das er nie ganz in den Griff gekriegt hat, obwohl er nach
eigenen Angaben ca. 24000 Taler investierte). Mit Ihrer Arithmetik
h=E4tte er keine Probleme gehabt. Die hat er aber zu recht abgelehnt.

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:

> WM wrote:
>
> > Wer 1 + 1 =3D 0 sagt oder lehrt, ohne darauf hinzuweisen, da=DF sein "+=
1"
> > ein willk=FCrliches und artifizielles Erzeugnis einer verqueren
> > Geisteshaltung ist, begeht ein verabscheuungsw=FCrdiges Verbrechen
> > (insbesondere, wenn es in der ersten Klasse eine Schule geschieht, aber
> > auch anderswo). Ich benutze zum Beispiel, wenn ich diesen K=F6rper
> > diskutiere, andere Symbole. Das ist dann in Ordnung.
>
> Welche Symbole benutzen Sie, wenn Sie mit Uhrzeiten rechnen?

Ich bin noch nicht in die Verlegenheit gekommen, das hinzuschreiben.
Die Frage ist aber berechtigt und verdient eine Antwort. Grunds=E4tzlich
sollte man in vom Dezimalsystem abweichenden Basen entweder die
Zahlensymbole oder die Verkn=FCpfungssymbole geeignet kennzeichnen. Bei
Uhrzeiten geschieht das einfach durch gew=F6hnliche Zahlen nebst
Zus=E4tzen wie h, min, s, Uhr, :, hochgestellte Minutenangaben etc. und
bei =DCbertrag durch absolute oder relative Datumsangaben wie "23. 1.
2006" oder "=FCbermorgen".

Gru=DF, WM

From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:

> Markus Sigg schrieb:
>
>
>>WM wrote:
>>
>>
>>>Wer 1 + 1 = 0 sagt oder lehrt, ohne darauf hinzuweisen, daß sein "+1"
>>>ein willkürliches und artifizielles Erzeugnis einer verqueren
>>>Geisteshaltung ist, begeht ein verabscheuungswürdiges Verbrechen
>>>(insbesondere, wenn es in der ersten Klasse eine Schule geschieht, aber
>>>auch anderswo). Ich benutze zum Beispiel, wenn ich diesen Körper
>>>diskutiere, andere Symbole. Das ist dann in Ordnung.
>>
>>Welche Symbole benutzen Sie, wenn Sie mit Uhrzeiten rechnen?
>
>
> Ich bin noch nicht in die Verlegenheit gekommen, das hinzuschreiben.
> Die Frage ist aber berechtigt und verdient eine Antwort. Grundsätzlich
> sollte man in vom Dezimalsystem abweichenden Basen entweder die
> Zahlensymbole oder die Verknüpfungssymbole geeignet kennzeichnen. Bei
> Uhrzeiten geschieht das einfach durch gewöhnliche Zahlen nebst
> Zusätzen wie h, min, s, Uhr, :, hochgestellte Minutenangaben etc. und
> bei Übertrag durch absolute oder relative Datumsangaben wie "23. 1.
> 2006" oder "übermorgen".
>
> Gruß, WM

Nun ja, wahrscheinlich benutzen Sie auch die gewohnten Dezimalziffern,
und ob Sie h,m,s dahinterstellen oder nicht, ich würde das nicht als
"willkürliches und artifizielles Erzeugnis einer verqueren Geisteshaltung"
oder "verabscheuungswürdiges Verbrechen" bezeichnen. Ob der Zähler bei
12 oder 24 wieder auf 0 springt oder schon bei 2, wie bei einem Bit, ist
in dieser Frage unerheblich.

Gruß,
Markus Sigg
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Amicus schrieb:

> >>> Eine Menge M ist eine /induktive Menge/, wenn gilt:
> >>>
> >>> 1. 0 e M
> >>> 2. An(n e M -> n+1 e M)
> >>>
> >> Dann ist also auch der K=F6rper mit zwei Elementen induktiv?

> Sorry, Herr M=FCckenheim, aber Christian Kortes hat hier mit seiner
> kritischen Anmerkung absolut recht.

Nein, er hat nicht recht. Da halte ich es mit Cantor. "Hypothesen"
welche gegen diese Grundwahrheiten versto=DFen, sind ebenso falsch und
widersprechend, wie etwa der Satz 2 + 2 =3D 5 oder ein viereckiger Kreis.


Wer 1 + 1 =3D 0 sagt oder lehrt, ohne darauf hinzuweisen, da=DF sein "+1"
ein willk=FCrliches und artifizielles Erzeugnis einer verqueren
Geisteshaltung ist, begeht ein verabscheuungsw=FCrdiges Verbrechen
(insbesondere, wenn es in der ersten Klasse eine Schule geschieht, aber
auch anderswo). Ich benutze zum Beispiel, wenn ich diesen K=F6rper
diskutiere, andere Symbole. Das ist dann in Ordnung.

Und diese (meine und Cantors) Aussage ist und bleibt zeitlos g=FCltig
und wird nicht daduch falsch, da=DF zwei "Experten" von Deinem Kaliber
sich etwa daran kratzen.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 20 Jan 2006 03:17:27 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>>>>>
>>>>> Eine Menge M ist eine /induktive Menge/, wenn gilt:
>>>>>
>>>>> 1. 0 e M
>>>>> 2. An(n e M -> n+1 e M)
>>>>>
>> Christian Kortes hat hier mit seiner kritischen Anmerkung absolut
>> recht.
>>
> Nein, er hat nicht recht.
>
Hat er doch. :-)

Wie auch immer, Herr Mückenheim, wo bleibt denn nun der BEWEIS, dass
gilt:

An e IN n+1 =/= 1

?


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Amicus schrieb:

> On 25 Jan 2006 01:50:49 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
> wrote:
>
> >
> > ...durch Addition von 1 [wird] eine Zahl stets gr=F6=DFer.
> >
> Wenn dem so ist, dann sollten aber Deine Axiome diese Tatsache
> widerspiegeln. Oder anders: es sollte aus Deinen Axiomen HERLEIT-
> BAR (=3Dbeweisbar) sein; das ist sie aber nicht. (Au=DFerdem ist nicht
> klar, was Du hier damit meinst, dass eine Zahl /gr=F6=DFer/ als eine
> andere ist.*) Wann gilt f=FCr m,n e IN dass m > n?)

Hier eine Antwort, die nur scheinbar nichts mit Deinen Argumenten zu
tun hat:

Skolem hat sein Paradoxon selbst gekl=E4rt. Trotzdem stand er der
=DCberabz=E4hlbarkeit als sinnvollem Begriff skeptisch gegen=FCber. Warum?

Warum glaub(t)en G=F6del und Cohen nicht an die Kontiuumhypothese? Wo
sie doch bewiesen hatten, da=DF es rein axiomatisch keine Entscheidung
gibt.

"Zu Beginn dieses Jahrhunderts wurde ein selbstzerst=F6rerisches
demokratisches Prinzip in die Mathematik eingef=FChrt (vor allem durch
Hilbert), nach dem alle Axiomensysteme das gleiche Recht auf Analyse
haben und der Wert einer mathematischen Leistung nicht durch seine
Bedeutung und seinen Nutzen f=FCr andere Disziplinen bestimmt wird,
sondern allein durch seine Schwierigkeit, wie beim Bergsteigen. Dieses
Prinzip f=FChrte schnell dazu, da=DF die Mathematiker mit der Physik
brachen und sich von allen anderen Wissenschaften abschotteten. In den
Augen aller normalen Leute verwandelten sie sich in eine obskure
priesterliche Kaste... Merkw=FCrdige Fragen wie Fermats Problem oder
Summen von Primzahlen wurden zu angeblich zentralen Problemen der
Mathematik erhoben." (Vladimir Igorewitsch Arnold)

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 25 Jan 2006 10:38:45 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>>>
>>> ...durch Addition von 1 [wird] eine Zahl stets größer.
>>>
>> Wenn dem so ist, dann sollten aber Deine Axiome diese Tatsache
>> widerspiegeln. Oder anders: es sollte aus Deinen Axiomen HERLEIT-
>> BAR (=beweisbar) sein; das ist sie aber nicht. (Außerdem ist nicht
>> klar, was Du hier damit meinst, dass eine Zahl /größer/ als eine
>> andere ist.*) Wann gilt für m,n e IN dass m > n?)
>>
> [k]eine Antwort [...]
>

Herr Mückenheim,

1. Bitte definieren Sie, was es in Rahmen des von
Ihnen angegebenen "Axiomensystems" für die nat.
Zahlen bedeutet, dass eine nat. Zahl m größer
als eine natürliche Zahl n ist.

2. Bitte BEWEISEN Sie dann, dass auf der Grundlage
dieser DEFINITION für alle n e IN gilt: n+1 > n.

Danke.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:

> Wer 1 + 1 = 0 sagt oder lehrt, ohne darauf hinzuweisen, daß sein "+1"
> ein willkürliches und artifizielles Erzeugnis einer verqueren
> Geisteshaltung ist, begeht ein verabscheuungswürdiges Verbrechen
> (insbesondere, wenn es in der ersten Klasse eine Schule geschieht, aber
> auch anderswo). Ich benutze zum Beispiel, wenn ich diesen Körper
> diskutiere, andere Symbole. Das ist dann in Ordnung.

Welche Symbole benutzen Sie, wenn Sie mit Uhrzeiten rechnen?

Gruß,
Markus Sigg
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Amicus schrieb:

> Ich wiederhole nochmal: es handelt sich dabei nicht um Axiome (denn
> dazu taugen diese Aussagen, so wie sie dastehen, nix), sondern
> lediglich um die kompakte Formulierung einiger Grundeigenschaften
> der Menge IN.

Was ist denn das Merkmal eines Axioms?

Es f=E4ngt an mit "es gibt" oder "es existiert"? Nein, das ist
Vergangenheit. Aber ich kann mich leicht damit abfinden,
hinzuschreiben: Sei M eine Menge, die 1 enth=E4lt.

Ich wiederhole nochmal: Mit drei Axiomen erzeuge ich alle nat=FCrlichen
Zahlen, so da=DF jeder sie identifizieren kann, sogar Du, auch wenn Du
es nicht zugibst.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 19 Jan 2006 08:06:40 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>>
>> Ich wiederhole nochmal: [ich fasse diese Aussagen nicht als] Axiome
>> [auf] (denn dazu taugen diese Aussagen, so wie sie dastehen, nix),
>> sondern lediglich [als] kompakte Formulierung einiger Grundeigen-
>> schaften der Menge IN.
>>
> Was ist denn das Merkmal eines Axioms?
>
Das ist eine sehr gute Frage.

Axiome bilden die "Grundelemente" jedes Beweises (jeder Herleitung) in
der Mathematik/Logik. Will sagen: jede Herleitung (in einem axio-
matischen System) muss mit einem Axiom beginnen. Und außer schon
hergeleiteten Sätzen dürfen nur Axiome verwendet werden [und -in der
Mathematik- natürlich Voraussetzungen unter denen der zu beweisende
Satz gelten soll]. (Der Beweisbegriff muss etwas modifiziert werden,
wenn zusätzlich auch noch Annahmen zugelassen sind. Aber das sind rein
technische Details, die hier nicht von Belang sind.)

>
> Ich wiederhole nochmal: Mit drei Axiomen [bla und bla]
>
Das (bzw. ein) Problem bei Deinem Ansatz ist aber, dass darin
WESENTLICHE Eigenschaften der natürlichen Zahlen bzw. der 'Addition'
nicht _formalisiert_ sind. (Sich also auch nicht herleiten/beweisen
lassen.)

***Beweise*** mal unter Benutzung Deiner Axiome, dass es kein n e IN
gibt mit n + 1 = 0.

Formal: Beweise bitte, dass aus Deinen Axiomen

~En(n e IN & n+1 = 0)
bzw.
An(n e IN -> n+1 =/= 0)

LOGISCH FOLGT. (Wie gesagt: denn dafür sind die Axiome in der
Mathematik da: um als Ausgangspunkt von Beweisen zu dienen.)


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM schrieb:
> Markus Sigg schrieb:
>
>
>
>>>Just aus diesem Grunde gefällt es mir hervorragend. Und die leere
>>>Menge bleibt ihm immer leer (zu singen nach dem letzten Stück "Der
>>>Leiermann" aus Schuberts Winterreise).
>>
>>Also sind wir uns an dieser Stelle einig. Ich verstehe dann aber nicht,
>>weshalb Sie hier nach Dingen fragen, von denen bekannt ist, daß es sie
>>nicht gibt.
>
>
> Um uns allen immer wieder bewußt zu machen, daß die moderne
> Mathematik sich zu einer Glaubensnotwendigkeit bekennt, die für jede
> Wissenschaft außer der Theologie blamabel ist.
>
>>Wie sieht Ihre Alternativlogik aus? In welcher Sprache ist sie formuliert?
>
>
> In der deutschen oder englischen, ergänzt durch ein paar Symbole, die
> inzwischen wohl Allgemeingut geworden sind, z.B.
>
> 1 e M
> n e M ==> n+1 e M
> AM: |N c M
>
> Gruß, WM
>
Wie sind "e", "n", "M", "N" und "c" erklärt?
Wie lautet "AM: |N c M" in Worten (ich lese M 'umfasst' |N bzw. |N in M
'enthalten')?
Und welche Regeln gelten?

Vielleicht sollte die drei Axiome nebst ihrerm Regelwerk in einem
übersichtlicheren Thread noch einmal durchspielen?

Rudolf Sponsel, Erlangen
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Amicus schrieb:

> On 18 Jan 2006 06:01:12 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
> wrote:
>
> >
> > [1995] ca. 10 Mia. Stellen (Univ. Tokyo)
> >
> Inzwischen sind es =FCber 206 Mrd. Stellen! :-o

Danke.
>
> The old world record for computation of the most digits of pi was
> achieved in September/October 1995 by Yasumasa Kanada at the
> University of Tokyo. It took 116 hours for him to compute
> 6,442,450,000 decimal places of Pi on a computer. [...]
>
> As of September 1999, we know 206,158,430,000 decimals of Pi
> (Takahashi and Kanada, calculated on a Hitachi SR8000 supercomputer).

Huch, dann werden es jetzt wohl noch mehr sein. Wenn jemand bei 10^100
Stellen angekommen ist, bitte Bescheid sagen.

Gru=DF, WM

From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:

> Markus Sigg schrieb:
>
>
>
>>>Just aus diesem Grunde gefällt es mir hervorragend. Und die leere
>>>Menge bleibt ihm immer leer (zu singen nach dem letzten Stück "Der
>>>Leiermann" aus Schuberts Winterreise).
>>
>>Also sind wir uns an dieser Stelle einig. Ich verstehe dann aber nicht,
>>weshalb Sie hier nach Dingen fragen, von denen bekannt ist, daß es sie
>>nicht gibt.
>
>
> Um uns allen immer wieder bewußt zu machen, daß die moderne
> Mathematik sich zu einer Glaubensnotwendigkeit bekennt, die für jede
> Wissenschaft außer der Theologie blamabel ist.

Die Mathematik ist die Wissenschaft, die sich am besten ihrer
eigenen prinzipiellen Beschränkungen bewußt ist. Die Mathematiker
haben sogar mathematische Methoden entwickelt, um diese Beschränkungen
im Detail zu untersuchen. Ich finde das klasse. Von Glaubensnotwendigkeiten
kann überhaupt keine Rede sein.

>>Wie sieht Ihre Alternativlogik aus? In welcher Sprache ist sie formuliert?
>
>
> In der deutschen oder englischen

Geben Sie bitte die Regeln dieser Logik an? Man muß doch irgendwo
festhalten, welche Schlüsse erlaubt sind, oder?

> ergänzt durch ein paar Symbole, die
> inzwischen wohl Allgemeingut geworden sind, z.B.
>
> 1 e M
> n e M ==> n+1 e M
> AM: |N c M

Und welche noch? "ein paar" klingt sehr überschaubar, da sollte sich
doch eine Liste angeben lassen.

Gruß,
Markus Sigg
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:


> Nochmal: Ich kann mir eine Welt vorstellen, die anders aufgebaut ist,
> und finde es gut, da=DF die Mathematik auch daf=FCr taugt. Sie m=FC=DFten=
Ihre
> merkw=FCrdige Mathematik (von der Sie nirgends eine schl=FCssige Darstell=
ung
> gegeben haben)

Es istdie Mathematik, die der Mathematiker auf der Stra=DFe treibt, wenn
er nicht an ML denkt.

Stellen Sie sich f=FCr einen kurzen Moment einmal vor, ZFC sei als
inkonsistent entlarvt und der Begriff der aktual unendlichen Mengen
ebenfalls. Nach einigem Training sollte das f=FCr wenigstens 10 Sekunden
m=F6glich sein. In diesen 10 Sekunden =FCberlegen Sie mal, was sich nun
an der Mathematik =E4ndern m=FC=DFte. Was w=FCrde sich auf Ihrem speziellen
Gebiet, sie sind ja kein hauptamtlicher Mengenlehrer (diese Bezeichnung
soll =FCbrigens keine Beleidigung sein, sondern lediglich eine
pr=E4gnante Abk=FCrzung), was also w=FCrde sich auf Ihrem Gebiet =E4ndern?

> > Damit ist die Welt aber immer noch nicht real. Entscheidend ist doch
> > folgendes: Hilft Dir die vorgestellte Welt, zu entscheiden, ob die Zahl
> > P/P' kleiner oder gleich oder gr=F6=DFer als 1 ist? (P: nat=FCrliche Za=
hl
> > aus den ersten 10^10 Stellen von Pi, P': die letzte Stelle von P durch
> > 5 ersetzt.)

Druckfehler: 10^100 ist gemeint.
>
> Ich bin guter Hoffnung, da=DF man Verfahren entwickeln kann und wird, die
> diese Frage beantwortbar machen.

Dann erh=F6he ich auf 10^1000. Ich bin da nicht kleinlich.

>Aber entscheidend ist diese Frage
> ohnehin nicht, was auch immer Sie damit meinen.

Den Unterschied zwischen dem, was ist, und dem, was nicht ist.

Gru=DF, WM

From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:

> Markus Sigg schrieb:
>
>
>
>>Nochmal: Ich kann mir eine Welt vorstellen, die anders aufgebaut ist,
>>und finde es gut, daß die Mathematik auch dafür taugt. Sie müßten Ihre
>>merkwürdige Mathematik (von der Sie nirgends eine schlüssige Darstellung
>>gegeben haben)
>
>
> Es istdie Mathematik, die der Mathematiker auf der Straße treibt, wenn
> er nicht an ML denkt.

Ich weiß nicht, von wem sie sprechen.

> Stellen Sie sich für einen kurzen Moment einmal vor, ZFC sei als
> inkonsistent entlarvt und der Begriff der aktual unendlichen Mengen
> ebenfalls. Nach einigem Training sollte das für wenigstens 10 Sekunden
> möglich sein. In diesen 10 Sekunden überlegen Sie mal, was sich nun
> an der Mathematik ändern müßte. Was würde sich auf Ihrem speziellen
> Gebiet, sie sind ja kein hauptamtlicher Mengenlehrer (diese Bezeichnung
> soll übrigens keine Beleidigung sein, sondern lediglich eine
> prägnante Abkürzung), was also würde sich auf Ihrem Gebiet ändern?

Es wäre schwer beschädigt. Dafür würde die mathematische Logik eine
Blütezeit erleben, denn die Logiker und Mengentheoretiker würden sich
sofort mit Freude an die Untersuchung dieser Inkonsistenz machen.

>>>Damit ist die Welt aber immer noch nicht real. Entscheidend ist doch
>>>folgendes: Hilft Dir die vorgestellte Welt, zu entscheiden, ob die Zahl
>>>P/P' kleiner oder gleich oder größer als 1 ist? (P: natürliche Zahl
>>>aus den ersten 10^10 Stellen von Pi, P': die letzte Stelle von P durch
>>>5 ersetzt.)
>
>
> Druckfehler: 10^100 ist gemeint.
>
>>Ich bin guter Hoffnung, daß man Verfahren entwickeln kann und wird, die
>>diese Frage beantwortbar machen.
>
>
> Dann erhöhe ich auf 10^1000. Ich bin da nicht kleinlich.

Sie können diese Zahl beliebig erhöhen, weil es unendlich viele
natürliche Zahlen gibt. Das ficht mich aber nicht an.

>>Aber entscheidend ist diese Frage
>>ohnehin nicht, was auch immer Sie damit meinen.
>
>
> Den Unterschied zwischen dem, was ist, und dem, was nicht ist.

Welche rationalen Zahlen existieren z.B. in Ihrer Mathematik?
Gibt es in Ihrer Mathematik das Objekt, das in der Standardmathematik
"Einheitsquadrat" heißt? Falls ja, was für ein Ding ist das in Ihrer
Mathematik?

Gruß,
Markus Sigg
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

hbdere schrieb:

> WM wrote:
> > Gerade die Feststellung, da=C3=9F es sich bei den Indizes einer Folge um
> > ganze nat=C3=BCrliche Zahlen handelt, ist essentiell f=C3=BCr die Erken=
ntnis,
> > da=C3=9F die Menge der Glieder nicht aktual unendlich sein kann.
> Tja, wunderbar, wenn man natuerlich ERST behauptet, die Menge der
> natuerlichen Zahlen sei endlich oder nicht aktual unendlich oder was
> auch immer, dann folgt das ganz sicherlich daraus.

Es wird behauptet, sie enthalte nur endliche Zahlen (Intervalle [0,
n]). daraus folgt in Kenntnis der kleinsten Differenz 1 eine endliche
Anzahl, wiewohl nicht beschr=C3=A4nkt. Um eine unten auftretende Frage
gleich vorwegzunehmen:

Potentiell unendlich ist ein Gr=C3=B6=C3=9Fe, die jederzeit endlich aber ni=
cht
beschr=C3=A4nkt ist. Zum Beispiel die nat=C3=BCrlichen Zahlen (die Zahlenwe=
rte)
oder die seit dem Urknall verflossene Zeit in einem offenen Universum
(ohne big crunch).

Aktual unendlich: eine Gr=C3=B6=C3=9Fe, die nicht endlich ist, sondern die
Unendlichkeit bereits erreicht oder auch =C3=BCberschritten hat. Zum
Beispiel Cantors Menge der nat=C3=BCrlichen oder reellen Zahlen.

> > Just darum kann ja Cantors Diagonalargument auch nicht funktionieren.
> Nein, das kann nur dann nicht funktionieren, wenn man das Unendliche
> als solches ablehnt. Tun Sie das. Aber Sie muessen das dann in die
> Praemisse schreiben. Darueberhinaus wird beim 2. Diagonalargument nicht
> vom Endlichen aufs Unendliche geschlossen, sondern von Anfang weg im
> Unendlichen argumentiert.

Das ist ein Trick, der nat=C3=BCrlich nur gilt, wenn das Unendliche
existiert. Aber nach 17 Jahren hat Cantor wohl bemerkt, da=C3=9F er sich
damit viel =C3=84rger erspart.

Ich hatte Sie ja mehrfach auf seinen ersten Beweis von 1873
hingewiesen. Hier sind einige essentielle Satzfragmente daraus (ich
habe keine Lust, die vielen griechischen Symbole umzuschreiben), so
da=C3=9F sie sich =C3=BCberzeugen k=C3=B6nnen, da=C3=9F der mit Endlichem b=
eginnt und
ins Unendliche fortschreitet: "die ersten beiden Zahlen unserer Reihe
(4), welche im Innern dieses Intervalls (mit Ausschlu=C3=9F der Grenzen)
liegen, m=C3=B6gen mit alpa, beta bezeichnet werden, .... ebenso bezeichne
man in unserer Reihe die ersten beiden Zahlen, welche im Innern von (
)liegen, mit ... und nach demselben Gesetze bilde man ein folgendes
Intervall u. s. w. Hier sind also... der Definition nach bestimmte
Zahlen unserer Reihe (4), deren Indizes im fortw=C3=A4hrenden Steigen sich
befinden, und das gleiche gilt von den Zahlen =EF=80=AE=EF=80=AE=EF=80=AE=
=EF=80=A0ferner nehmen
die Zahlen ... ihrer Gr=C3=B6=C3=9Fe nach fortw=C3=A4hrend zu, die Zahlen
. schlie=C3=9Ft ein jedes alle auf dasselbe folgenden ein."

Es geht um die Verben: nehmen fortw=C3=A4hrend zu, nach demselben Gesetze
fortschreitend, usw.

Da ist noch keine Unendlichkeit vorausgesetzt, sonst h=C3=A4tte er seine
Arbeit auch nicht ver=C3=B6ffentlicht gekriegt, denn damals h=C3=A4tte man =
ihn
ausgelacht.

> > Nein, denn er widerlegt meine Sichtweise nicht. Ich behaupte nicht,
> > da=C3=9F die Menge der nat=C3=BCrlichen Zahlen endlich sei, sondern ich
> > behaupte, da=C3=9F sie nicht aktual unendlich sei. Das ist ein Untersch=
ied.
> Koennten Sie fuer mich hinschreiben, wo der Unterschied liegt?

s=2Eo.
>
> > Letztere entsprechen einzelnen reellen Zahlen. Deren Abz=C3=A4hlbarkeit
> > folgt aus der unstrittigen Abz=C3=A4hlbarkeit der Kanten.
> Na das waere aber fein wenn die unstrittig waere. Warum dann den ganzen
> Umweg ueber die Pfadbuendel?
.=2E.
> Natuerlich gibt es sehr viel mehr
> Gegenargumente, gute wie schlechte. Meines waere erst einmal der
> fehlende Nachweis der Abzaehlbarkeit der Knoten/Kanten.

Das ist ein schlechtes. Sie k=C3=B6nnen von jedem Knoten Ebene und Nummer
(z. B. von links) angeben. Das ist eindeutig Abz=C3=A4hlbarkeit (f=C3=BCr
Knoten und auch Kanten), analog zu den algebraischen Zahlen.

> Der Worte sind genug gewechselt, lasst uns nun endlich Taten sehn ;-)

Ihr erstes Gegenargument ist entkr=C3=A4ftet. (Wenn Sie mir nicht glauben,
fragen Sie die anwesenden Mengenlehrer.) Auf zum zweiten.

Gru=C3=9F, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

hbdere schrieb:

> WM wrote:
> > > Einfach zu sagen "das ist wie bei Cantor" funktioniert nicht - da
> > > stehen ihnen die Quantoren im Wege.
> > Cantor stehen sie genau so im Wege, da es ja eine Stelle gibt, in der
> > sich eine reelle Zahl von allen anderen unterscheidet. Auch nicht f=FCr
> > die Diagonalzahl.
> Sie quantifizieren mal wieder falsch. An welcher Stelle unterscheidet
> sich denn 0.1 von allen anderen reellen Zahlen?

Das war ein Tippfehler, wie man aus dem anschlie=DFenden Satz erkennen
k=F6nnte, wenn man wollte.

> > Sie geben mir die Ziffern der Irrationalzahl, und ich kann Ihnen sagen,
> > in welchem Pfadb=FCndel sie steckt.
> Das kann ich selbst: In entweder dem linken oder rechten Pfadbuendel,
> das aus der Wurzel herauskommt. Nur was beweist das jetzt?

Es beweist, da=DF alle Irrationalzahlen im Baum sind, denn von jeder
angegebenen Ziffernfolge, z.B. f=FCr pi, kann ich Ihnen ja sagen, in
welchem Pfadb=FCndel dieser (bislang noch nicht vereinzelte - und das
bleibt immer so - deswegen brauchen wir ja unendlich viele Ebenen) Pfad
sich befindet. Also ist er drin!
>
> > Nun sagen Sie, es gibt ja =FCberhaupt keine Pfade.
> Tu ich das? Vermutlich, wenn man eine hinreichend verquere Semantik von
> "gibt" zugrunde legt. Natuerlich gibt es Pfade. Sie werden nur nie
> (alle) eindeutig Kanten zugeordnet. Was Ihnen seit Monaten jeder sagt.

Jedem Pfadb=FCndel, der sich separiert, wird die Kante, an der dies
geschieht, zugeordnet.
Es kann kein Pfad separiert werden ohne diese Kante. Um das zu
bestreiten, gen=FCgt nicht einmal eine sehr verquere Semantik. Da
hei=DFt es: Augen zu und durch.

Gru=DF, WM

From:Rolf Albinger <rolf-albinger@onlinehome.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 18 Jan 2006 06:20:43 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:
>[Snip]
>Jedem Pfadbündel, der sich separiert, wird die Kante, an der dies
>geschieht, zugeordnet.
>Es kann kein Pfad separiert werden ohne diese Kante. Um das zu
>bestreiten, genügt nicht einmal eine sehr verquere Semantik. Da
>heißt es: Augen zu und durch.
Hier sieht man es wieder ganz genau:
Erst Pfadbündel, dann Pfad. Er merkt es nicht;
entweder, er ist zu doof oder er ist unredlich.
>Gruß, WM
Viel Spass weiterhin
Rolf
--
Wo Eckhard B. argumentiert, ist Buridans Esel nicht weit
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Amicus schrieb:

> On 16 Jan 2006 08:02:27 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
> wrote:
>
> >
> > Ich behaupe, da=DF man mit einer *anderen* Betrachtung, n=E4mlich mit d=
em
> > bin=E4ren Baum, zu einem *anderen*, n=E4mlich gegenteiligen Ergebnis ge-
> > langt.
> >
> Ja, wir wissen, dass Du das behauptest. Es verh=E4lt sich aber nicht so,
> wie Du behauptest.

Wei=DFt Du =FCberhaupt, was das ist?
Ein schlauer Fuchs ist er ja, unser Amicus.
Er l=E4=DFt sich auch nichts auf Glatteis f=FChren.

> Case closed.

Das, glaube ich, k=F6nnte Dir so passen.

Existenz: Man erh=E4lt solche Zahlgr=F6=DFen z. B. bei der Anwendung des
Algorithmus der Wurzelextraktion aus Nicht-Potenzzahlen; der
resultirende Dezimalbruch ist begrifflich v=F6llig definirt, indem man
wei=DF, wie oft jedes der Elemente 1, 1/10, 1/100, ... auftritt."
(WEIERSTRASS)

Indem man *wei=DF*! Ach wie schad, da=DF niemand wei=DF ...

Gru=DF, WM

From:"albrecht" <albstorz@gmx.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
hbdere schrieb:

> albrecht wrote:
> > Was zeigt denn dieser Beweis? Das die nat=FCrlichen Zahlen als in einer
> > Menge zusammengefasst angesehen werden k=F6nnen? Nein.
> > Das sollte doch inzwischen allen klar sein, dass niemand die
> > Unendlichkeit der nat=FCrlichen Zahlen anzweifelt. Die Frage ist doch,
> > ob es legitim ist, deren Gesamtheit als Menge aufzufassen.
> Es faellt mir recht schwer, in ein paar Tausend Postings
> herauszufinden, wer nun was genau anzweifelt. Es ist doch voellig egal
> (zumindest auf dem Niveau, auf dem wir uns hier austoben), ob man von
> den unendlichen natuerlichen Zahlen oder von einer unendlichen Menge
> natuerlicher Zahlen spricht.

Nein, nat=FCrlich nicht.

> Der Beweis funktioniert genauso gut.
> Zweifelsohne gibt es eine Menge {0}. Nehmen wir nun an, eine endliche
> Menge natuerlicher Zahlen sei die Groesste die es gibt. Dann hat sie
> auch ein groesstes Element. Zaehle 1 dazu, steck es in die Menge,
> Widerspruch. Ergo gibt es wenigstens eine unendliche Menge natuerlicher
> Zahlen.

So. Und warum wird genau anders herum argumentiert, wenn es um die
Gr=F6=DFe nat=FCrlicher Zahlen geht? Die Menge der nat=FCrlichen Zahlen,
ich betone: die *Menge* der nat=FCrlichen Zahlen gibt es exakt deswegen,
weil die angenommene Gesamtheit aller nat=FCrlicher Zahlen als Menge
*definiert* wird.
Willst Du behaupten, dass man genauso die Existenz einer unendlichen
nat=FCrlichen Zahl *definieren* kann, wenn man bloss Lust dazu hat?
Der essentielle Fehler der in Deiner und vieler anderer Denkweise
steckt ist der, dass man glaubt, die *Menge* aller nat=FCrlicher Zahlen
exisitiere wirklich (was das dann auch immer heissen mag) und das
Unendlichkeitsaxiom greife diese Existenz einfach auf.
Dem ist nicht so.
Die aktual vorhandene Menge der nat. Zahlen wird axiomatisch
eingef=FChrt, und es gibt keinen anderen Grund als dieses Axiom f=FCr
dessen Existenz.


> Und auf gleiche Weise kann man dann die noch fehlenden
> natuerlichen Zahlen dazustecken. Die Mengentheoretiker wollen mich
> sicherlich verhauen, weil ich das so ungehobelt von mir gebe, aber fuer
> unsere Zwecke wirds reichen.

Nein. das reicht nirgends hin.

>
> > > Typfehler. Eine Mengen kann unendlich sein, auch wenn die Elemente der
> > > Menge begrenzt sind - Beispiel waeren die Bruchzahlen mit Zaehler 1.
> > Eben dies halte ich f=FCr ein Argument, das voll nach hinten losgeht.
> Ist das so.
>
> > Hast Du Dir Gedanken dar=FCber gemacht, was f=FCr eine Rolle die Null in
> > Deinem Beispiel spielt? Wenn unendlich viele Br=FCche mit Z=E4hler 1
> > ungleich Null sind, mit welcher Berechigung kann man den Limes dieser
> > Folge als Null ansehen?
> Verstehe kein Wort. Was hat das damit zu tun, dass die Menge {1/x | x e
> IN} unendlich gross, aber begrenzt ist? Nach unten begrenzt wird sie
> auch durch -1.
>
> > Die Null wird ja als das Objekt angesehen, dass die Folge in dem
> > fiktiven Fall "unendlich" eben erreicht. Wenn unendlich viele
> > Folgeglieder von (1/n) ungleich Null sind, dann m=FCsste man ja die Null
> > im "=DCberunendlichen" angesiedelt ansehen.
> Keine Ahnung, wovon Du redest.

Tja. Es ist eben schwer jemandem etwas zu verklickern, das v=F6llig
ausserhalb seines Denkschemas liegt. Vielleicht k=F6nntest Du verstehen
worauf ich hinaus will, wenn Du es versuchtest. Vielleicht willst Du es
aber auch gar nicht.
Darum gehe ich nicht weiter darauf ein, wenn Du nicht doch noch
Interesse bekundest, das was ich meine aufzufassen. (!Jemanden zu
verstehen heisst ja nicht, ihm Recht zu geben!)

Gru=DF
AS

From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
albrecht schrieb:
> hbdere schrieb:
>>albrecht wrote:
>>

...

> (!Jemanden zu verstehen heisst ja nicht, ihm Recht zu geben!)
>
Ein wahrhaft weiser Satz.

> Gruß
> AS
>
Rudolf Sponsel, Erlangen
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Carsten Schultz schrieb:

> > Ich m=F6chte wissen, woher Sie die nat=FCrlichen Zahlen kennen, wenn
> > PA-FOPL dazu nicht ausreicht. Was verwenden Sie sonst noch als
> > Kriterum, um zu entscheiden, ob eine Zahl eine nat=FCrliche Zahl ist,
> > oder nicht?
>
> Die Bedeutung von "zu entscheiden, ob eine Zahl eine nat=FCrliche Zahl
> ist" ist mir nicht klar.

Also das geht so: ich sage Dir eine Zahl, und Du sagst mir, ob es
Deiner Meinung nach eine nat=FCrliche Zahl ist.

> Vor allem, weil man dazu zun=E4chst wissen
> m=FCsste, was eine Zahl ist.

Das w=E4re leichter, wenn man w=FC=DFte, was eine nat=FCrliche Zahl ist.

> PA redet auch =FCber nichts anderes als
> nat=FCrliche Zahlen, daher ist die Frage in diesem Zusammenhang v=F6llig
> bedeutungslos.

PA redet =FCber Nachfolger und sonst wenig. Da hei=DFt es n=E4mlich , da=DF
1 eine nat=FCrliche Zahl ist. Und dann wird etwas =FCber jede Menge
nat=FCrlicher Zahlen ausgesagt, wobei v=F6llig unklar ist, was auch nur
eine Menge nat=FCrlicher Zahlen (au=DFer {1}) ist.
>
> Die Frage ist, welche Aussagen =FCber nat=FCrliche Zahlen wahr sind.

Wenn man nicht wei=DF, was nat=FCrliche Zahlen sind, ist diese Frage
ziemlich uninteressant.

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Carsten Schultz schrieb:

> > Eigentlich bin ich ein Anh=E4nger der Mengenlehre,
>
> Die Mengenlehre ist weder Religion noch Ideologie,

Nein, denn eine Religion hat den Vorteil, da=DF der Gl=E4ubige nach dem
Tode besser gestellt ist als der Ungl=E4ubige, jedenfalls sofern der
betreffende Gott existiert (B. Pascal). Bei einer herrschenden
Ideologie haben ihre Anh=E4nger zumeist auch Vorteile, schon zu
Lebzeiten. Die Mengenlehre dagegen liefert weder vor noch nach dem Tode
irgendwelchen Nutzen.

> Beweisen oder widerlegen kann man nur Aussagen.

Zum Beispiel die Aussage, da=DF unendliche Mengen existieren?
>
> > Aber wenn dann in der Mengenlehre bei unendlichen Mengen
> > Widerspr=FCche auftauchen, sollte das m.E.bei den Fachleuten doch
> > s=E4mtliche Alarmglocken zum Klingeln bringen.
>
> Diese Bemerkung deutet auf ein Unverst=E4ndnis der Mathematik hin.

das ist allerdings richtig (!), denn

> Ein solcher Widerspruch ist aber
> nicht bekannt.

und hat auch keine Chance bekannt zu werden. Ideologien, und Religionen
sind sicherer gebaut als die Alpen (in den Augen ihrer Anh=E4nger
jedenfalls). Die Mengenlehre in ihrem Lauf halten weder Ochs noch Esel
auf.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 15 Jan 2006 09:48:27 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
> Die Mengenlehre in ihrem Lauf halten weder Ochs noch Esel
> auf.
>
Das hast Du aber schön gesagt. Ich musste dabei spontan an WM und EB
denken. :-)


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Helmut B=FCch schrieb:


> Eigentlich bin ich ein Anh=E4nger der Mengenlehre,

Das kann man, mu=DF man aber nicht sein. Doch von den Orthodoxen wirst
Du h=F6ren, da=DF gar nichts anderes vorstellbar ist.

> Deshalb finde ich es auch nicht besonders lustig, wie hier einige Leute m=
it
> "Blumschein & Co." zu verfahren sich nicht entbrechen k=F6nnen. Das l=E4=
=DFt mich
> doch
> schon etwas an Ketzerverfolgung denken.

Das liegt daran, da=DF der Glaube an das aktual Unendllche auf =E4u=DFerst
schwachen und keinesfalls rational begr=FCndbaren F=FC=DFen steht. Da
bleiben nur solche inquisitorischen Ma=DFnahmen.

> "Exotische Gew=E4chse" hat es in der
> Geschichte des Denkens wohl schon viele gegeben, denn unser Hirn ist in d=
er
> Lage, auch geschlossene Systeme zu ersinnen, die - in sich
> widerspruchsfrei - mit den Realit=E4ten dieser Welt wenig oder gar nichts=
zu
> tun haben. Die kann man dann weder beweisen noch widerlegen.

Etwa die Behauptung, da=DF das Unendlich als =FCbertreffbare, d.h.
abgeschlossene, d.h. endliche Quantit=E4t aktual existiert, aber
nat=FCrlich keinesfalls mit den Methoden der endlichen Mathematik
kritisierbar ist (ebenso wie man das Universum durchforschen kann, ohne
auf Gott und das Erdinnere, ohne auf den Teufel zu sto=DFen).

Beispiel: Jede Menge gerader nat=FCrlicher Zahlen enth=E4lt mindestens
eine Zahl, die gr=F6=DFer als ihre Kardinalzahl ist, wie etwa |{2, 4, 6}|
=3D 3 < 6.
Das l=E4=DFt sich zwar per Induktion f=FCr jede Menge aus geraden
nat=FCrlichen Zahlen beweisen, gilt aber doch nicht immer. Warum nicht?

Weil es ein Gegenbeispiel gibt: Die unendliche Menge aller positiven
geraden Zahlen! hach, hach, hach, ... (Amicus w=FCrde Bruhahaha posten).

Gru=DF, WM

From:"Axel" <axel@mueller-hartefeld.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de> schrieb im Newsbeitrag
news:1137346808.166533.280340@g43g2000cwa.googlegroups.com...


> Beispiel: Jede Menge gerader natürlicher Zahlen enthält mindestens
> eine Zahl, die größer als ihre Kardinalzahl ist, wie etwa |{2, 4, 6}|
> = 3 < 6.
> Das läßt sich zwar per Induktion für jede Menge aus geraden
> natürlichen Zahlen beweisen, gilt aber doch nicht immer. Warum nicht?

Hallo W.,
die obige Aussage über die Beweisbarkeit per Induktion
ist leider *falsch*.
Die Menge, über die hier eine Behauptung aufgestellt wird,
ist *keine induktive* Menge ( weder besitzt sie ein Element 1 noch
einen direkten Nachfolger n+1 für jedes Element n der Menge).

Ein (vollständiger) induktiver Beweis ist aber nur
über Aussagen A(n), mit n Element einer induktiver
Menge, zu führen.

Da bist du leider über einen Anfängerfehler gestolpert.
( Es hat wirklich noch keiner geschafft per Induktion die
Behauptung "Alle natürlichen Zahlen sind gerade" zu beweisen).

Gruß
axel

>
> Weil es ein Gegenbeispiel gibt: Die unendliche Menge aller positiven
> geraden Zahlen! hach, hach, hach, ... (Amicus würde Bruhahaha posten).
>
>Gruß, WM


From:Peter Niessen <peter-niessen@arcor.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Am Tue, 17 Jan 2006 21:00:14 +0100 schrieb Axel:

> Die Menge, über die hier eine Behauptung aufgestellt wird,
> ist *keine induktive* Menge ( weder besitzt sie ein Element 1 noch
> einen direkten Nachfolger n+1 für jedes Element n der Menge).

Doch sie ist abgesehen davon das sie endlich ist sehr wohl eine induktive
Menge. Sie erfüllt die Peanoaxiome. Es gilt 2~1 und S(n)=2n. Aber welche
Kardinalzahl der Zahl 6 der Menge zu kommt ist völlig unklar. Kommt ja
darauf an wie diese 6 definiert ist. Ansonsten ist die Behauptung von Mücke
entweder trivial oder Stuss. Aber das ist bei WM ja nichts neues.
--
Mit freundlichen Grüßen
Peter Nießen

Wer das Konzept der Unendlichkeit verstehen will, muss nur das Ausmass
menschlicher Dummheit betrachten.
(Voltaire)
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 15 Jan 2006 09:40:08 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
> Jede Menge gerader natürlicher Zahlen enthält mindestens eine Zahl,
> die größer als ihre Kardinalzahl ist, wie etwa |{2, 4, 6}| = 3 < 6.
>
Wie Norbert Marrek schon anmerkte, es muss natürlich heißen:

Jede _endliche_ Menge gerader natürlicher Zahlen enthält
mindestens eine Zahl, die größer als die Kardinalzahl dieser
Menge ist.

Beispielsweise |{2, 4, 6}| = 3 < 6.
>
> Das läßt sich zwar per Induktion [...] beweisen, gilt aber doch
> nicht immer. Warum nicht?
>
Weil es eben z. B. für die Menge /aller/ geraden nat. Zahlen nicht
gilt (wie man leicht zeigen kann).

Abgesehen davon lässt sich der Satz eben (wie gesagt) auch nicht für
/alle/ Mengen gerader natürlicher Zahlen beweisen. Was natürlich sehr
wünschenswert ist, denn andernfalls hätten wir es mit einem Wider-
spruch zu tun. :-)

>
> Amicus würde Bruhahaha posten.
>
Nix Bruhahaha. Einfach nur die Korrektur des für Sie typischen
Unsinns, den Sie üblicherweise zu posten pflegen.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Norbert Marrek <egleichmchoch1@web.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM schrieb:
> Helmut Büch schrieb:
>
>
>
>>Eigentlich bin ich ein Anhänger der Mengenlehre,
>
>
> Das kann man, muß man aber nicht sein. Doch von den Orthodoxen wirst
> Du hören, daß gar nichts anderes vorstellbar ist.
>
>
>>Deshalb finde ich es auch nicht besonders lustig, wie hier einige Leute mit
>>"Blumschein & Co." zu verfahren sich nicht entbrechen können. Das läßt mich
>>doch
>>schon etwas an Ketzerverfolgung denken.
>
>
> Das liegt daran, daß der Glaube an das aktual Unendllche auf äußerst
> schwachen und keinesfalls rational begründbaren Füßen steht. Da
> bleiben nur solche inquisitorischen Maßnahmen.
>
>
>>"Exotische Gewächse" hat es in der
>>Geschichte des Denkens wohl schon viele gegeben, denn unser Hirn ist in der
>>Lage, auch geschlossene Systeme zu ersinnen, die - in sich
>>widerspruchsfrei - mit den Realitäten dieser Welt wenig oder gar nichts zu
>>tun haben. Die kann man dann weder beweisen noch widerlegen.
>
>
> Etwa die Behauptung, daß das Unendlich als übertreffbare, d.h.
> abgeschlossene, d.h. endliche Quantität aktual existiert, aber
> natürlich keinesfalls mit den Methoden der endlichen Mathematik
> kritisierbar ist (ebenso wie man das Universum durchforschen kann, ohne
> auf Gott und das Erdinnere, ohne auf den Teufel zu stoßen).
>
> Beispiel: Jede Menge gerader natürlicher Zahlen enthält mindestens
> eine Zahl, die größer als ihre Kardinalzahl ist, wie etwa |{2, 4, 6}|
> = 3 < 6.
> Das läßt sich zwar per Induktion für jede Menge aus geraden
> natürlichen Zahlen beweisen, gilt aber doch nicht immer. Warum nicht?
>

Also den Induktionsbeweis möchte ich einmal sehen.
Er geht nämlich nur für endliche Mengen gerader Zahlen !

Damit ist das folgende Gegenbeispiel ja garkeins.

> Weil es ein Gegenbeispiel gibt: Die unendliche Menge aller positiven
> geraden Zahlen! hach, hach, hach, ... (Amicus würde Bruhahaha posten).
>

Aloha,
Norbert
From:"hbdere" <hbdere@gmx.net>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
albrecht wrote:
> Was zeigt denn dieser Beweis? Das die nat=FCrlichen Zahlen als in einer
> Menge zusammengefasst angesehen werden k=F6nnen? Nein.
> Das sollte doch inzwischen allen klar sein, dass niemand die
> Unendlichkeit der nat=FCrlichen Zahlen anzweifelt. Die Frage ist doch,
> ob es legitim ist, deren Gesamtheit als Menge aufzufassen.
Es faellt mir recht schwer, in ein paar Tausend Postings
herauszufinden, wer nun was genau anzweifelt. Es ist doch voellig egal
(zumindest auf dem Niveau, auf dem wir uns hier austoben), ob man von
den unendlichen natuerlichen Zahlen oder von einer unendlichen Menge
natuerlicher Zahlen spricht. Der Beweis funktioniert genauso gut.
Zweifelsohne gibt es eine Menge {0}. Nehmen wir nun an, eine endliche
Menge natuerlicher Zahlen sei die Groesste die es gibt. Dann hat sie
auch ein groesstes Element. Zaehle 1 dazu, steck es in die Menge,
Widerspruch. Ergo gibt es wenigstens eine unendliche Menge natuerlicher
Zahlen. Und auf gleiche Weise kann man dann die noch fehlenden
natuerlichen Zahlen dazustecken. Die Mengentheoretiker wollen mich
sicherlich verhauen, weil ich das so ungehobelt von mir gebe, aber fuer
unsere Zwecke wirds reichen.

> > Typfehler. Eine Mengen kann unendlich sein, auch wenn die Elemente der
> > Menge begrenzt sind - Beispiel waeren die Bruchzahlen mit Zaehler 1.
> Eben dies halte ich f=FCr ein Argument, das voll nach hinten losgeht.
Ist das so.

> Hast Du Dir Gedanken dar=FCber gemacht, was f=FCr eine Rolle die Null in
> Deinem Beispiel spielt? Wenn unendlich viele Br=FCche mit Z=E4hler 1
> ungleich Null sind, mit welcher Berechigung kann man den Limes dieser
> Folge als Null ansehen?
Verstehe kein Wort. Was hat das damit zu tun, dass die Menge {1/x | x e
IN} unendlich gross, aber begrenzt ist? Nach unten begrenzt wird sie
auch durch -1.

> Die Null wird ja als das Objekt angesehen, dass die Folge in dem
> fiktiven Fall "unendlich" eben erreicht. Wenn unendlich viele
> Folgeglieder von (1/n) ungleich Null sind, dann m=FCsste man ja die Null
> im "=DCberunendlichen" angesiedelt ansehen.
Keine Ahnung, wovon Du redest.

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 15 Jan 2006 09:15:36 -0800, "hbdere" <hbdere@gmx.net> wrote:

>
> [...] Es ist doch stellig egal [...], ob man von [unendlich vielen]
> natürlichen Zahlen oder von einer unendlichen Menge natürlicher
> Zahlen spricht.
>
Keineswegs. Denn Letzteres wird im allgemeinen als ein /aktual
Unendliches/ Objekt angesehen. Und gewisse Leute haben offenbar
Probleme mit der Vorstellung, dass es so etwas "gibt". Im Gegensatz
dazu kann man die Folge der natürlichen Zahlen als etwas /potentiell
Unendliches/ ansehen. Damit haben die meisten dieser Leute keine
Probleme. [...]

>
> Zweifelsohne gibt es eine Menge {0}.
>
Wenn es sie denn gibt... ;-)

>
> Nehmen wir nun an, eine endliche Menge natürlicher Zahlen sei die
> Größste die es gibt. Dann hat sie auch ein größtes Element.
> Zähle 1 dazu, steck es in die Menge, Widerspruch. Ergo gibt es
> wenigstens eine unendliche Menge natürlicher Zahlen.
>
Deine Argumentation hängt bei "steck es in die Menge", bekanntlich
operiert man n i c h t so mit Mengen... (Mengen werden in diesem Sinne
nicht als "dynamische Objekte" angesehen.)

Wohl aber kann man so die /potentielle Unendlichkeit/ der Folge der
natürlichen Zahlen beweisen. Zu jeder natürlichen Zahl gibt es eine
größere, ad infinitum.

(Und natürlich kann man damit zu einer gegebenen Menge natürlicher
Zahlen eine größere konstruieren. Aber d a s reicht eben nicht. Aus
genau diesem Grund benötigt man in der ZFC ja auch das Unendlichkeits-
axiom, welches die Existenz einer unendlichen Menge eben _axiomatisch_
sichert!)

>
> [...] aber für unsere Zwecke wirds reichen.
>
Ich fürchte, da irrst Du Dich.

Aber es handelt sich um eine typische /double bind/ Situation.
Argumentiert man "intuitiv" (und allgemein verständlich), dann wird
die geringste "Lücke", die diese Leute erspähen (und die jeder
Fachmann for the sake of the argument einfach ignorieren würde),
sofort zu einer riesigen Sache aufgeblasen und gnadenlos darauf
herumgeritten. Argumentiert man aber streng formal (d.i. formal
korrekt) geben diese Leute vor (falls sie nicht überhaupt einfach
"auf Durchzug" schalten), sie könnten der Darstellung nicht folgen,
sie wäre zu abstrakt, der Beweis wäre kein Beweis, oder ähnliches...
:-(

Kurz, man hat es mit komplett vernagelten Leuten zu tun, an denen
ohnehin JEDES Argument (ohne irgendwelche sichtbaren Spuren zu
hinterlassen) abprallt. In diesem Sinne: have fun!


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:"hbdere" <hbdere@gmx.net>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:
> Gerade die Feststellung, da=DF es sich bei den Indizes einer Folge um
> ganze nat=FCrliche Zahlen handelt, ist essentiell f=FCr die Erkenntnis,
> da=DF die Menge der Glieder nicht aktual unendlich sein kann.
Tja, wunderbar, wenn man natuerlich ERST behauptet, die Menge der
natuerlichen Zahlen sei endlich oder nicht aktual unendlich oder was
auch immer, dann folgt das ganz sicherlich daraus.

> > Zahl im Sinne von
> > "natuerlicher Zahl" wird im Diagonalargument AFAIK nicht benoetigt.
> Sie wird zur Numerierung der Ziffern der Diagonalzahl ben=F6tigt.
Ok.

> > Es wird Sie nun vielleicht nicht wundern, dass Mathematik nun eben so
> > nicht funktioniert.
> Die Mathematik funktioniert schon so. Ihre moderne Perversion davon
> m=F6glicherweise nicht.
Jaja, vielleicht sollten Sie noch andere Vokabeln gebrauchen, da gibts
ja recht schoene fuer Dinge, die einem nicht in den Kram passen und die
deshalb nicht wahr sein koennen. Und nebenbei: Es ist der gesammelte
Zauber der Mathematik, dass man Beweise hat, und nicht aus Indizien ein
Bild zusammenbastelt. Das mag in der Experimentalphysik moeglich sein
(ich wills den Physikern wahrlich nicht unterstellen, und mich fuer
etwaige Verstimmungen (bei Franziska) entschuldigen), aber in der
Mathematik war das spaetestens seit den alten Griechen nicht erlaubt.

> < Sie koennen eben nicht einfach aus dem Endlichen
> > aufs Unendliche schliessen.
> Just darum kann ja Cantors Diagonalargument auch nicht funktionieren.
Nein, das kann nur dann nicht funktionieren, wenn man das Unendliche
als solches ablehnt. Tun Sie das. Aber Sie muessen das dann in die
Praemisse schreiben. Darueberhinaus wird beim 2. Diagonalargument nicht
vom Endlichen aufs Unendliche geschlossen, sondern von Anfang weg im
Unendlichen argumentiert.

> Nein, denn er widerlegt meine Sichtweise nicht. Ich behaupte nicht,
> da=DF die Menge der nat=FCrlichen Zahlen endlich sei, sondern ich
> behaupte, da=DF sie nicht aktual unendlich sei. Das ist ein Unterschied.
Koennten Sie fuer mich hinschreiben, wo der Unterschied liegt?

> Betrachten Sie nur den oberen Teil des Baumes bis zur zweiten Ebene:
> 0
> /\
> 0 1
> /\ /\
> 0101
> ...
>
> Dort gibt es 6 Kanten und 4 Pfadb=FCndel.
> Bis zur Ebene n gibt es 2^(n+1) - 2 Kanten und 2^n Pfadb=FCndel. Die
> Folge "Kantenzahl geteilt Pfadb=FCndelzahl bis zur Ebene n" konvergiert
> demnach f=FCr n --> oo gegen den Grenzwert 2. Das gilt f=FCr alle
> Pfadb=FCndel, auch solche, die nur einen einzigen Pfad enthalten.
> Letztere entsprechen einzelnen reellen Zahlen. Deren Abz=E4hlbarkeit
> folgt aus der unstrittigen Abz=E4hlbarkeit der Kanten.
Na das waere aber fein wenn die unstrittig waere. Warum dann den ganzen
Umweg ueber die Pfadbuendel? Ein unendlicher binaerer Baum reicht doch
schon um jede reelle Zahl in [0..1) darzustellen (als einen seiner
Knoten). Oder auch die Potenzmenge von IN: Im ersten Level wird
entschieden, ob die 1 in der Menge ist, im zweiten Level, ob die 2 usw.
Zwar kriegt man dabei eine Menge Duplikate, aber die machen die Menge
der Knoten nun auch nicht kleiner.
Seh ich das falsch? Wenn nun die Kanten abzaehlbar sind, dann sicher
auch die Knoten (ist ja nur einer mehr).

> Das einzig m=F6gliche Gegenargument besteht darin, da=DF der Baum trotz
> seiner abz=E4hlbar-unendlich vielen Ebenen keine Pfade enth=E4lt, die
> eine irrationale Zahl vollst=E4ndig, d.h. mit allen Bin=E4rziffern,
> darstellen.
Nein, das sehe ich nicht als Gegenargument. Aber "einzig moegliche" zu
schreiben, ist taktisch ungeschickt. Natuerlich gibt es sehr viel mehr
Gegenargumente, gute wie schlechte. Meines waere erst einmal der
fehlende Nachweis der Abzaehlbarkeit der Knoten/Kanten.

> > Aber die Menge der Pfade in dem Baum ist ueberabzaehlbar.
> Nein, auch nicht mit "aber".
Der Worte sind genug gewechselt, lasst uns nun endlich Taten sehn ;-)

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Amicus schrieb:

> On 16 Jan 2006 07:38:31 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
> wrote:
>
> >
> > Wie dies geschieht, habe ich demonstriert.
> >
> In Deiner Phantasie vielleicht. H i e r jedoch wurde mehrfach
> nachgewiesen, dass Du nicht d a s demonstriert hast, was Du
> behauptest (oder m=F6glicherweise glaubst) demonstriert zu haben.

Ein schlauer Fuchs ist er ja, unser Amicus.

Gru=DF, WM

From:"albrecht" <albstorz@gmx.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Peter Niessen wrote:
> Am 14 Jan 2006 13:34:29 -0800 schrieb albrecht:
>
> > Eben dies halte ich f=FCr ein Argument, das voll nach hinten losgeht.
> > Hast Du Dir Gedanken dar=FCber gemacht, was f=FCr eine Rolle die Null in
> > Deinem Beispiel spielt? Wenn unendlich viele Br=FCche mit Z=E4hler 1
> > ungleich Null sind, mit welcher Berechigung kann man den Limes dieser
> > Folge als Null ansehen?
> > Die Null wird ja als das Objekt angesehen, dass die Folge in dem
> > fiktiven Fall "unendlich" eben erreicht. Wenn unendlich viele
> > Folgeglieder von (1/n) ungleich Null sind, dann m=FCsste man ja die Null
> > im "=DCberunendlichen" angesiedelt ansehen.
> >
> > Der Limes der Folge 1/n mit n e |N und n -> oo gleich 0 besagt eben,
> > dass bei einem fiktiven erreichen von unendlichem n der Wert von 1/n
> > als Null angesehen wird.
> > Obwohl die Folge unendlich viele Werte enth=E4lt, ist keiner Null. Wenn
> > n einen fiktiven unendlichen Wert erreicht, ist 1/n =3D 0.
> > Wievielerlei Unendlichkeiten stecken denn da eigentlich drin?
> > Ich finde zwei: Man k=F6nnte sie aktual und potentiell nennen.
>
> Du machst einen Denkfehler:
> F=FCr die Folge 1/n gilt:
> 1. Sie ist begrenzt
> 2. Die Grenzen sind 0 und 1
> 3. 0 ist die gr=F6=DFte untere Grenze der Folge aber nicht Element der Fo=
lge.
> Aber: Es gibt kein e > 0 das kleiner als jedes Folgeglied ist. Der Limes
> ist als das einzige kleinste/gr=F6=DFte Element definiert so das in jeder
> Umgebung Limes +-e stets unendlich viele Elemente der Folge liegen.
> Beachte: hier ist 1 eine Grenze und Element der Folge aber kein Limes.
> Deshalb darf ich die Folge 1/n (und jede andere mit der gleichen
> Eigenschaft) als Repr=E4sentanten der 0 ansehen egal ob die 0 Element der
> Folge ist oder nicht. F=FCr konvergente Folgen gelten die normalen
> Rechenregeln. Sprich man darf sie ungestraft addieren und multiplizieren.
> lim(a)+lim(b)=3Dlim(a+b) usw.
> Und das ist der "Trick":
> Die Folgen werden so zu einem Modell der rellen Zahlen wobei f=FCr die
> Elemente der Folgen schon reicht wenn sie Element Q sind, also eine
> wirklich nette Eigenschaft.
> Mit der Bemerkung das man aus n->n+1 nicht folgern kann das die Gesamtheit
> eine konsistente Menge ist hast du wohl recht. Dieser Punkt ist nat=FCrli=
ch
> notwendig damit 1/n Rep=E4sentant der 0 sein kann. Aber ausser f=FCr M=FC=
ckenheim
> sind diese Axiome so selbstverst=E4ndlich das man nicht dar=FCber nachden=
kt.
> Sehe es dem Poster also nach.
> --
> Mit freundlichen Gr=FC=DFen
> Peter Nie=DFen
>
> Wer das Konzept der Unendlichkeit verstehen will, muss nur das Ausmass
> menschlicher Dummheit betrachten.
> (Voltaire)


Wahrscheinlich stand an Deinen Aufs=E4tzen in der Mittelschule auch
immer dran: Thema verfehlt.

Und wenn die Ausf=FChrungen dann sogar noch falsch sind ... .:-(


Gru=DF
AS

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:

> Diese Klassifizierung ist unvollst=E4ndig. Ich kann mir schlie=DFlich
> eine andere Welt denken, in der andere Gegenst=E4nde real oder realisierb=
ar
> sind als in unserer.

Zum Realisieren bedarf es einer realen Welt, keiner gedachten.

> Ich kann mir z.B. eine Welt vorstellen, die rein
> euklidisch und in alle Richtungen unendlich und mit Himmelsk=F6rpern bese=
tzt
> ist. Diese Welt enth=E4lt also unendlich viele Objekte. Tats=E4chlich kan=
n ich
> mir so eine Welt sogar leichter vorstellen, als unsere (vermutlich) endli=
che
> Welt mit ihrem merkw=FCrdigen, schwer vorstellbaren Rand.


Letzte Messungen lassen doch wieder eine flache, euklidsche Welt
wahrscheinlich werden. Aber das ist alles noch sehr unsicher.
Unabh=E4ngig davon ist das uns zug=E4ngliche Universum mit
manipulierbaren Speicherbits beschr=E4nkt und wird es immer bleiben.


> Ich glaube, da=DF
> auch der nicht mathematisch oder naturwissenschaftlich gebildete Mann von
> der Stra=DFe sich eine unendliche Welt leichter vorstellen kann als eine,
> die den derzeitigen physikalischen Theorien gen=FCgt.
>
> Und falls jemand einwirft, da=DF so eine Welt physikalisch vielleicht nic=
ht
> stabil sei: Nat=FCrlich kann ich mir auch physikalische Gesetze ausdenken,
> die so eine Welt stabil halten.

Damit ist die Welt aber immer noch nicht real. Entscheidend ist doch
folgendes: Hilft Dir die vorgestellte Welt, zu entscheiden, ob die Zahl
P/P' kleiner oder gleich oder gr=F6=DFer als 1 ist? (P: nat=FCrliche Zahl
aus den ersten 10^10 Stellen von Pi, P': die letzte Stelle von P durch
5 ersetzt.)

Gru=DF, WM

From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:
> Markus Sigg schrieb:
>
>
>>Diese Klassifizierung ist unvollständig. Ich kann mir schließlich
>>eine andere Welt denken, in der andere Gegenstände real oder realisierbar
>>sind als in unserer.
>
>
> Zum Realisieren bedarf es einer realen Welt, keiner gedachten.

Ja, aber für mich ist es noch ein Unterschied, ob etwas in dieser
Welt realisiert werden kann oder nur in einer hypothetischen Welt.
Gute Mathematik sollte beides beschreiben können.

>>Ich kann mir z.B. eine Welt vorstellen, die rein
>>euklidisch und in alle Richtungen unendlich und mit Himmelskörpern besetzt
>>ist. Diese Welt enthält also unendlich viele Objekte. Tatsächlich kann ich
>>mir so eine Welt sogar leichter vorstellen, als unsere (vermutlich) endliche
>>Welt mit ihrem merkwürdigen, schwer vorstellbaren Rand.
>
>
>
> Letzte Messungen lassen doch wieder eine flache, euklidsche Welt
> wahrscheinlich werden. Aber das ist alles noch sehr unsicher.
> Unabhängig davon ist das uns zugängliche Universum mit
> manipulierbaren Speicherbits beschränkt und wird es immer bleiben.

Nochmal: Ich kann mir eine Welt vorstellen, die anders aufgebaut ist,
und finde es gut, daß die Mathematik auch dafür taugt. Sie müßten Ihre
merkwürdige Mathematik (von der Sie nirgends eine schlüssige Darstellung
gegeben haben) ändern, wenn die Physiker morgen bekanntgeben, daß es keine
kleinsten Teile gibt, sondern alles immer weiter zerlegt werden kann.

>>Ich glaube, daß
>>auch der nicht mathematisch oder naturwissenschaftlich gebildete Mann von
>>der Straße sich eine unendliche Welt leichter vorstellen kann als eine,
>>die den derzeitigen physikalischen Theorien genügt.
>>
>>Und falls jemand einwirft, daß so eine Welt physikalisch vielleicht nicht
>>stabil sei: Natürlich kann ich mir auch physikalische Gesetze ausdenken,
>>die so eine Welt stabil halten.
>
>
> Damit ist die Welt aber immer noch nicht real. Entscheidend ist doch
> folgendes: Hilft Dir die vorgestellte Welt, zu entscheiden, ob die Zahl
> P/P' kleiner oder gleich oder größer als 1 ist? (P: natürliche Zahl
> aus den ersten 10^10 Stellen von Pi, P': die letzte Stelle von P durch
> 5 ersetzt.)

Ich bin guter Hoffnung, daß man Verfahren entwickeln kann und wird, die
diese Frage beantwortbar machen. Aber entscheidend ist diese Frage
ohnehin nicht, was auch immer Sie damit meinen.

Gruß,
Markus Sigg
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

hbdere schrieb:

> Das muessen Sie mir erklaeren. Das ist mir naemlich gar nicht
> einsichtig. Aber wenn Sie es mir erklaeren, dann versuchen Sie doch zur
> Abwechslung mal, es typkorrekt zu machen.

Gerade die Feststellung, da=DF es sich bei den Indizes einer Folge um
ganze nat=FCrliche Zahlen handelt, ist essentiell f=FCr die Erkenntnis,
da=DF die Menge der Glieder nicht aktual unendlich sein kann. Ich
verwechsle das nicht. Wenn ich mal von ganzen oder nat=FCrlichen Zahlen
spreche, ohne das Adjektiv hinzuzusetzen, dann nur, weil kein
Mi=DFverst=E4ndnis m=F6glich ist.


> Zahl im Sinne von
> "natuerlicher Zahl" wird im Diagonalargument AFAIK nicht benoetigt.

Sie wird zur Numerierung der Ziffern der Diagonalzahl ben=F6tigt.

> Was
> heisst eigentlich "Zahlcharakter"?

Unterscheidbarkeit aufgrund der Trichotomie.

> Jetzt wird mir einiges klar. Was Sie hier betreiben, ist Physik. Man
> schaut sich etwas an, spielt mit den Parametern und schliesst auf die
> Zusammenhaenge.
> Es wird Sie nun vielleicht nicht wundern, dass Mathematik nun eben so
> nicht funktioniert.

Die Mathematik funktioniert schon so. Ihre moderne Perversion davon
m=F6glicherweise nicht.

< Sie koennen eben nicht einfach aus dem Endlichen
> aufs Unendliche schliessen.

Just darum kann ja Cantors Diagonalargument auch nicht funktionieren.
Jedes Element, jede Diagonalziffer also, steht an einer endlichen
(durch eine nat=FCrliche Zahl numerierten) Stelle. Die ganze
Diagonalzahl soll aber unendlich viele Stellen haben. Nun gilt aber in
der Mathematik, sogar in dem, was Sie darunter verstehen: omega *1 =3D
1*omega =3D omega. Omega nat=FCrliche Zahlen passen nicht in ein endliches
Intervall.

> Beispiele dafuer hab ich ja schon gebracht,
> wie ueblich wurden sie ignoriert.

Aber nein. Ich stimme Ihnen ja voll zu. Man kann =FCberhaupt nicht auf
aktual Unendliches schlie=DFen, schon deswegen, weil es nicht existiert.

>Ebenso wie der klassische Einwand,
> dass eine endliche Menge aller natuerlicher Zahlen eine groesste Zahl
> haben muesste, und da man zu der 1 dazuzaehlen koennte, gaebe es eine
> Groessere, Widerspruch, und damit ist die Menge der natuerlichen Zahlen
> unendlich.
> Ficht Sie nicht an, dass dieser simpelste aller Beweise Ihre Sichtweise
> widerlegt?

Nein, denn er widerlegt meine Sichtweise nicht. Ich behaupte nicht,
da=DF die Menge der nat=FCrlichen Zahlen endlich sei, sondern ich
behaupte, da=DF sie nicht aktual unendlich sei. Das ist ein Unterschied.

> Nebenbei bemerkt, Ihre Ansicht ist auch schon deshalb fragwuerdig, weil
> man Unendlichkeiten nicht einfach uebertragen kann - der besagte
> Typfehler. Eine Mengen kann unendlich sein, auch wenn die Elemente der
> Menge begrenzt sind - Beispiel waeren die Bruchzahlen mit Zaehler 1.

Die harmonische Folge ist ein alter Hut. Cantor selbst hat just diese
Stammbr=FCche als Beispiel f=FCr eine unendliche Zahlenfolge mit oberer
Schranke herangezogen, um sein 1, 2, 3, ..., omega zu rechtfertigen.
Die Analogie ist aber keine, der besagte Typfehler. Der Beweis daf=FCr,
da=DF die Menge der nat=FCrlichen Zahlen nicht aktual unendlich ist,
basiert auf dem Abstand 1 zweier benachbarter nat=FCrlicher Zahlen.

> Eine endliche Menge kann unendlich grosse Elemente enthalten - z.B. die
> Menge aller Folgen, die nur aus a bestehen (oder auch {IN}) - wobei
> auch hier erst einmal zu klaeren waere, was "Groesse" ueberhaupt ist.
> Dass die Menge der natuerlichen Zahlen unendlich ist, aber nur endliche
> Elemente enthaelt, ist insofern voellig natuerlich und verwundert
> eigentlich auf Dauer nur den, der davon verwundert werden will.


> Ja, bis auf den letzten Satz, den ich einfach nicht versteh, ist das in
> Ordnung.

Die Menge der Kanten ist gr=F6=DFer als die der Pfade und abz=E4hlbar.

Betrachten Sie nur den oberen Teil des Baumes bis zur zweiten Ebene:
0
/\
0 1
/\ /\
0101
.=2E.

Dort gibt es 6 Kanten und 4 Pfadb=FCndel.
Bis zur Ebene n gibt es 2^(n+1) - 2 Kanten und 2^n Pfadb=FCndel. Die
Folge "Kantenzahl geteilt Pfadb=FCndelzahl bis zur Ebene n" konvergiert
demnach f=FCr n --> oo gegen den Grenzwert 2. Das gilt f=FCr alle
Pfadb=FCndel, auch solche, die nur einen einzigen Pfad enthalten.
Letztere entsprechen einzelnen reellen Zahlen. Deren Abz=E4hlbarkeit
folgt aus der unstrittigen Abz=E4hlbarkeit der Kanten.

Das einzig m=F6gliche Gegenargument besteht darin, da=DF der Baum trotz
seiner abz=E4hlbar-unendlich vielen Ebenen keine Pfade enth=E4lt, die
eine irrationale Zahl vollst=E4ndig, d.h. mit allen Bin=E4rziffern,
darstellen.

Dieses Gegenargument trifft dann allerdings auch Cantors Diagonalzahl.
Cantors Diagonalzahl kann dann auch nicht vollst=E4ndig, mit allen
Ziffern vorhanden sein. Und folglich ist nicht feststellbar, ob sie
sich von allen Zahlen der abz=E4hlbar-unendlichen Cantor-Liste
unterscheidet.

Es wird also mit zweierlei Ma=DF gemessen. Aber ob nun Einzelpfade im
Baum existieren oder nicht:
Alle Pfadb=FCndel, *die existieren*, und damit alle reellen Zahlen, die
in [0,1] existieren, sind in einer abz=E4hlbaren Menge enthalten. Und
Zahlen, die nicht existieren, m=F6chte ich auch gar nicht z=E4hlen.

> Aber die Menge der Pfade in dem Baum ist ueberabzaehlbar.

Nein, auch nicht mit "aber".

> Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie noch nie einen mathematischen
> Beweis gefuehrt haben?

Sie gehen fehl.

> Ich meine, selbst und ausserhalb einer Uebung?
> In einer Publikation oder vergleichbarem?

So ist es.

Gru=DF, WM

From:"hbdere" <hbdere@gmx.net>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:
> > Einfach zu sagen "das ist wie bei Cantor" funktioniert nicht - da
> > stehen ihnen die Quantoren im Wege.
> Cantor stehen sie genau so im Wege, da es ja eine Stelle gibt, in der
> sich eine reelle Zahl von allen anderen unterscheidet. Auch nicht f=FCr
> die Diagonalzahl.
Sie quantifizieren mal wieder falsch. An welcher Stelle unterscheidet
sich denn 0.1 von allen anderen reellen Zahlen?

> > die nicht enthalten ist. Sie muessten nachweisen, dass ALLE reellen
> > Zahlen gemeinsam in einer abzaehlbaren Liste aufzufinden sind.
> Nein, denn das ist ja nach Cantor nicht m=F6glich. Der Baum ist zwar
> listig, aber keine Liste. Es geht nur um die M=E4chtigkeit der
> Pfadmenge, nicht darum, sie in eine Liste einzutragen.
Und Sie halten mir Vortraege ueber Abzaehlbarkeit. Prost.

> Sie geben mir die Ziffern der Irrationalzahl, und ich kann Ihnen sagen,
> in welchem Pfadb=FCndel sie steckt.
Das kann ich selbst: In entweder dem linken oder rechten Pfadbuendel,
das aus der Wurzel herauskommt. Nur was beweist das jetzt?

> Nun sagen Sie, es gibt ja =FCberhaupt keine Pfade.
Tu ich das? Vermutlich, wenn man eine hinreichend verquere Semantik von
"gibt" zugrunde legt. Natuerlich gibt es Pfade. Sie werden nur nie
(alle) eindeutig Kanten zugeordnet. Was Ihnen seit Monaten jeder sagt.


> Es gibt =FCberhaupt
> keine irrationalen Zahlen, aber davon gibt es jedenfalls mehr. Ja, eben
> dieser nicht unelegante Trick hat der Mengenlehre zum Sieg verholfen,
> und er l=E4=DFt eine Widerlegung kaum zu: das, was in =FCbergro=DFer F=FC=
lle
> vorhanden sein soll, ist =FCberhaupt nicht anwesend - und damit auch
> nicht widerlegbar.
Jaja.

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

WM schrieb:

Typo:
> Cantor stehen sie genau so im Wege, da es ja *k*eine Stelle gibt, in der
> sich eine reelle Zahl von allen anderen unterscheidet. Auch nicht f=FCr
> die Diagonalzahl.

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

hbdere schrieb:

> WM wrote:
> > Das ist doch derselbe Fall wie bei Cantor. Eine mit nat=FCrlichen Zahlen
> > numerierte Liste wird niemals enden. Trotzdem akzepiert jeder (fast
> > jeder), da=DF man die Diagonalziffer *jeder* Listenzahl =E4ndern kann.
> Das ist doch der springende Punkt. Es ist ueberhaupt nicht notwendig,
> in Cantors Beweis die unendliche Diagonale konkret anzugeben.

Es ist =FCberhaupt nicht notwendig, den unendlichen Pfad konkret
anzugeben.

> Wichtig
> ist, dass man fuer jede der Zahlen in der Liste sicher sein kann, dass
> sich die Diagonalzahl an wenigstens einer Stelle von ihr unterscheidet.
> Damit wird ja nur gezeigt, dass es eben NICHT geht, die reellen Zahlen
> abzuzaehlen.

Wichtig ist, da=DF man f=FCr jeden Pfad sicher sein kann, da=DF er zu
einem Pfadb=FCndel geh=F6rt und da=DF dies in einer Ebene niemals ohne
eine eigenen Kante zu durchlaufen, vom Rest abzweigt.

> Sie hingegen versuchen, einen konstruktiven Abzaehlbeweis zu fuehren.

Nein ich bemerke lediglich, da=DF kein Pfadb=FCndel ohne eigene Kante
abzweigt.

> Dazu muessten Sie in irgendeiner Form auch noch mitteilen, wie Sie mit
> der Tatsache, dass es mehr Pfade als Kanten gibt, umgehen wollen.

Ach ja, die "Tatsachen". Hart sto=DFen sich im Raum die Sachen ...
(Cantor tut nichts mit seiner Liste, also entspringen daraus auch keine
Tatsachen.)
Es geht hier nicht um die Einarbeitung von Tatsachen, sondern um deren
Pr=FCfung durch ein unabh=E4ngiges Gutachten.

> Einfach zu sagen "das ist wie bei Cantor" funktioniert nicht - da
> stehen ihnen die Quantoren im Wege.

Cantor stehen sie genau so im Wege, da es ja eine Stelle gibt, in der
sich eine reelle Zahl von allen anderen unterscheidet. Auch nicht f=FCr
die Diagonalzahl.

> Cantor fuer den Nachweis, da=DF es
> fuer jede abzaehlbare Liste von reellen Zahlen EINE reelle Zahl gibt,
> die nicht enthalten ist. Sie muessten nachweisen, dass ALLE reellen
> Zahlen gemeinsam in einer abzaehlbaren Liste aufzufinden sind.

Nein, denn das ist ja nach Cantor nicht m=F6glich. Der Baum ist zwar
listig, aber keine Liste. Es geht nur um die M=E4chtigkeit der
Pfadmenge, nicht darum, sie in eine Liste einzutragen.
>
> > Wenn also *jede* Ziffer der Diagonalzahl in der Liste ist, dann ist
> > auch jedes Ziffern=E4quivalent im Baum. Das bedeutet, der Baum enth=E4lt
> > die vollst=E4ndigen Pfade. Ihre obige Aussage ist =E4quivalent zu der
> > Behauptung, da=DF Cantors Liste niemals zu Ende w=E4re und damit die
> > Diagonalzahl niemals vollst=E4ndig als von allen anderen Eintr=E4gen
> > verschieden befunden werden k=F6nnte.
> Cantors Liste ist nie zu Ende. Das waere ja eine traurige Form von
> Abzaehlbarkeit. Hingegen ist die Diagonalzahl von jedem Eintrag
> verschieden. Sie geben mir die Nummer des Eintrags, an dem sie gleich
> sein soll, und dann kann ich Ihnen sagen, warum sie dort ungleich ist.

Sie geben mir die Ziffern der Irrationalzahl, und ich kann Ihnen sagen,
in welchem Pfadb=FCndel sie steckt.

> Und mehr braucht es nicht.

Genau. Alle angebbaren Ziffern finden sich als Knoten im Baum. Alle.

> Dass ist das Wesen des Widerspruchsbeweises: Aus dem klassischen
> Beweis, dass es keine groesste Primzahl gibt, folgt noch kein
> Primzahlalgorithmus. Es steht Ihnen frei, diese Beweistechnik
> abzulehnen.

Aber weit entfernt bin ich davon. *Das ist doch gerade das Fundament
meines Beweises.* Aus dem Nachweis, da=DF es mehr Kanten als Pfade gibt,
folgt noch kein Algorithmus, der eine eindeutige Abildung der Kanten
auf die Pfade liefert. Ich zeige lediglich, da=DF die Gegenteilige
Annahme zum Widerspruch f=FChrt, weil sich kein Pfad ohne eigene Kante
vom Rest absetzen kann.

Nun sagen Sie, es gibt ja =FCberhaupt keine Pfade. Es gibt =FCberhaupt
keine irrationalen Zahlen, aber davon gibt es jedenfalls mehr. Ja, eben
dieser nicht unelegante Trick hat der Mengenlehre zum Sieg verholfen,
und er l=E4=DFt eine Widerlegung kaum zu: das, was in =FCbergro=DFer F=FClle
vorhanden sein soll, ist =FCberhaupt nicht anwesend - und damit auch
nicht widerlegbar.

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Franziska Neugebauer schrieb:

Liebe Franzisa,
> >
> Wie gehen Sie eigentlich in Ihrem Unterricht mit mathematischen
> Gegenst=E4nden um, die Ihrer Ansicht nach nicht existieren oder sogar
> nicht existenzf=E4hig sind? Offenbaren Sie Ihren Studenten Ihr
> physikalistisches Bekenntnis?
>
> Wie muss ich mir konkret Ihren Unterricht vorstellen, wenn Sie mit
> Gegenst=E4nden wie Grenzwerten, der Menge der nat=FCrlichen Zahlen, pi
> usw. operieren?

Sie w=FCrden =FCberhaupt nichts Anst=F6=DFiges bemerken. Ich spreche von
reellen Zahlen, sogar von Irrational*zahlen* und der *Zahl* pi, denn
eine Ingenieurin und auch die Mathematikerin auf der Stra=DFe
interessiert es nicht im mindesten, ob die Ziffernfolge nach der 10^50
sten noch stimmt. Sie hat es nie gepr=FCft und wird es nie pr=FCfen. Das
interessiert nur die Mengenlehrerin, damit sie ihre =FCberabz=E4hlbare
Menge |R zusammenklauben kann. Wenn es der Zusammenhang mit sich
bringt, erw=E4hne ich zuweilen auch mal eine transzendente Zahl und
lasse vielleicht die Bemerkung fallen, da=DF es nach allgemein
verbreiteter Ansicht mehr transzendente als algebraische Zahlen g=E4be
(vielleicht sage ich sogar "gibt").

Das gilt nat=FCrlich nur f=FCr die Analysis.

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:


> Ich wei=DF nicht, wie sie "wesentlich" definieren.

Die Zahlen sind wesentlich, die reellen und insbesondere die ganzen.

> >>>Sie konzedieren, da=DF FOPL die nat=FCrlichen Zahlen nicht eindeutig
> >>>fassen kann. Sie wollen die Mathematik allein auf FOPL aufbauen, halten
> >>>FOPL sogar f=FCr "die" Sprache der Arithmetik. Woher wissen Sie denn
> >>
> >>Nein, das will ich nicht. Wie kommen Sie denn darauf?
> >
> >
> > Es schien mir so. Was verwenden Sie denn?
>
> Wie meinen Sie das?

Ich m=F6chte wissen, woher Sie die nat=FCrlichen Zahlen kennen, wenn
PA-FOPL dazu nicht ausreicht. Was verwenden Sie sonst noch als
Kriterum, um zu entscheiden, ob eine Zahl eine nat=FCrliche Zahl ist,
oder nicht?
> >
> Es gibt kein Lieblingsmodell? Das ist ja furchtbar.
>
> Ach, jetzt verstehe ich. Es geht Ihnen gar nicht um ein "Lieblings"modell
> und nicht um die Menge der nat=FCrlichen Zahlen. Es geht Ihnen um den Sac=
hverhalt,
> da=DF der K=F6rper der reellen Zahlen nicht =FCber FOPL vollst=E4ndig cha=
rakterisiert
> werden kann. (Da die Sprache der Arithmetik nur abz=E4hlbare viele S=E4tze
> bilden kann und somit nach L=F6wenheim/Skolem f=FCr jede Satzmenge ein ab=
z=E4hlbares
> und damit nicht zu IR isomorphes Modell existiert.) Ich glaube gerne, da=
=DF Ihnen
> dieses sch=F6ne Ergebnis nicht gef=E4llt, denn es zeigt, da=DF Ihre priva=
te
> Lieblingsmodellsammelei ganz und gar aussichtlos ist.

Just aus diesem Grunde gef=E4llt es mir hervorragend. Und die leere
Menge bleibt ihm immer leer (zu singen nach dem letzten St=FCck "Der
Leiermann" aus Schuberts Winterreise).

Gru=DF, WM

From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:

> Ich möchte wissen, woher Sie die natürlichen Zahlen kennen, wenn
> PA-FOPL dazu nicht ausreicht. Was verwenden Sie sonst noch als
> Kriterum, um zu entscheiden, ob eine Zahl eine natürliche Zahl ist,
> oder nicht?

Das kommt auf die Aufgabenstellung an.

>>Ach, jetzt verstehe ich. Es geht Ihnen gar nicht um ein "Lieblings"modell
>>und nicht um die Menge der natürlichen Zahlen. Es geht Ihnen um den Sachverhalt,
>>daß der Körper der reellen Zahlen nicht über FOPL vollständig charakterisiert
>>werden kann. (Da die Sprache der Arithmetik nur abzählbare viele Sätze
>>bilden kann und somit nach Löwenheim/Skolem für jede Satzmenge ein abzählbares
>>und damit nicht zu IR isomorphes Modell existiert.) Ich glaube gerne, daß Ihnen
>>dieses schöne Ergebnis nicht gefällt, denn es zeigt, daß Ihre private
>>Lieblingsmodellsammelei ganz und gar aussichtlos ist.
>
>
> Just aus diesem Grunde gefällt es mir hervorragend. Und die leere
> Menge bleibt ihm immer leer (zu singen nach dem letzten Stück "Der
> Leiermann" aus Schuberts Winterreise).

Also sind wir uns an dieser Stelle einig. Ich verstehe dann aber nicht,
weshalb Sie hier nach Dingen fragen, von denen bekannt ist, daß es sie
nicht gibt.

Wie sieht Ihre Alternativlogik aus? In welcher Sprache ist sie formuliert?

Gruß,
Markus Sigg
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Amicus schrieb:


> > Der Versuch war nicht mi=DFlungen. Vielleicht waren die Abk=FCrzung etw=
as
> > zu kurz. Jeder sollte aber verstanden haben, da=DF unter M nur solche
> > Mengen gemeint sind, die (1) und (2) erf=FCllen.
> >
> Nein, Herr M=FCckenheim, s o l=E4uft das nicht. In der Mathematik l=E4uft
> das so: W e n n unter M nur solche Mengen gemeint sind, die (1) und
> (2) erf=FCllen, d a n n schreibt man das auch so hin.

Wenn man M definiert und dann eine andere Menge meint, dann schreibt
man das auch hin. Es ist verwerflich, in einer Zeile n e |N zu setzen
und in der n=E4chsten Zeile n aus der Menge der Ostereier zu
rekrutieren. Ob man sich nun Logiker nennt oder nicht.

> >
> Immer langsam mit den Pferden, M=FCckenheim. Formalisieren Sie
> das erst einmal!

Dazu ben=F6tigt man das Aussonderungsaxiom. Ich will hier aber kein ZFC
voraussetzen, sondern GMV. Und der (=FCbrigens maskulin) erkennt, was
mit "Durchschnitt" gemeint ist. Anderenfalls nenne ich das die
schm=E4chtigste Menge. Das ist ein in GMV wohldefiniertes Pr=E4dikat.

> > Und um die Axiome zu verstehen,
> >
> HALT - es handelt sich hier nicht um Axiome!

Doch. Damit habe ich drei AXIOME aus denen alle nat=FCrlichen Zahlen
entquellen.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 19 Jan 2006 07:55:29 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
> Doch. Damit habe ich drei AXIOME aus denen alle natürlichen Zahlen
> entquellen.
>
Also m i r scheint eher, dass aus Ihrem "Denkorgan" statt mathematisch
korrekter (oder auch nur akzeptabler) Äußerungen lediglich heiße Fürze
entquellen.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Norbert Marrek schrieb:


> Dann mach ich mir mein Universum wieder gr=F6=DFer.
> Und wenn Du dann die 10^1000 Stelle nimmst, mach ich
> es wieder gr=F6=DFer usw. usw. usw.

Als Nietzsche wieder einmal sein "Gott ist tot verk=FCndete", t=F6nte es
aus der Nachbarzelle: "L=FCgner! Ich lebe noch." Erinnerst Du Dich?

Gru=DF, WM

From:Norbert Marrek <egleichmchoch1@web.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM schrieb:
> Norbert Marrek schrieb:
>
>
>
>>Dann mach ich mir mein Universum wieder größer.
>>Und wenn Du dann die 10^1000 Stelle nimmst, mach ich
>>es wieder größer usw. usw. usw.
>
>
> Als Nietzsche wieder einmal sein "Gott ist tot verkündete", tönte es
> aus der Nachbarzelle: "Lügner! Ich lebe noch." Erinnerst Du Dich?
>
> Gruß, WM
>

Nicht dass ich wüsste, nicht wahr WM=Widersprechender Mephistopheles.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mephistopheles :
: Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht; denn alles,
: was entsteht, ist wert, daß es zugrunde geht. Drum besser wär's, wenn
: nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz,
: das Böse nennt, mein eigentliches Element.
: Er verkörpert die materialistische Einstellung zu den Dingen und
: begreift daher auch nicht, was Faust in Wahrheit antreibt und zweifeln
: lässt.



Aber warum sollte es eines Gottes brauchen, um ein Universum
zu vergrößern? Jeder Mensch ist von Geburt dazu in der Lage.

Deine materialistische Einstellung kann nur zu Widersprüchen
führen, denn wie willst Du schon nur etwas so winziges wie
einen Apfel wahrnehmen, der mehr als 10^23 Atome besitzt,
wenn Du nur weniger als diese Anzahl Neuronen besitzt und
Du Dein Universum nicht erweitern kannst?
Manchmal steckt eben in einem beschränkten Körper auch ein
beschränkter Geist. Schade für Dich.

Aloha,
Norbert
From:Carsten Schultz <carsten@codimi.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 2006-01-15, WM <mueckenh@rz.fh-augsburg.de> wrote:
>
> Markus Sigg schrieb:
>
>
>> Ich weiß nicht, wie sie "wesentlich" definieren.
>
> Die Zahlen sind wesentlich, die reellen und insbesondere die ganzen.
>
>> >>>Sie konzedieren, daß FOPL die natürlichen Zahlen nicht eindeutig
>> >>>fassen kann. Sie wollen die Mathematik allein auf FOPL aufbauen, halten
>> >>>FOPL sogar für "die" Sprache der Arithmetik. Woher wissen Sie denn
>> >>
>> >>Nein, das will ich nicht. Wie kommen Sie denn darauf?
>> >
>> >
>> > Es schien mir so. Was verwenden Sie denn?
>>
>> Wie meinen Sie das?
>
> Ich möchte wissen, woher Sie die natürlichen Zahlen kennen, wenn
> PA-FOPL dazu nicht ausreicht. Was verwenden Sie sonst noch als
> Kriterum, um zu entscheiden, ob eine Zahl eine natürliche Zahl ist,
> oder nicht?

Die Bedeutung von "zu entscheiden, ob eine Zahl eine natürliche Zahl
ist" ist mir nicht klar. Vor allem, weil man dazu zunächst wissen
müsste, was eine Zahl ist. PA redet auch über nichts anderes als
natürliche Zahlen, daher ist die Frage in diesem Zusammenhang völlig
bedeutungslos.

Die Frage ist, welche Aussagen über natürliche Zahlen wahr sind.

Gruß,

Carsten

--
Carsten Schultz (2:38, 33:47)
http://carsten.codimi.de/
PGP/GPG key on the pgp.net key servers,
fingerprint on my home page.
From:"albrecht" <albstorz@gmx.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$




hbdere wrote:

Dazu habe ich einiges anzumerken.

> WM wrote:
> > > Hier ist es nur noch voellig sinnfreies
> > > Schwadronieren. Wen auf der weiten Welt interessiert es denn nur fuer
> > > fuenf Pfennig, ob "oo" nun als "Zahl" oder als "Quantitaet" gemeint
> > > ist?
> > Es hat Cantor sein ganzes Leben lang interessiert. Mit Ihrer
> > Einstellung h=E4tte er sich gleich von der Mathematik zur=FCckgezogen.
> > Und es interessiert noch immer jeden, der sein wundersch=F6nes
> > Diagonalargument von 1890 nachvollziehen m=F6chte. Da wird der
> > Zahlcharakter n=E4mlich ben=F6tigt.
> Das muessen Sie mir erklaeren. Das ist mir naemlich gar nicht
> einsichtig. Aber wenn Sie es mir erklaeren, dann versuchen Sie doch zur
> Abwechslung mal, es typkorrekt zu machen. Zahl im Sinne von
> "natuerlicher Zahl" wird im Diagonalargument AFAIK nicht benoetigt. Was
> heisst eigentlich "Zahlcharakter"?
>
> > Es geht darum, da=DF zwei nat=FCrliche Zahlen sich um mindestens 1
> > unterscheiden. Vor und nach Cantor. Und wenn wir unendlich viele
> > Unterschiede von 1 haben, dann ist das eben keine endliche Zahl mehr.
> > Es gibt also keine unendliche Menge endlicher Zahlen. Das ist aber das
> > Fundament der ML.
> Jetzt wird mir einiges klar. Was Sie hier betreiben, ist Physik. Man
> schaut sich etwas an, spielt mit den Parametern und schliesst auf die
> Zusammenhaenge.
> Es wird Sie nun vielleicht nicht wundern, dass Mathematik nun eben so
> nicht funktioniert. Sie koennen eben nicht einfach aus dem Endlichen
> aufs Unendliche schliessen. Beispiele dafuer hab ich ja schon gebracht,
> wie ueblich wurden sie ignoriert. Ebenso wie der klassische Einwand,
> dass eine endliche Menge aller natuerlicher Zahlen eine groesste Zahl
> haben muesste, und da man zu der 1 dazuzaehlen koennte, gaebe es eine
> Groessere, Widerspruch, und damit ist die Menge der natuerlichen Zahlen
> unendlich.
> Ficht Sie nicht an, dass dieser simpelste aller Beweise Ihre Sichtweise
> widerlegt?

Was zeigt denn dieser Beweis? Das die nat=FCrlichen Zahlen als in einer
Menge zusammengefasst angesehen werden k=F6nnen? Nein.
Das sollte doch inzwischen allen klar sein, dass niemand die
Unendlichkeit der nat=FCrlichen Zahlen anzweifelt. Die Frage ist doch,
ob es legitim ist, deren Gesamtheit als Menge aufzufassen.



> Das wuerde allerdings erklaeren, warum die "Kritik"
> bevorzugt von Physikern kommt, die in Mathematik allenfalls Laienstatus
> haben. Eine "social text affair" wird Ihnen mit der Mathematik aller
> Voraussicht nach nicht gelingen. Dafuer muessten Sie schon etwas weiter
> oben einsteigen, wo die Dinge nicht mehr jedem Erstsemester klar sein
> sollten.
>
> Nebenbei bemerkt, Ihre Ansicht ist auch schon deshalb fragwuerdig, weil
> man Unendlichkeiten nicht einfach uebertragen kann - der besagte
> Typfehler. Eine Mengen kann unendlich sein, auch wenn die Elemente der
> Menge begrenzt sind - Beispiel waeren die Bruchzahlen mit Zaehler 1.

Eben dies halte ich f=FCr ein Argument, das voll nach hinten losgeht.
Hast Du Dir Gedanken dar=FCber gemacht, was f=FCr eine Rolle die Null in
Deinem Beispiel spielt? Wenn unendlich viele Br=FCche mit Z=E4hler 1
ungleich Null sind, mit welcher Berechigung kann man den Limes dieser
Folge als Null ansehen?
Die Null wird ja als das Objekt angesehen, dass die Folge in dem
fiktiven Fall "unendlich" eben erreicht. Wenn unendlich viele
Folgeglieder von (1/n) ungleich Null sind, dann m=FCsste man ja die Null
im "=DCberunendlichen" angesiedelt ansehen.

Der Limes der Folge 1/n mit n e |N und n -> oo gleich 0 besagt eben,
dass bei einem fiktiven erreichen von unendlichem n der Wert von 1/n
als Null angesehen wird.
Obwohl die Folge unendlich viele Werte enth=E4lt, ist keiner Null. Wenn
n einen fiktiven unendlichen Wert erreicht, ist 1/n =3D 0.
Wievielerlei Unendlichkeiten stecken denn da eigentlich drin?
Ich finde zwei: Man k=F6nnte sie aktual und potentiell nennen.
=20


Gru=DF
Albrecht Storz

From:Peter Niessen <peter-niessen@arcor.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Am 14 Jan 2006 13:34:29 -0800 schrieb albrecht:

> Eben dies halte ich für ein Argument, das voll nach hinten losgeht.
> Hast Du Dir Gedanken darüber gemacht, was für eine Rolle die Null in
> Deinem Beispiel spielt? Wenn unendlich viele Brüche mit Zähler 1
> ungleich Null sind, mit welcher Berechigung kann man den Limes dieser
> Folge als Null ansehen?
> Die Null wird ja als das Objekt angesehen, dass die Folge in dem
> fiktiven Fall "unendlich" eben erreicht. Wenn unendlich viele
> Folgeglieder von (1/n) ungleich Null sind, dann müsste man ja die Null
> im "Überunendlichen" angesiedelt ansehen.
>
> Der Limes der Folge 1/n mit n e |N und n -> oo gleich 0 besagt eben,
> dass bei einem fiktiven erreichen von unendlichem n der Wert von 1/n
> als Null angesehen wird.
> Obwohl die Folge unendlich viele Werte enthält, ist keiner Null. Wenn
> n einen fiktiven unendlichen Wert erreicht, ist 1/n = 0.
> Wievielerlei Unendlichkeiten stecken denn da eigentlich drin?
> Ich finde zwei: Man könnte sie aktual und potentiell nennen.

Du machst einen Denkfehler:
Für die Folge 1/n gilt:
1. Sie ist begrenzt
2. Die Grenzen sind 0 und 1
3. 0 ist die größte untere Grenze der Folge aber nicht Element der Folge.
Aber: Es gibt kein e > 0 das kleiner als jedes Folgeglied ist. Der Limes
ist als das einzige kleinste/größte Element definiert so das in jeder
Umgebung Limes +-e stets unendlich viele Elemente der Folge liegen.
Beachte: hier ist 1 eine Grenze und Element der Folge aber kein Limes.
Deshalb darf ich die Folge 1/n (und jede andere mit der gleichen
Eigenschaft) als Repräsentanten der 0 ansehen egal ob die 0 Element der
Folge ist oder nicht. Für konvergente Folgen gelten die normalen
Rechenregeln. Sprich man darf sie ungestraft addieren und multiplizieren.
lim(a)+lim(b)=lim(a+b) usw.
Und das ist der "Trick":
Die Folgen werden so zu einem Modell der rellen Zahlen wobei für die
Elemente der Folgen schon reicht wenn sie Element Q sind, also eine
wirklich nette Eigenschaft.
Mit der Bemerkung das man aus n->n+1 nicht folgern kann das die Gesamtheit
eine konsistente Menge ist hast du wohl recht. Dieser Punkt ist natürlich
notwendig damit 1/n Repäsentant der 0 sein kann. Aber ausser für Mückenheim
sind diese Axiome so selbstverständlich das man nicht darüber nachdenkt.
Sehe es dem Poster also nach.
--
Mit freundlichen Grüßen
Peter Nießen

Wer das Konzept der Unendlichkeit verstehen will, muss nur das Ausmass
menschlicher Dummheit betrachten.
(Voltaire)
From:Christopher Creutzig <christopher@creutzig.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Peter Niessen wrote:

> Aber: Es gibt kein e > 0 das kleiner als jedes Folgeglied ist. Der Limes
> ist als das einzige kleinste/größte Element definiert so das in jeder
> Umgebung Limes +-e stets unendlich viele Elemente der Folge liegen.

Was meinst Du hier mit „kleinste/größte“? Richtig (wenn auch
ungewöhnlich formuliert) wäre:

Der Limes ist als das einzige Element definiert so dass in jeder
Umgebung Limes +-e mit e>0 stets unendlich viele Elemente der Folge liegen.

> Mit der Bemerkung das man aus n->n+1 nicht folgern kann das die Gesamtheit
> eine konsistente Menge ist hast du wohl recht. Dieser Punkt ist natürlich

Deswegen gibt es in ZFC ja auch das Unendlichkeitsaxiom.


Gruß,
Christopher
From:Rainer Rosenthal <r.rosenthal@web.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Christopher Creutzig schrieb:

> Richtig (wenn auch ungewöhnlich formuliert) wäre:
>
> Der Limes ist als das einzige Element definiert so dass in jeder
> Umgebung Limes +-e mit e>0 stets unendlich viele Elemente der Folge liegen.

Wie Lukas-Fabian schon bemerkte: Auch wenn eine Folge nur
einen einzigen Häufungspunkt besitzt, muss sie nicht
konvergent sein. Es ist halt ein unterschied zwischen
"unendlich viele" und "fast alle".

Wirklich richtig ist mit dem obigen Sprachgebrauch:

Der Limes ist als das einzige Element definiert, so dass
in jeder Umgebung Limes +-e mit e>0 stets fast alle
Elemente der Folge liegen.

Dabei bedeutet "fast alle", was Du weisst, für andere aber erklärungs-
bedürftig sein könnte: "für alle bis auf endlich viele".

Gruss,
Rainer Rosenthal
r.rosenthal@web.de

From:Christopher Creutzig <christopher@creutzig.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Rainer Rosenthal wrote:

> Wie Lukas-Fabian schon bemerkte: Auch wenn eine Folge nur
> einen einzigen Häufungspunkt besitzt, muss sie nicht
> konvergent sein. Es ist halt ein unterschied zwischen
> "unendlich viele" und "fast alle".

Ack. I stand corrected.


Gruß,
Christopher
From:Rainer Rosenthal <r.rosenthal@web.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Peter Niessen schrieb:

> Der Limes ist als das einzige kleinste/größte
> Element definiert so das in jeder Umgebung
> Limes +-e stets unendlich viele Elemente
> der Folge liegen.

Hallo Peter,

Du brauchst die Asche noch nicht aus dem Haar zu bürsten.

Es ist zwar richtig, dass in jeder Umgebung des Limes
einer Folge unendlich viele Folgenelemente liegen, aber
dazu muss die Folge auch wirklich konvergieren.

Wenn Du irgendeine Folge F hast und irgendeine Zahl Z,
so dass in jeder Umgebung von Z unendlich viele Glieder
der Folge F sind, dann gilt lediglich: Z ist Häufungspunkt
der Folge F.

Und nochmal kurz und prägnant: Der Limes einer Folge ist
zugleich auch ein Häufungspunkt. Eine Folge kann aber
Häufungspunkte besitzen ohne einen Limes zu besitzen.

Beispiel:
F(n) = (-1)^n hat keinen Limes aber zwei Häufungspunkte.

Gruss,
Rainer Rosenthal
r.rosenthal@web.de

P.S. Kannst Du Dir vorstellen, dass Deine Threadverlängerungen
an anderen Stellen ähnlich daneben sind? Dort ist allerdings
das Widerlegen etwas komplizierter und das Posten um des
Postens willen eher angesagt :-(
From:Peter Niessen <peter-niessen@arcor.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Am Sun, 15 Jan 2006 10:34:56 +0100 schrieb Rainer Rosenthal:

> Peter Niessen schrieb:
>
>> Der Limes ist als das einzige kleinste/größte
>> Element definiert so das in jeder Umgebung
>> Limes +-e stets unendlich viele Elemente
>> der Folge liegen.
>
> Hallo Peter,
>
> Du brauchst die Asche noch nicht aus dem Haar zu bürsten.

Hallo Rainer
In dem Fall:
Schlichte Dämlichkeit (Brillenträger) wenn man bei einem Bruchstrich Oben
und Unten verwechselt.

> Es ist zwar richtig, dass in jeder Umgebung des Limes
> einer Folge unendlich viele Folgenelemente liegen, aber
> dazu muss die Folge auch wirklich konvergieren.

Ich hatte aber extra geschrieben:
Der Limes ist der einzige Punkt mit der \epsilon Eigenschaft.

> Wenn Du irgendeine Folge F hast und irgendeine Zahl Z,
> so dass in jeder Umgebung von Z unendlich viele Glieder
> der Folge F sind, dann gilt lediglich: Z ist Häufungspunkt
> der Folge F.
>
> Und nochmal kurz und prägnant: Der Limes einer Folge ist
> zugleich auch ein Häufungspunkt. Eine Folge kann aber
> Häufungspunkte besitzen ohne einen Limes zu besitzen.

Ich gebe dir Recht:
Auch wenn es mehr Arbeit kostet: Genau formulieren muss einfach sein.
--
Mit freundlichen Grüßen
Peter Nießen
From:Lukas-Fabian Moser <lfm@gmx.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Hallo,

On Sun, 15 Jan 2006 12:55:36 +0100, Peter Niessen
<peter-niessen@arcor.de> wrote:

>> Es ist zwar richtig, dass in jeder Umgebung des Limes
>> einer Folge unendlich viele Folgenelemente liegen, aber
>> dazu muss die Folge auch wirklich konvergieren.

>Ich hatte aber extra geschrieben:
>Der Limes ist der einzige Punkt mit der \epsilon Eigenschaft.

Auch das hilft nicht viel, betrachte die Folge

0,1,0,2,0,3,0,4,0,5,...

Sie erfüllt deine Eigenschaft, daß es nämlich genau einen einzigen
Punkt gibt mit der Eigenschaft, daß jede seiner Umgebungen unendlich
viele Folgenglieder enthält - aber konvergent ist die Folge trotzdem
nicht.

Grüße, Lukas
From:Peter Niessen <peter-niessen@arcor.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Am Sun, 15 Jan 2006 13:22:23 +0100 schrieb Lukas-Fabian Moser:

> Hallo,
>
> On Sun, 15 Jan 2006 12:55:36 +0100, Peter Niessen
> <peter-niessen@arcor.de> wrote:
>
>>> Es ist zwar richtig, dass in jeder Umgebung des Limes
>>> einer Folge unendlich viele Folgenelemente liegen, aber
>>> dazu muss die Folge auch wirklich konvergieren.
>
>>Ich hatte aber extra geschrieben:
>>Der Limes ist der einzige Punkt mit der \epsilon Eigenschaft.
>
> Auch das hilft nicht viel, betrachte die Folge
>
> 0,1,0,2,0,3,0,4,0,5,...
>
> Sie erfüllt deine Eigenschaft, daß es nämlich genau einen einzigen
> Punkt gibt mit der Eigenschaft, daß jede seiner Umgebungen unendlich
> viele Folgenglieder enthält - aber konvergent ist die Folge trotzdem
> nicht.

Richtig sie ist ja nicht beschränkt.
Aber ich sagte ja schon zu Rainer:
Ich muss mir angewöhnen exakt zu formulieren. Aus notwendiger Bedingung
folgt ja nicht hinreichend und schon hat man den Ärger.
--
Mit freundlichen Grüßen
Peter Nießen
From:"peter schurr" <peter.schurr@freenet.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Peter Niessen schrieb:

> Am 13 Jan 2006 12:17:31 -0800 schrieb peter schurr:
>
> >> Punktemenge gleichgross? Solche Worte allein deuten doch schon in
> >> Richtung Cantorschen Widersinns. Fl=E4che, Linie und Volumen sind nich=
t in
> >> endlich viele Punkte aufl=F6sbar.
> > Nicht nur "in Richtung Cantor", das stammt von ihm. Auf diese Weise hat
> > er ja "bewiesen", dass jedes Intervall des Kontinuums eine
> > Unendlichkeit darstellt, die in ihrer M=E4chtigkeit sich nicht
> > unterscheidet, egal ob sie ein Ausschnitt einer Strecke, einer Fl=E4che,
> > eines Volumens, oder des n-Dimensionalen repr=E4sentiert.
>
> Es steht dir frei das Gegenteil zu beweisen.
> Bis dahin gilt:
> Zwei Dummk=F6pfe treffen sich und raunen sich Dummheiten zu.
> --
> Mit freundlichen Gr=FC=DFen
> Peter Nie=DFen
>
> Wer das Konzept der Unendlichkeit verstehen will, muss nur das Ausmass
> menschlicher Dummheit betrachten.
> (Voltaire)

Das sieht man auch daran, dass der durch Zitate P=F6belnde, sich stets
auf der richtigen Seite w=E4hnt...

Wenn Alles was wir hier durchgehen so absurd und belanglos ist, was
macht dir dann solche Angst, dass du keinen Beitrag unbeschmutzt stehen
lassen kannst?
Warum gehst du nicht mal nach innen und schaust nach der Wurzel deiner
=C4ngste. Deine Agressionen und deine Sucht, andere, direkt und durch
die Blume, bei jeder sich bietenden Gelegenheit pers=F6nlich
anzust=E4nkern, geht doch schon ins Krankhafte.

Mach doch einfach einen eigenen Faden auf, auf dem du deine
titanenhafte =DCberlegenheit auf kreative und positive Weise zum
Ausdruck bringen kannst. Aber vielleicht k=E4me da nichts. Was bringst
du an neuen Sichtweisen oder eigenen Folgerungen auf die Reihe? Ein
Schrittchen neben dem Mainstream hast du doch die Hosen schon
gestrichen voll. Routinem=E4ssig fremde Sandburgen zu zertreten ist auch
ein Ausweg, wenn man selbst nix zu Stande bringt...

Ich w=FCnsch dir von Herzen gute Besserung und ein paar Erkenntnisse
auch auf nichmathematischem Terrain. Dar=FCber hinaus werde ich deinen
psychologischen Eiter zuk=FCnftig ignorieren. Der ist mir zu pathogen.

Gruss,=20
Peter Schurr

From:Peter Niessen <peter-niessen@arcor.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Am 14 Jan 2006 05:28:45 -0800 schrieb peter schurr:


>> Wer das Konzept der Unendlichkeit verstehen will, muss nur das Ausmass
>> menschlicher Dummheit betrachten.
>> (Voltaire)
>
> Das sieht man auch daran, dass der durch Zitate Pöbelnde, sich stets
> auf der richtigen Seite wähnt...
>
> Wenn Alles was wir hier durchgehen so absurd und belanglos ist, was
> macht dir dann solche Angst, dass du keinen Beitrag unbeschmutzt stehen
> lassen kannst?

Oh! Die beleidigte Leberwurst?
Beweise ganz einfach:
Es gibt keine Bijektion R<->R^2 (hast du ja Behauptet)
Solange du das nicht kannst ist dein Text geschwafel.
--
Mit freundlichen Grüßen
Peter Nießen
From:"hbdere" <hbdere@gmx.net>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:
> > Hier ist es nur noch voellig sinnfreies
> > Schwadronieren. Wen auf der weiten Welt interessiert es denn nur fuer
> > fuenf Pfennig, ob "oo" nun als "Zahl" oder als "Quantitaet" gemeint
> > ist?
> Es hat Cantor sein ganzes Leben lang interessiert. Mit Ihrer
> Einstellung h=E4tte er sich gleich von der Mathematik zur=FCckgezogen.
> Und es interessiert noch immer jeden, der sein wundersch=F6nes
> Diagonalargument von 1890 nachvollziehen m=F6chte. Da wird der
> Zahlcharakter n=E4mlich ben=F6tigt.
Das muessen Sie mir erklaeren. Das ist mir naemlich gar nicht
einsichtig. Aber wenn Sie es mir erklaeren, dann versuchen Sie doch zur
Abwechslung mal, es typkorrekt zu machen. Zahl im Sinne von
"natuerlicher Zahl" wird im Diagonalargument AFAIK nicht benoetigt. Was
heisst eigentlich "Zahlcharakter"?

> Es geht darum, da=DF zwei nat=FCrliche Zahlen sich um mindestens 1
> unterscheiden. Vor und nach Cantor. Und wenn wir unendlich viele
> Unterschiede von 1 haben, dann ist das eben keine endliche Zahl mehr.
> Es gibt also keine unendliche Menge endlicher Zahlen. Das ist aber das
> Fundament der ML.
Jetzt wird mir einiges klar. Was Sie hier betreiben, ist Physik. Man
schaut sich etwas an, spielt mit den Parametern und schliesst auf die
Zusammenhaenge.
Es wird Sie nun vielleicht nicht wundern, dass Mathematik nun eben so
nicht funktioniert. Sie koennen eben nicht einfach aus dem Endlichen
aufs Unendliche schliessen. Beispiele dafuer hab ich ja schon gebracht,
wie ueblich wurden sie ignoriert. Ebenso wie der klassische Einwand,
dass eine endliche Menge aller natuerlicher Zahlen eine groesste Zahl
haben muesste, und da man zu der 1 dazuzaehlen koennte, gaebe es eine
Groessere, Widerspruch, und damit ist die Menge der natuerlichen Zahlen
unendlich.
Ficht Sie nicht an, dass dieser simpelste aller Beweise Ihre Sichtweise
widerlegt? Das wuerde allerdings erklaeren, warum die "Kritik"
bevorzugt von Physikern kommt, die in Mathematik allenfalls Laienstatus
haben. Eine "social text affair" wird Ihnen mit der Mathematik aller
Voraussicht nach nicht gelingen. Dafuer muessten Sie schon etwas weiter
oben einsteigen, wo die Dinge nicht mehr jedem Erstsemester klar sein
sollten.

Nebenbei bemerkt, Ihre Ansicht ist auch schon deshalb fragwuerdig, weil
man Unendlichkeiten nicht einfach uebertragen kann - der besagte
Typfehler. Eine Mengen kann unendlich sein, auch wenn die Elemente der
Menge begrenzt sind - Beispiel waeren die Bruchzahlen mit Zaehler 1.
Eine endliche Menge kann unendlich grosse Elemente enthalten - z.B. die
Menge aller Folgen, die nur aus a bestehen (oder auch {IN}) - wobei
auch hier erst einmal zu klaeren waere, was "Groesse" ueberhaupt ist.
Dass die Menge der natuerlichen Zahlen unendlich ist, aber nur endliche
Elemente enthaelt, ist insofern voellig natuerlich und verwundert
eigentlich auf Dauer nur den, der davon verwundert werden will.

> Aber das habe ich doch schon 1000 mal getan! Jedes Pfadb=FCndel kriegt
> die Kante zugeordet, die es durchl=E4uft. Bei einer Verzweigung wird das
> angesammelte Kantenverm=F6gen geteilt. Wenn eine vollst=E4ndige Zahl in
> Cantors Liste existiert, dann existieren auch alle reellen Zahlen aus
> [0, 1] im Baum. Und im Unendlichen werden aus Padb=FCndeln Pfade, von
> denen jeder mehr als eine Kante tr=E4gt. Einfacher geht es doch nicht!
Ja, bis auf den letzten Satz, den ich einfach nicht versteh, ist das in
Ordnung. Aber die Menge der Pfade in dem Baum ist ueberabzaehlbar. Wenn
Sie einmal Ihren Einwand gegen diesen Sachverhalt mathematisch
hinschreiben koennten, dann koennte man da auch drueber reden und nicht
nur schwadronieren. Etwas einfach zu behaupten ist in der Mathematik
genau nix wert - selbst eine "Vermutung" ist von ganz anderer
Qualitaet.

Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie noch nie einen mathematischen
Beweis gefuehrt haben? Ich meine, selbst und ausserhalb einer Uebung?
In einer Publikation oder vergleichbarem?

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:

> Ich m=F6chte mich nicht mit solchen H=E4ppchen abgeben. Legen Sie doch
> einen vollst=E4ndigen pr=E4zisierten Beweis mit mathematischen Begriffen
> vor, ganz ohne Poesie und Unterhaltungswert.

Versuchen Sie doch einmal, etwas ganz Neues zu denken, was Sie
vielleich noch nie gedacht haben, und nicht immer nur in den alten
ausgetretenen Pfaden (?) zu wandeln.

Der Baum ist ein guter Ansatzpunkt daf=FCr. Er zeigt, da=DF bis zur Ebene
n genau 2^(n+1) - 2 Kanten und 2^n Pfade existieren. "Unendlich"
bedeutet nichts anderes, als da=DF dieses Gesetz immer weiter gilt, bis
zu beliebig gro=DFen n. Nichts anderes bedeutet das Unendlich f=FCr
Cantors Liste: Sie besitzt kein Ende, sondern an einer Stelle
angelangt, kann man immer weiter gehen z. B. verdoppeln, verzehnfachen,
ja verhundertfachen.

Wie weit Sie im Baum auch gehen, immer gibt es mehr Kanten als
Pfademengen. Cantor pflegt in solchen F=E4llen zu sagen: "und es
erf=E4hrt daher der aus unsrer Regel resultierende Zuordnungsproze=DF
keinen Stillstand." Das bezeicnet das Unendliche. Und damit hat er
recht.

Ich bin sicher, er h=E4tte meinen Baum auf Anhieb verstanden. Leider
l=E4=DFt sich dar=FCber kein Nachweis mehr f=FChren.
>
> >>Falls Ihre Argumentation sauber ist, l=E4=DFt sie sich auch pr=E4zisier=
en und
> >>mathematisch formulieren. Machen Sie das doch einfach!

Leider l=E4=DFt sich nicht alles mit dieser FOPL erfassen. Darum ist es
nicht einfach zu machen. Genau aus diesem Grunde vermutlich, gilt ZFC
noch als unwiderlegt. Wenn Sie es schaffen k=F6nnten - w=E4re das nicht
sehr interessant?
> >
> >
> > Nicht alles saubere l=E4=DFt sich in FOPL formulieren. Was glauben Sie,
> > weshalb bisher dort noch kein Widerspruch aufgedeckt wurde?
>
> Was glauben Sie, weshalb die Mathematiker solche logischen Systeme
> eingef=FChrt haben?

Um ZFC zu sichern und Widerspr=FCche fernzuhalten nat=FCrlich.
>
> Das M=FCckenheim-System ist inkonsistent.

Ich kann nur immer wieder versichern, es gibt kein M=FCckenheim System.
Selbst bei strenger Befragung unter der Folter k=F6nnte ich nichts
anderes sagen.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 19 Jan 2006 03:41:04 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
> Der Baum ist ein guter Ansatzpunkt dafür. Er zeigt, daß bis zur Ebene
> n genau 2^(n+1) - 2 Kanten und 2^n Pfade existieren. "Unendlich"
> bedeutet nichts anderes, als daß dieses Gesetz immer weiter gilt,
> bis zu beliebig großen n [e IN].
>
In der Tat. :-)

>
> Nichts anderes bedeutet das Unendlich für Cantors Liste: Sie besitzt
> kein Ende, sondern an einer Stelle angelangt, kann man immer weiter
> gehen z. B. verdoppeln, verzehnfachen, ja verhundertfachen.
>
Ja, ja. So ist es. :-)

Nur wenn wir den g a n z e n unendlichen binären Baum betrachten,
können wir eben kein n e IN angeben, sodaß die Formeln 2^(n+1)-2
bzw. 2^n die Anzahl der Kanten bzw. Pfade angeben.

>>>>
>>>> Falls Ihre Argumentation sauber ist, läßt sie sich auch präzisieren und
>>>> mathematisch formulieren. Machen Sie das doch einfach!
>>>>
> Leider läßt sich nicht alles mit dieser FOPL erfassen. Darum ist es
> nicht einfach zu machen.
>
Ich glaube nicht, dass hier jemand etwas dagegen hätte, wenn Sie den
Beweis in einem prädikatenlogischen System der 2. Ordnung (oder gar
noch höherer Ordnung) führen. (Kurz zur Erklärung: Die Logik 2.
Ordnung erlaubt das Quantifizieren über Prädikate/Eigenschaften.)


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

albrecht schrieb:

> WM wrote:
>
> >
> > Die geometrische Reihe 1 + 1/2 + 1/4 + 1/8 + ... besitzt den Wert 2,
> > ohne da=DF sie irgendwo aufh=F6rt. Warum mu=DF meine irgendwo anfangen?
> > Wir ben=F6tigen lediglich den Grenzwert des folgenden Objektes:
> >
> > 1
> > 1/2 + 1
> > 1/4 + 1/2 + 1
> > 1/8 + 1/4 + 1/2 + 1
> > ...
> >
> > Ich sage "Objekt", weil ich ihm in der Literatur noch nicht begegnet
> > bin und daher seinen Namen nicht kenne, wenn es denn schon einen
> > besitzen sollte. Trotzdem wage ich zu behaupten, da=DF der Grenzwert
> > f=FCr die Gliederzahl n --> oo genau 2 ist.
> >
>
>
> Na, da ist doch wohl die Partialsummenfolge der Folge 1/(2^n) mit n =3D
> 0, 1, 2, 3, ... gemeint, oder nicht? Deren Grenzwert ist die unendliche
> Reihe bzw. "Summe" der Reihe(1/(2^n)) =3D 2.

Richtig. Nur f=E4ngt sie hier von hinten an. Das =E4ndert nichts an ihrem
Wert und seiner Aussage. Aber manche Orthodoxen lehnen alles ab, was
nicht in ihren Kram pa=DFt.

So lechzen sie stets nach einer Bijektion von P mit |N als Beweis der
Abz=E4hlbarkeit von P. Der Nachweis, da=DF die Menge P eine geringere
Anzahl von Elementen besitzt als eine Menge K gilt ihnen nichts, selbt
wenn K in Bijektion mit |N steht.

Gru=DF, WM

From:Carsten Schultz <carsten@codimi.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 2006-01-26, WM <mueckenh@rz.fh-augsburg.de> wrote:
> So lechzen sie stets nach einer Bijektion von P mit |N als Beweis der
> Abzählbarkeit von P.

Wirklich unpassend, zu verlangen, sich beim Nachweis einer Eigenschaft
an die Definition dieser Eigenschaft zu halten.

Carsten

--
Carsten Schultz (2:38, 33:47)
http://carsten.codimi.de/
PGP/GPG key on the pgp.net key servers,
fingerprint on my home page.
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Christopher Creutzig schrieb:

> WM wrote:
>
> > So. F=E4llt Dir noch etwas ein, oder sind wir fertig?
>
> F=FCr den Moment gen=FCgen mir die bereits genannten Argumente. Dass Du
> ihre Relevanz und Korrektheit nicht sehen *willst*, ist mir schon klar.

Wer sichert denn die Stetigkeit der Cantorschen Diagonale? Die im
Verlauf von 115 Jahren eingebrannte Gew=F6hnung?

Solange die Zeilen in Cantors Liste oder die Ebenen im bin=E4ren Baum
mit endlichen, nat=FCrlichen Zahlen bezeichnet werden, solange gelten
die daf=FCr verwendeten Gesetzm=E4=DFigkeiten:
Bei Cantor: a_nn wird ausgetauscht gegen d_n.
Bei mir: 2^(n+1) -2 > 2^n f=FCr n > 1.
Im Grenzfalle n =3D omega m=FC=DFte f=FCr beide Ans=E4tze Stetigkeit
nachgewiesen werden.
Im Falle Cantors ist die Stetigkeit n=E4mlich auch nicht unmittelbar
einsichtig. Ich erinnere nur an folgenden Umstand, der immer wieder
verdr=E4ngt wird: Die Diagonalziffer a_nn ist nur solange definiert ist,
wie n endlich ist, also n < omega. Die Zeilenzahl in Cantors Liste ist
aber omega, also gr=F6=DFer als jede endliche Zahl. Ein Unterschied
zwischen d_n * 10^-omega und a_nn * 10^-omega besteht nicht mehr.

Nun k=F6nnte man argumentieren, da=DF das Rechnen mit dem Unendlichen
=FCberhaupt sinnlos ist und daher beide Argumente die f=FCr mathematische
Beweise zu fordernde Strenge vermissen lassen (und man h=E4tte recht).
Solange man aber Cantors Argument f=FCr korrekt h=E4lt, solange kann man
sich nicht auf irgendwelche Stetigkeitsbedenken nur in meinem Falle
zur=FCckziehen.

Oder man k=F6nnte argumentieren, da=DF omega niemals erreicht wird
(nat=FCrlich ohne auf die vollst=E4ndige Existenz von irrationalen Zahlen
zu verzichten). Dann ist n immer endlich, trotzdem ist alles
vollst=E4ndig, und f=FCr irgendwelche Stetigkeitszweifel besteht
=FCberhaupt kein Anla=DF.
>
> > Nehmen wir einmal
> > an, Du w=FCrdest einsehen, da=DF Deine Argumente nicht greifen. Was w=
=E4re
> > daraus zu schlie=DFen?
>
> Dann m=FCsste ich nach weiteren Fehlern in der Argumentation suchen.
> W=FCrde ich keine finden, w=FCrde ich als N=E4chstes versuchen, die
> Argumentation zu einem vern=FCnftigen Beweis umzuformulieren. Sollte mir
> das gelingen, w=E4ren wir beide anschlie=DFend vielleicht ziemlich verhas=
st,
> auf jeden Fall =E4u=DFerst bekannt.

Ich glaube, man darf nicht von den schlimmsten dsm-Typen auf honorige
Mathematiker schlie=DFen. Ich habe in privater Korrespondenz noch keine
Ha=DFprediger kennengelernt. Das Klima hier wird haupts=E4chlich durch
psychologische Effekte verursacht, die schon Wilhelm Busch in zwei
Vierzeilern deutlich herausgearbeitet hat:

Der klugen Leute Ungeschick
Stimmt uns besonders heiter;
Man f=FChlt doch f=FCr den Augenblick
Sich auch einmal gescheiter.

Wenn andre kl=FCger sind als wir,
Das macht uns selten nur Pl=E4sier,
Doch die Gewi=DFheit, da=DF sie d=FCmmer,
Erfreut fast immer.

Einige erleben hier wenig Erfreuliches. Der st=E4ndige Frust schl=E4gt in
Aggression um.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 26 Jan 2006 02:55:32 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
> Wer sichert denn die Stetigkeit der Cantorschen Diagonale?
>
Kannst Du kurz umreißen, worum es Dir hier geht? Was verstehst Du
unter der /Stetigkeit der Cantorschen Diagonale/? Wie ist der Begriff
DEFINIERT? Wann ist sie nach dieser Definition stetig und wann nicht?
(->Kriterien?)

>
> Solange die Zeilen in Cantors Liste oder die Ebenen im binären Baum
> mit endlichen, natürlichen Zahlen bezeichnet werden, solange gelten
> die dafür verwendeten Gesetzmäßigkeiten: Bei Cantor: a_nn wird aus-
> getauscht gegen d_n.
>
Nein, da wird nix ausgetauscht. Man kann aber eine Zahl d so
definieren, dass man jede ihrer Stellen d_i angibt:

d_n := f(a_nn) für alle n e IN.

>
> Bei mir: 2^(n+1) - 2 > 2^n für n > 1.
>
Ja. Für jedes n e IN.

>
> Im Grenzfalle n = omega müßte für beide Ansätze Stetigkeit
> nachgewiesen werden.
> Im Falle Cantors ist die Stetigkeit nämlich auch nicht un-
> mittelbar einsichtig.
>
Herr, im Himmel, wovon redest Du eigentlich? :-o

>
> Ich erinnere nur an folgenden Umstand, der immer wieder
> verdrängt wird: Die Diagonalziffer a_nn ist nur solange
> definiert ist, wie n endlich ist, also n < omega.
>
Nein, dieser Umstand wird nicht "verdrängt". :-)

>>>>> d_n := f(a_nn) für alle n e IN. <<<<<

>
> Die Zeilenzahl in Cantors Liste ist aber omega, also größer
> als jede endliche Zahl.
>
Es ist hier besser von der /Anzahl der Zeilen/ zu sprechen, als von
der "Zeilenzahl". Die Anzahl der Zeilen ist aleph_0.

>
> Ein Unterschied zwischen d_n * 10^-omega und a_nn * 10^-omega be-
> steht nicht mehr.
>
Abgesehen davon, dass das das ziemlich sinnfrei ist, was Du hier
sagst, ist es auch noch völlig irrelevant, selbst w e n n es irgend-
einen Sinn h ä t t e.

>
> Nun könnte man argumentieren, daß das Rechnen mit dem Unendlichen
> überhaupt sinnlos ist [...]
>
Tatsächlich wird in Cantors Diagonalbeweis NICHT mit dem Unendlichen
(also irgendwelchen unendlichen Kardinal- oder Ordinalzahlen) gerech-
net. Auch die Definition der n-ten Stelle der Zahl d nimmt nur auf
endliche n (d. h. auf n e IN) bezug.

>
> Solange man aber Cantors Argument für korrekt hält [...]
>
Das tut man, ja.

>
> ...man könnte argumentieren, daß {...] n immer endlich ist, trotzdem
> ist alles vollständig [...]
>
Genau so argumentiert man.

>
> Der klugen Leute Ungeschick
> Stimmt uns besonders heiter;
> Man fühlt doch für den Augenblick
> Sich auch einmal gescheiter.
>
> Wenn andre klüger sind als wir,
> Das macht uns selten nur Pläsier,
> Doch die Gewißheit, daß sie dümmer,
> Erfreut fast immer.
>
Achselzuck. Das kann ich zwar (für mich) nicht nachvollziehen; bei Dir
mag es ja so sein.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Andreas Homrighausen <andreas.homrighausen@fernuni-hagen.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Amicus wrote:

> Nur wenn wir den g a n z e n unendlichen binären Baum betrachten,
> können wir eben kein n e IN angeben, sodaß die Formeln 2^(n+1)-2
> bzw. 2^n die Anzahl der Kanten bzw. Pfade angeben.

Genau so ist es! Hinzu kommt, dass es für den ganzen unendlichen
Baum keinen Sinn macht, den Begriff "Pfad" zu verwenden,
denn das ist nach Definition immer eine endliche Knotenfolge.
Eine schöne Eigenschaft hat dieser Baum:
Er enthält sich selbst abzählbar unendlich oft als Teilbaum,
da jeder Knoten des Baums selber wieder Wurzel eines solchen
Teilbaums ist ;-)

Einige Diskussionsteilnehmer erinnern mich in Ihrer
"Argumentations"weise an Herrn Meier, der
in eine Zoohandlung geht, dort einen Goldfisch kauft, diesen
zuhaus in eine Hundehütte sperrt und danach ein Paper mit dem
Titel "Der Fisch, ein Fehler der Natur: Er überlebt nicht
mal 5 Minuten" schreibt und jede Kritik mit "Seid Ihr dumm
und verblendet ihr Biologen!" abtut und eine Doktorarbeit
mit dem Titel "Gott ist doch nicht so perfekt! Der
Fisch, sein größter Fehler!" vorbereitet.

Am meisten stört mich dabei die fast schon unerträgliche
Überheblichkeit dieser Leute, sich Herauszunehmen, mehr zu
verstehen oder können zu wollen, als Generationen von Mathematikern.
Und das bei so einem einfachen Thema...
Nicht jeder Metzger ist schon gleich Herzchirurg, nur weil er
Fleisch aufschneidet und nicht jeder, der in der Kreisliga C
unfallfrei gegen einen Ball tritt, ist schon automatisch
Fußballnationalspieler ;-))

Tröstlich ist, dass man über Cantor noch in 100 Jahren
spricht und seine Leistung (in der Mathematik) würdigt. Zu einer
Zeit, wo die Beiträge unserer Spezis schon lange dort sind,
wo sind hingehören: Auf dem Friedhof der Lächerlichkeit...

Grüße,
Andreas
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Fri, 20 Jan 2006 12:41:23 +0100, Andreas Homrighausen
<andreas.homrighausen@fernuni-hagen.de> wrote:

>
> Genau so ist es! Hinzu kommt, dass es für den ganzen unendlichen
> Baum keinen Sinn macht, den Begriff "Pfad" zu verwenden,
> denn das ist nach Definition immer eine endliche Knotenfolge.
>
Huh? M. E. irrst Du hier. Für einem unendlichen Baum sind natürlich
auch unendliche Pfade definiert. Und ein unendlicher Pfad ist offen-
sichtlich (auch) ein Pfad. ;-)

>
> Eine schöne Eigenschaft hat dieser Baum:
> Er enthält sich selbst abzählbar unendlich oft als Teilbaum,
> da jeder Knoten des Baums selber wieder Wurzel eines solchen
> Teilbaums ist ;-)
>
Ja.

Und er besitzt überabzählbar viele (unendliche) Pfade.

>
> Am meisten stört mich dabei die fast schon unerträgliche
> Überheblichkeit dieser Leute, sich Herauszunehmen, mehr zu
> verstehen oder können zu wollen, als Generationen von Mathe-
> matikern.
>
Ja, das sehe ich auch so. Man könnte beinahe versucht sein, das für
eine bestimmte Form einer psychischen bzw. geistigen Störung zu
halten.

>
> Und das bei so einem einfachen Thema...
> Nicht jeder Metzger ist schon gleich Herzchirurg, nur weil er
> Fleisch aufschneidet und nicht jeder, der in der Kreisliga C
> unfallfrei gegen einen Ball tritt, ist schon automatisch
> Fußballnationalspieler ;-))
>
Ja, so würde es ein rational denkender Mensch wohl sehen.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:

> Markus Sigg schrieb:
>
>
>>Ich möchte mich nicht mit solchen Häppchen abgeben. Legen Sie doch
>>einen vollständigen präzisierten Beweis mit mathematischen Begriffen
>>vor, ganz ohne Poesie und Unterhaltungswert.
>
>
> Versuchen Sie doch einmal, etwas ganz Neues zu denken, was Sie
> vielleich noch nie gedacht haben, und nicht immer nur in den alten
> ausgetretenen Pfaden (?) zu wandeln.

Überlassen Sie mir, wann ich es für richtig halte, nach Neuerungen
und Verbesserungen zu suchen.

Oder wollten Sie damit nur andeuten, daß Sie etwas Neues gedacht haben,
das ich zur Kenntnis nehmen möge?

Oder ist das ein Lob auf Cantor, der es damals gewagt hat, etwas
revolutionär Neues zu denken?

> Der Baum ist ein guter Ansatzpunkt dafür. Er zeigt, daß bis zur Ebene
> n genau 2^(n+1) - 2 Kanten und 2^n Pfade existieren. "Unendlich"
> bedeutet nichts anderes, als daß dieses Gesetz immer weiter gilt, bis
> zu beliebig großen n. Nichts anderes bedeutet das Unendlich für
> (...)

Völliger Unsinn, genau wie das Weitere.

>>Was glauben Sie, weshalb die Mathematiker solche logischen Systeme
>>eingeführt haben?
>
>
> Um ZFC zu sichern und Widersprüche fernzuhalten natürlich.

Richtig. Um das mathematische Schließen auf eine sichere Grundlage
zu stellen. Und die Mathematiker haben die Sache gut gemacht, wie
man sieht. Ohne so ein System läuft man in die Probleme, die Sie
ständig haben.

>>Das Mückenheim-System ist inkonsistent.
>
>
> Ich kann nur immer wieder versichern, es gibt kein Mückenheim System.
> Selbst bei strenger Befragung unter der Folter könnte ich nichts
> anderes sagen.

Aha, also haben Sie doch nichts Neues? Was sollte dann die obige
Bemerkung?

Alles, was Sie haben, ist also ein gescheiterter Versuch, eine
Inkonsistenz in der Mengenlehre zu finden, der, wenn überhaupt
irgendwas, dann höchstens beweist, daß Ihre eigenen Begriffe
inkonsistent sind. Wenn Sie "Unendlich" definieren, wie Sie es oben
taten, und dann damit einen Widerspruch herleiten, dann haben
Sie gezeigt, daß Ihre Definition untauglich ist.

Gruß,
Markus Sigg
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:

> > Der Baum ist eine =FCbliche mathematische und deswegen durchaus nicht
> > erl=E4uterungsbed=FCrftige Struktur. Aber selbst wenn ich erstmals auf
> > diese Idee gekommen w=E4re, so k=F6nnte sie jeder Oberrealsch=FCler ohne
> > Probleme nachvollziehen.
>
> Jeder Oberrealsch=FCler kann sehen, da=DF Ihre undefinierten und uneinhei=
tlich
> benutzten Begriffe ("Pfad", "Pfadb=FCndel", "letzte Kante") faul sind.
>
"Letzte Kante" war ein Scherz, der allerdings keinen gr=F6=DFeren
Unerhaltungswert besitzt als die vollendete Unendlichkeit. "Pfad,
Knoten, Kante, Ebene" sind standard. Pfadb=FCndel ist eine etwas
poetische, aber wohl auch sehr suggestive Bezeichnung. Ich neige dazu,
m=F6glichst anschaulich zu erkl=E4ren. Aber statt dessen kann man auch
ganz prosaisch und korrekt "Pfadmenge" sagen.

> Falls Ihre Argumentation sauber ist, l=E4=DFt sie sich auch pr=E4zisieren=
und
> mathematisch formulieren. Machen Sie das doch einfach!

Nicht alles saubere l=E4=DFt sich in FOPL formulieren. Was glauben Sie,
weshalb bisher dort noch kein Widerspruch aufgedeckt wurde?

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:

> WM wrote:
>
> > Markus Sigg schrieb:
> >
> >
> >
> >>Unverst=E4ndliches Geblubber.
> >
> >
> > Wenn das h=E4ufiger auftritt, sollten Sie die Trennsch=E4rfe Ihrer
> > Rezeptoren =FCberpr=FCfen und ggf. neu justieren lassen. Geht der Fehler
> > aber auf die CPU zur=FCck, dann hilft meistens nur ein Austausch.
> >
> > Gru=DF, WM
>
> Und wo ist Ihre surjektive Abbildung?

Da kommt wohl doch nur der Austausch in Frage.

Gru=DF, WM

From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:
> Markus Sigg schrieb:
>
>
>>WM wrote:
>>
>>
>>>Markus Sigg schrieb:
>>>
>>>
>>>
>>>
>>>>Unverständliches Geblubber.
>>>
>>>
>>>Wenn das häufiger auftritt, sollten Sie die Trennschärfe Ihrer
>>>Rezeptoren überprüfen und ggf. neu justieren lassen. Geht der Fehler
>>>aber auf die CPU zurück, dann hilft meistens nur ein Austausch.
>>>
>>>Gruß, WM
>>
>>Und wo ist Ihre surjektive Abbildung?
>
>
> Da kommt wohl doch nur der Austausch in Frage.

Haben Sie meine Frage verstanden? Haben Sie die Begriffe "Abbildung"
und "surjektiv" verstanden?

Wo ist Ihre surjektive Abbildung der Menge der Kanten auf die Menge der
unendlichen Pfade?

Gruß,
Markus Sigg
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Sat, 28 Jan 2006 12:21:25 +0100, Markus Sigg <nomail@infimum.de>
wrote:

>>>>>
>>>>> Unverständliches Geblubber.
>>>>>

Es ist schon erstaunlich, dass das die _einhellige_ Meinung der
(allermeisten) Teilnehmer in diesem Forum ist, WM es aber offen-
bar vorzieht, diesen Sachverhalt zu ignorieren.

Das Beispiel mit dem Geisterfahrer (auf der Autobahn) ist hier schon
einige Male genannt worden. [...]


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 18 Jan 2006 06:08:40 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>>
>> Falls Ihre Argumentation sauber ist, läßt sie sich auch präzisieren und
>> mathematisch formulieren. Machen Sie das doch einfach!
>>
> Nicht alles saubere läßt sich in FOPL formulieren.
>
Wie sagt man heute doch so gern: "Umgekehrt wird ein Schuh draus."

Wenn Sie etwas in der Sprache der FOPL formulieren können, dann ist es
wenigstens /sauber/ formuliert. (Und ist damit einer _exakten_ mathe-
matischen Analyse/Bearbeitung zugänglich.)


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 18 Jan 2006 06:08:40 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
> "Letzte Kante" war ein Scherz [...]
>
Ja, wir haben alle sehr gelacht! :-)

Ein /unendlicher Baum/ mit einer /letzten Kante/, ein typischer
Mückenheim-Streich! :-)

>
> "Pfad, Knoten, Kante, Ebene" sind standard. Pfadbündel ist [...]
>
Es hat aber s e h r lange gedauert (und war nicht ganz einfach), ihnen
die Notwendigkeit der Unterscheidung zwischen Pfaden und "Pfadbündeln"
klar zu machen.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Rolf Albinger <rolf-albinger@onlinehome.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 18 Jan 2006 06:08:40 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
>Markus Sigg schrieb:
>
>> > Der Baum ist eine übliche mathematische und deswegen durchaus nicht
>> > erläuterungsbedürftige Struktur. Aber selbst wenn ich erstmals auf
>> > diese Idee gekommen wäre, so könnte sie jeder Oberrealschüler ohne
>> > Probleme nachvollziehen.
>>
>> Jeder Oberrealschüler kann sehen, daß Ihre undefinierten und uneinheitlich
>> benutzten Begriffe ("Pfad", "Pfadbündel", "letzte Kante") faul sind.
>>
>"Letzte Kante" war ein Scherz, der allerdings keinen größeren
>Unerhaltungswert besitzt als die vollendete Unendlichkeit. "Pfad,
>Knoten, Kante, Ebene" sind standard. Pfadbündel ist eine etwas
>poetische, aber wohl auch sehr suggestive Bezeichnung. Ich neige dazu,
>möglichst anschaulich zu erklären. Aber statt dessen kann man auch
>ganz prosaisch und korrekt "Pfadmenge" sagen.
>
>> Falls Ihre Argumentation sauber ist, läßt sie sich auch präzisieren und
>> mathematisch formulieren. Machen Sie das doch einfach!
>
>Nicht alles saubere läßt sich in FOPL formulieren.
Sowas nennt man Selbstimmunisierung.
>Was glauben Sie,
>weshalb bisher dort noch kein Widerspruch aufgedeckt wurde?
>
>Gruß, WM
Viel Spass weiterhin
Rolf
--
Wo Eckhard B. argumentiert, ist Buridans Esel nicht weit
From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:
> Markus Sigg schrieb:
>
>
>>>Der Baum ist eine übliche mathematische und deswegen durchaus nicht
>>>erläuterungsbedürftige Struktur. Aber selbst wenn ich erstmals auf
>>>diese Idee gekommen wäre, so könnte sie jeder Oberrealschüler ohne
>>>Probleme nachvollziehen.
>>
>>Jeder Oberrealschüler kann sehen, daß Ihre undefinierten und uneinheitlich
>>benutzten Begriffe ("Pfad", "Pfadbündel", "letzte Kante") faul sind.
>>
>
> "Letzte Kante" war ein Scherz, der allerdings keinen größeren
> Unerhaltungswert besitzt als die vollendete Unendlichkeit. "Pfad,
> Knoten, Kante, Ebene" sind standard. Pfadbündel ist eine etwas
> poetische, aber wohl auch sehr suggestive Bezeichnung. Ich neige dazu,
> möglichst anschaulich zu erklären. Aber statt dessen kann man auch
> ganz prosaisch und korrekt "Pfadmenge" sagen.

Ich möchte mich nicht mit solchen Häppchen abgeben. Legen Sie doch
einen vollständigen präzisierten Beweis mit mathematischen Begriffen
vor, ganz ohne Poesie und Unterhaltungswert.

>>Falls Ihre Argumentation sauber ist, läßt sie sich auch präzisieren und
>>mathematisch formulieren. Machen Sie das doch einfach!
>
>
> Nicht alles saubere läßt sich in FOPL formulieren. Was glauben Sie,
> weshalb bisher dort noch kein Widerspruch aufgedeckt wurde?

Was glauben Sie, weshalb die Mathematiker solche logischen Systeme
eingeführt haben?

Sie haben keine Logik. Das Mückenheim-System ist inkonsistent. Das haben
Sie mit Ihren Überlegungen zum binären Baum selbst bewiesen. Oder was
glauben Sie, bewiesen zu haben?

Gruß,
Markus Sigg
From:"albrecht" <albstorz@gmx.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

WM wrote:

>
> Die geometrische Reihe 1 + 1/2 + 1/4 + 1/8 + ... besitzt den Wert 2,
> ohne da=DF sie irgendwo aufh=F6rt. Warum mu=DF meine irgendwo anfangen?
> Wir ben=F6tigen lediglich den Grenzwert des folgenden Objektes:
>
> 1
> 1/2 + 1
> 1/4 + 1/2 + 1
> 1/8 + 1/4 + 1/2 + 1
> ...
>
> Ich sage "Objekt", weil ich ihm in der Literatur noch nicht begegnet
> bin und daher seinen Namen nicht kenne, wenn es denn schon einen
> besitzen sollte. Trotzdem wage ich zu behaupten, da=DF der Grenzwert
> f=FCr die Gliederzahl n --> oo genau 2 ist.
>


Na, da ist doch wohl die Partialsummenfolge der Folge 1/(2^n) mit n =3D
0, 1, 2, 3, ... gemeint, oder nicht? Deren Grenzwert ist die unendliche
Reihe bzw. "Summe" der Reihe(1/(2^n)) =3D 2.
Die mathematische Nomenklatur ist hier etwas unsauber, da nat=FCrlich
nicht =FCber unendlich viele Glieder summiert werden kann.

Aber das wissen hier einige genauer wie ich (z.B. bez=FCglich der
korrekten Schreibweisen).


Gru=DF
AS

From:Franziska Neugebauer <Franziska-Neugebauer@neugeb.dnsalias.net>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
hbdere wrote:
> WM wrote:
>> Es geht darum, daß zwei natürliche Zahlen sich um mindestens 1
>> unterscheiden. Vor und nach Cantor. Und wenn wir unendlich viele
>> Unterschiede von 1 haben, dann ist das eben keine endliche Zahl mehr.
>> Es gibt also keine unendliche Menge endlicher Zahlen. Das ist aber
>> das Fundament der ML.
> Jetzt wird mir einiges klar. Was Sie hier betreiben, ist Physik.

Physikalismus.

F. N.
--
xyz
From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Franziska Neugebauer schrieb:
> hbdere wrote:
>
>>WM wrote:
>>
>>>Es geht darum, daß zwei natürliche Zahlen sich um mindestens 1
>>>unterscheiden. Vor und nach Cantor. Und wenn wir unendlich viele
>>>Unterschiede von 1 haben, dann ist das eben keine endliche Zahl mehr.
>>>Es gibt also keine unendliche Menge endlicher Zahlen. Das ist aber
>>>das Fundament der ML.
>>
>>Jetzt wird mir einiges klar. Was Sie hier betreiben, ist Physik.
>
>
> Physikalismus.
>
> F. N.

In der Literatur nennt man es, glaube ich, radikaler oder Ultra-Finitismus.

Rudolf Sponsel, Erlangen
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Sat, 14 Jan 2006 18:00:58 +0100, Rudolf Sponsel
<rudolf-sponsel@sgipt.org> wrote:

>
> In der Literatur nennt man es, glaube ich, radikaler oder Ultra-
> Finitismus.
>
Ja. Das Problem mit dem guten Mückenheim ist aber, dass er nicht
einfach nur einen ultra-finitistischen Standpunkt vertritt (was hier
natürlich an sich schon für "Widerspruch" sorgen würde ;-), sondern
eine Menge mathematisch unsinniger oder falscher Behauptungen auf-
stellt. (Dieser Umstand hat mit dem Grundlagenstandpunkt, den man
einnimmt, nichts zu tun, sondern ist lediglich Ausdruck einer voll-
kommenen Inkompetenz, in bezug auf die Mathematik. Ein Wesenszug,
den er übrigens mit Dir und EB gemein hat. :-)


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Franziska Neugebauer <Franziska-Neugebauer@neugeb.dnsalias.net>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Rudolf Sponsel wrote:

> Franziska Neugebauer schrieb:
>> hbdere wrote:
>>> [...]
>>>Jetzt wird mir einiges klar. Was Sie hier betreiben, ist Physik.
>> Physikalismus.
> In der Literatur nennt man es, glaube ich, radikaler oder
> Ultra-Finitismus.

Jedenfalls ist es keine Physik.

F. N.
--
xyz
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:

> WM wrote:
> > Markus Sigg schrieb:
> >
> >>Gut. Dann wissen wir also, da=DF die nat=FCrlichen Zahlen durch die Spr=
ache
> >>der Arithmetik nicht vollst=E4ndig beschrieben sind,
> >
> >
> > Hoppla, das ist aber ganz sch=F6n anma=DFend. Durch die Sprache der
> > Arithmetik werden die nat=FCrlichen Zahlen nat=FCrlich vollst=E4ndig
> > beschrieben. Mach einen Strich, mach noch einen Strich, usw., also z.B.
>
> Nein, das ist nicht die Sprache der Arithmetik. Sie verwechseln da etwas.
> Schauen Sie in irgendein Buch =FCber Logik unter "Arithmetik", "Sprache d=
er
> Arithmetik" oder "Language of Arithmetic". Etwa Boolos/Jeffrey in Kapitel=
14.

Schauen Sie in irgendein Buch =FCber Astrologie. Dort finden Sie
=E4hnlich ungerechtfertigte Aussagen in Hinsicht auf =E4hnlich
ungerechtfertigte Anspr=FCche.

> > Der Versuch, die nat=FCrlichen Zahlen in FOPL eindeutig zu beschreiben,
> > mi=DFlingt dagegen. Daher ist FPL nicht zur Verst=E4ndigung =FCber
> > mathematische Probleme geeignet.
>
> Sie ist nicht zur Verst=E4ndigung =FCber alle mathematischen Probleme gee=
ignet.
> Na und?

Sie ist nicht zur Verst=E4ndigung =FCber die wesentlichen mathematischen
Probleme geeignet.
>
> > Sie konzedieren, da=DF FOPL die nat=FCrlichen Zahlen nicht eindeutig
> > fassen kann. Sie wollen die Mathematik allein auf FOPL aufbauen, halten
> > FOPL sogar f=FCr "die" Sprache der Arithmetik. Woher wissen Sie denn
>
> Nein, das will ich nicht. Wie kommen Sie denn darauf?

Es schien mir so. Was verwenden Sie denn?
>
> > K=F6nnten Sie mal eben Ihr abz=E4hlbares Lieblingsmodell posten, das al=
le
> > ZF-Axiome erf=FCllt? (Ich sammle n=E4mlich solche Modelle in meiner
> > privaten leeren Menge)
>
> Nicht mal wenn ich ein Logiker oder Modelltheoretiker w=E4re, m=FC=DFte i=
ch ein
> Lieblingsmodell haben, sondern w=FCrde mich im Gegenteil der Untersuchung
> verschiedenster Modelle widmen.

Mit dem ern=FCchternden Ergebnis, da=DF es ein solches Modell nicht gibt.
Das wollte ich nur nicht so schroff ausdr=FCcken. Weder Sie noch sonst
jemand kann ein Modell angeben. Der Grund daf=FCr ist einfach zu
erraten.

Gru=DF, WM

From:Carsten Schultz <carsten@codimi.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Hallo!

On 2006-01-14, WM <mueckenh@rz.fh-augsburg.de> wrote:
>
> Markus Sigg schrieb:
>
>> WM wrote:
>> > Könnten Sie mal eben Ihr abzählbares Lieblingsmodell posten, das alle
>> > ZF-Axiome erfüllt? (Ich sammle nämlich solche Modelle in meiner
>> > privaten leeren Menge)
>>
>> Nicht mal wenn ich ein Logiker oder Modelltheoretiker wäre, müßte ich ein
>> Lieblingsmodell haben, sondern würde mich im Gegenteil der Untersuchung
>> verschiedenster Modelle widmen.
>
> Mit dem ernüchternden Ergebnis, daß es ein solches Modell nicht gibt.
> Das wollte ich nur nicht so schroff ausdrücken. Weder Sie noch sonst
> jemand kann ein Modell angeben.

`Gibt es nicht' und `kann niemand angeben' sind zwei verschiedene
Dinge. Zumindest in der Mathematik, wie wir sie üblicher Weise
betreiben.

> Der Grund dafür ist einfach zu erraten.

Könnte man ein Modell (egal welcher Größe) angeben und beweisen, dass
es ein Modell ist, so hätte man bewiesen, dass ZFC konsistent ist.
Hätte man all dies in ZFC getan, so würde aus Gödels zweitem
Unvollständigkeitssatz folgen, dass ZFC inkonsistent ist.

Anderer ist in ZFC beweisbar: Ist ZFC konsistent, so existiert ein
abzählbares Modell von ZFC.

Letzteres folgt aus dem Vollständigkeitssatz und Löwenheim-Skolem.
(Wobei ich mit beiden Ergebnissen nicht recht vertraut bin, so dass
ich Details übersehen haben mag.)

Gruß,

Carsten

--
Carsten Schultz (2:38, 33:47)
http://carsten.codimi.de/
PGP/GPG key on the pgp.net key servers,
fingerprint on my home page.
From:Christopher Creutzig <christopher@creutzig.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Carsten Schultz wrote:

> Könnte man ein Modell (egal welcher Größe) angeben und beweisen, dass
> es ein Modell ist, so hätte man bewiesen, dass ZFC konsistent ist.
> Hätte man all dies in ZFC getan, so würde aus Gödels zweitem
> Unvollständigkeitssatz folgen, dass ZFC inkonsistent ist.

Das sehe ich zwar ein, aber wo in der folgenden Überlegung steckt denn
der Fehler?

Angenommen, M sei ein Modell von ZFC. Wir führen das neue Axiom AM
ein: „M ist ein Modell von ZFC“. Dann ist M sicherlich auch ein Modell
von ZFC+AM, womit ZFC+AM inkonsistent ist, was aber nur dann sein kann,
wenn ZFC inkonsistent oder M kein Modell von ZFC ist.

Ich halte diese Argumentation nicht für neu und es wird eine korrekte
Standard-Widerlegung geben – kann sie mir irgendjemand nennen?


Gruß,
Christopher
From:Christian Ehrhardt <usenet@c--e.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Hallo,

On 2006-01-15, Christopher Creutzig <christopher@creutzig.de> wrote:
> Carsten Schultz wrote:
> Das sehe ich zwar ein, aber wo in der folgenden Überlegung steckt denn
> der Fehler?

Du machst Dir nicht klar, in welchem Modell Du Dich bewegst und in
welcher Sprache Du redest.

> Angenommen, M sei ein Modell von ZFC.

Was ist M? Wenn es ein Objekt von ZFC ist, ist aus absoluter Sicht nichts
gewonnnen. Wenn es kein Objekt von ZFC ist, kann man innerhalb von ZFC
darueber keine Aussage treffen.

> Wir führen das neue Axiom AM ein: „M ist ein Modell von ZFC“.

Ok, wir wollen also in ZFC bzw. einer Erweiterung arbeiten und dort
eine Menge(!) M haben, die ein Modell von ZFC ist.

> Dann ist M sicherlich auch ein Modell von ZFC+AM,

Langsam! Innerhalb von M ist M selbst natuerlich keine Menge, also nichts
worueber man ueberhaupt reden kann. AM waere also nicht erfuellt.

> womit ZFC+AM inkonsistent ist, was aber nur dann sein kann,
> wenn ZFC inkonsistent oder M kein Modell von ZFC ist.
>
> Ich halte diese Argumentation nicht für neu und es wird eine korrekte
> Standard-Widerlegung geben – kann sie mir irgendjemand nennen?

Ich hab's versucht... Gruesse Christian

--
THAT'S ALL FOLKS!
From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Christian Ehrhardt schrieb:
> Hallo,
>
> On 2006-01-15, Christopher Creutzig <christopher@creutzig.de> wrote:
>
>>Carsten Schultz wrote:
>> Das sehe ich zwar ein, aber wo in der folgenden Überlegung steckt denn
>>der Fehler?
>
>
> Du machst Dir nicht klar, in welchem Modell Du Dich bewegst und in
> welcher Sprache Du redest.
>
>
>> Angenommen, M sei ein Modell von ZFC.
>
>
> Was ist M? Wenn es ein Objekt von ZFC ist, ist aus absoluter Sicht nichts
> gewonnnen. Wenn es kein Objekt von ZFC ist, kann man innerhalb von ZFC
> darueber keine Aussage treffen.
>
>
>>Wir führen das neue Axiom AM ein: „M ist ein Modell von ZFC“.
>
>
> Ok, wir wollen also in ZFC bzw. einer Erweiterung arbeiten und dort
> eine Menge(!) M haben, die ein Modell von ZFC ist.
>
>
>>Dann ist M sicherlich auch ein Modell von ZFC+AM,
>
>
> Langsam! Innerhalb von M ist M selbst natuerlich keine Menge, also nichts

Was soll denn das heißen: "Innerhalb von M ist M ... ", M ist doch oben
als ein Modell von ZFC explizit angenommen worden? Eine Geige ist im
Orchester eine Geige, aber doch auch, wenn sie im Schrank liegt.

> worueber man ueberhaupt reden kann. AM waere also nicht erfuellt.
>
>
>>womit ZFC+AM inkonsistent ist, was aber nur dann sein kann,
>>wenn ZFC inkonsistent oder M kein Modell von ZFC ist.
>>
>> Ich halte diese Argumentation nicht für neu und es wird eine korrekte
>>Standard-Widerlegung geben – kann sie mir irgendjemand nennen?
>
>
> Ich hab's versucht... Gruesse Christian
>
und ich habs gar nicht verstanden.

Rudolf Sponsel, Erlangen
From:Carsten Schultz <carsten@codimi.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 2006-01-15, Christopher Creutzig <christopher@creutzig.de> wrote:
> Carsten Schultz wrote:
>
>> Könnte man ein Modell (egal welcher Größe) angeben und beweisen, dass
>> es ein Modell ist, so hätte man bewiesen, dass ZFC konsistent ist.
>> Hätte man all dies in ZFC getan, so würde aus Gödels zweitem
>> Unvollständigkeitssatz folgen, dass ZFC inkonsistent ist.
>
> Das sehe ich zwar ein, aber wo in der folgenden Überlegung steckt denn
> der Fehler?
>
> Angenommen, M sei ein Modell von ZFC. Wir führen das neue Axiom AM
> ein: „M ist ein Modell von ZFC“. Dann ist M sicherlich auch ein Modell
> von ZFC+AM, womit ZFC+AM inkonsistent ist, was aber nur dann sein kann,
> wenn ZFC inkonsistent oder M kein Modell von ZFC ist.
>
> Ich halte diese Argumentation nicht für neu und es wird eine korrekte
> Standard-Widerlegung geben – kann sie mir irgendjemand nennen?

Das Argument scheint mir im wesentlichen richtig zu sein und zu
zeigen, dass es eine Struktur, die man `hinschreiben' kann, was ja
notwendig dafür ist, dass sich AM formulieren lässt, nur dann
ein Modell von ZFC sein kann, wenn ZFC inkonsistent ist.

Ich bin mir aber nicht bei allen Schritten ganz sicher.

Gruß,

Carsten

--
Carsten Schultz (2:38, 33:47)
http://carsten.codimi.de/
PGP/GPG key on the pgp.net key servers,
fingerprint on my home page.
From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:
> Markus Sigg schrieb:
>
>
>>WM wrote:
>>
>>>Markus Sigg schrieb:
>>>
>>>
>>>>Gut. Dann wissen wir also, daß die natürlichen Zahlen durch die Sprache
>>>>der Arithmetik nicht vollständig beschrieben sind,
>>>
>>>
>>>Hoppla, das ist aber ganz schön anmaßend. Durch die Sprache der
>>>Arithmetik werden die natürlichen Zahlen natürlich vollständig
>>>beschrieben. Mach einen Strich, mach noch einen Strich, usw., also z.B.
>>
>>Nein, das ist nicht die Sprache der Arithmetik. Sie verwechseln da etwas.
>>Schauen Sie in irgendein Buch über Logik unter "Arithmetik", "Sprache der
>>Arithmetik" oder "Language of Arithmetic". Etwa Boolos/Jeffrey in Kapitel 14.
>
>
> Schauen Sie in irgendein Buch über Astrologie. Dort finden Sie
> ähnlich ungerechtfertigte Aussagen in Hinsicht auf ähnlich
> ungerechtfertigte Ansprüche.

Solche Bücher besitze ich nicht und interessiere mich auch nicht
dafür. Vielleicht kennen Sie sich in diesem Gebiet besser aus.

Und: Falls Sie keine besseren Argumente haben, lassen Sie das
Schreiben lieber sein.

>>>Der Versuch, die natürlichen Zahlen in FOPL eindeutig zu beschreiben,
>>>mißlingt dagegen. Daher ist FPL nicht zur Verständigung über
>>>mathematische Probleme geeignet.
>>
>>Sie ist nicht zur Verständigung über alle mathematischen Probleme geeignet.
>>Na und?
>
>
> Sie ist nicht zur Verständigung über die wesentlichen mathematischen
> Probleme geeignet.

Ich weiß nicht, wie sie "wesentlich" definieren. Es ist auch nicht
wichtig, und es ist nicht wichtig, ob FOPL für die in Ihrem Sinne
wesentlichen Probleme geeignet ist. Es ist aber interessant und
wichtig zu wissen, daß sie nicht für alles geeignet ist.

>>>Sie konzedieren, daß FOPL die natürlichen Zahlen nicht eindeutig
>>>fassen kann. Sie wollen die Mathematik allein auf FOPL aufbauen, halten
>>>FOPL sogar für "die" Sprache der Arithmetik. Woher wissen Sie denn
>>
>>Nein, das will ich nicht. Wie kommen Sie denn darauf?
>
>
> Es schien mir so. Was verwenden Sie denn?

Wie meinen Sie das? Ich bin kein Logiker und kein Modelltheoretiker,
ich verstehe aber genug davon, um zu sehen, daß Sie Stuß reden und
Begriffe (aus Ahnungslosigkeit oder böswillig) durcheinanderbringen.

In der Tat formulieren Mathematiker, die nicht über formale Sprachen
und Logik arbeiten, ihre Überlegungen und Beweise nicht in FOPL,
sondern erlauben sich mehr Freiheit. Ist Ihnen das neu? Mathematiker
sind trotzdem in der Lage, Mathematik von Quark zu unterscheiden.

>>>Könnten Sie mal eben Ihr abzählbares Lieblingsmodell posten, das alle
>>>ZF-Axiome erfüllt? (Ich sammle nämlich solche Modelle in meiner
>>>privaten leeren Menge)
>>
>>Nicht mal wenn ich ein Logiker oder Modelltheoretiker wäre, müßte ich ein
>>Lieblingsmodell haben, sondern würde mich im Gegenteil der Untersuchung
>>verschiedenster Modelle widmen.
>
>
> Mit dem ernüchternden Ergebnis, daß es ein solches Modell nicht gibt.
> Das wollte ich nur nicht so schroff ausdrücken. Weder Sie noch sonst
> jemand kann ein Modell angeben. Der Grund dafür ist einfach zu
> erraten.

Es gibt kein Lieblingsmodell? Das ist ja furchtbar.

Ach, jetzt verstehe ich. Es geht Ihnen gar nicht um ein "Lieblings"modell
und nicht um die Menge der natürlichen Zahlen. Es geht Ihnen um den Sachverhalt,
daß der Körper der reellen Zahlen nicht über FOPL vollständig charakterisiert
werden kann. (Da die Sprache der Arithmetik nur abzählbare viele Sätze
bilden kann und somit nach Löwenheim/Skolem für jede Satzmenge ein abzählbares
und damit nicht zu IR isomorphes Modell existiert.) Ich glaube gerne, daß Ihnen
dieses schöne Ergebnis nicht gefällt, denn es zeigt, daß Ihre private
Lieblingsmodellsammelei ganz und gar aussichtlos ist.

Gruß,
Markus Sigg
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Christian Kortes schrieb:

> Amicus wrote:
> > -----------------------------------------
> > Grundeigenschaften der nat=FCrlichen Zahlen
> > -----------------------------------------
> >
> > Als Erstes ben=F6tigen wir eine Definition:
> >
> > Eine Menge M ist eine /induktive Menge/, wenn gilt:
> >
> > 1. 0 e M
> > 2. An(n e M -> n+1 e M)
>
> Dann ist also auch der K=F6rper mit zwei Elementen induktiv?

"Hypothesen" welche gegen diese Grundwahrheiten versto=DFen, sind
ebenso falsch und widersprechend, wie etwa der Satz 2 + 2 =3D 5 oder ein
viereckiger Kreis. Es gen=FCgt f=FCr mich, derartige Hypothesen an die
Spitze irgend einer Untersuchung gestellt zu sehen, um von vorn herein
zu wissen, da=DF diese Untersuchung falsch sein muss. (Cantor)

Dazu geh=F6rt nat=FCrlich auch 1 + 1 =3D 0. Schlicht: eine Perversion der
Mathematik. (Hat diese nicht Hilbert erfunden?) Wer an der Bedeutung
von "+1" r=FCttelt, sollte zumindest in Abwesenheit gez=FCchtigt werden.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 19 Jan 2006 09:51:13 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>>>
>>> Als Erstes benötigen wir eine Definition:
>>>
>>> Eine Menge M ist eine /induktive Menge/, wenn gilt:
>>>
>>> 1. 0 e M
>>> 2. An(n e M -> n+1 e M)
>>>
>> Dann ist also auch der Körper mit zwei Elementen induktiv?
>>
> [bla bla bla]
>
Sorry, Herr Mückenheim, aber Christian Kortes hat hier mit seiner
kritischen Anmerkung absolut recht. B l o ß, ich wollte nicht gleich
mit der Tür ins Haus fallen, sondern erst einmal *bestimmte Aspekte*
Ihres "Ansatzes" zurecht rücken. D. h. aber nicht, dass man das so
stehen lassen kann. (Man kann es in der Tat nämlich nicht.)


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Amicus schrieb:

> On 18 Jan 2006 01:46:44 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de> wrote
> something.
>
>
> Herr M=FCckenheim,
>
> ich habe mir mal ein wenig was zu Ihrem misslungenem Versuch, die
> nat=FCrlichen Zahlen (kurz und b=FCndig) zu charakterisieren, =FCberlegt.
>
> Vielleicht k=F6nnen Sie ja etwas damit anfangen. Wenn nicht, dann lassen
> Sie es eben. :-)
>
Der Versuch war nicht mi=DFlungen. Vielleicht waren die Abk=FCrzung etwas
zu kurz. Jeder sollte aber verstanden haben, da=DF unter M nur solche
Mengen gemeint sind, die (1) und (2) erf=FCllen. Nichtsdestotrotz haben
Sie nat=FCrlich recht, da=DF die leere Menge Untermenge jeder Menge ist,
weshalb ich statt |N c M besser "|N ist Schnitt aller so definierten M"
w=E4hlen sollte. Allerdings habe ich kein allgemein g=FCltiges Symbol
daf=FCr auf meiner Tastatur.

> -----------------------------------------
> Grundeigenschaften der nat=FCrlichen Zahlen
> -----------------------------------------
>
> Als Erstes ben=F6tigen wir eine Definition:
>
> Eine Menge M ist eine /induktive Menge/, wenn gilt:
>
> 1. 0 e M
> 2. An(n e M -> n+1 e M)
>
> Wir schreiben im Folgenden kurz
>
> ind(M) ,
>
> falls M eine induktive Menge ist.
>
>
> Es gilt nun f=FCr die Menge IN der nat=FCrlichen Zahlen:
>
> 1. ind(IN)
> 2. AM(ind(M) -> IN c M)

Genau das kann ich mit |N ist der Schnitt aller M auch.

>
> In Worten:
>
> 1. IN ist eine induktive Menge.
> 2. IN ist die kleinste induktive Menge
> (d.h. Teilmenge j e d e r ind. Menge).
>
>
> Damit h=E4tten wir die M=FCckenheimschen "Axiome" in eine korrekte (bzw.
> akzeptable) Form gebracht. F=FCr die Menge der nat=FCrlichen Zahlen IN
> gilt:
>
> (1) 0 e IN
> (2) An(n e IN -> n+1 e IN)

Ich schrieb nicht An, weil n offensichtlich eine Variable ist und die
Bedingung nicht behauptet, da=DF sie nur f=FCr spezielle Werte gilt. Du
m=FC=DFtest sonst auch genauer angeben, woraus die n genommen werden.

> (3) AM(ind(M) -> IN c M)
>

Und um die Axiome zu verstehen, mu=DF man |N bereits kennen. Ohne den
vorbereitenden Roman hat mandeselben Nachteil wie in der Peanoschen
Form. Dort wei=DF man =FCber nat=FCrliche Zahlen buchst=E4blich nichts
(au=DFer, da=DF 1 eine ist), und dann soll man pl=F6tzlich jede Menge
nat=FCrlicher Zahlen behandeln, kennen, ...

Ich bevozuge:

(1) 1 e M
(2) n e M -> n+1 e M
(3) IN ist Schnitt aller M, die (1) nd (2) ef=FCllen.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 19 Jan 2006 05:25:12 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>>
>> ich habe mir mal ein wenig was zu Ihrem misslungenem Versuch, die
>> natürlichen Zahlen (kurz und bündig) zu charakterisieren, überlegt.
>>
>> Vielleicht können Sie ja etwas damit anfangen. Wenn nicht, dann lassen
>> Sie es eben. :-)
>>
> Der Versuch war nicht mißlungen. Vielleicht waren die Abkürzung etwas
> zu kurz. Jeder sollte aber verstanden haben, daß unter M nur solche
> Mengen gemeint sind, die (1) und (2) erfüllen.
>
Nein, Herr Mückenheim, s o läuft das nicht. In der Mathematik läuft
das so: W e n n unter M nur solche Mengen gemeint sind, die (1) und
(2) erfüllen, d a n n schreibt man das auch so hin.

>>
>> -----------------------------------------
>> Grundeigenschaften der natürlichen Zahlen
>> -----------------------------------------
>>
>> Als Erstes benötigen wir eine Definition:
>>
>> Eine Menge M ist eine /induktive Menge/, wenn gilt:
>>
>> 1. 0 e M
>> 2. An(n e M -> n+1 e M)
>>
>> Wir schreiben im Folgenden kurz
>>
>> ind(M) ,
>>
>> falls M eine induktive Menge ist.
>>
>>
>> Es gilt nun für die Menge IN der natürlichen Zahlen:
>>
>> 1. ind(IN)
>> 2. AM(ind(M) -> IN c M)
>
> Genau das kann ich mit IN ist der Schnitt aller M auch.
>
Immer langsam mit den Pferden, Mückenheim. Formalisieren Sie
das erst einmal!

>>
>> In Worten:
>>
>> 1. IN ist eine induktive Menge.
>> 2. IN ist die kleinste induktive Menge
>> (d.h. Teilmenge j e d e r ind. Menge).
>>
>>
>> Damit hätten wir die Mückenheimschen "Axiome" in eine korrekte (bzw.
>> akzeptable) Form gebracht. Für die Menge der natürlichen Zahlen IN
>> gilt:
>>
>> (1) 0 e IN
>> (2) An(n e IN -> n+1 e IN)
>
> Ich schrieb nicht An, weil n offensichtlich eine Variable ist und die
> Bedingung nicht behauptet, daß sie nur für spezielle Werte gilt.
>
Ja, das kann man machen. Es ist in der Mathematik in der Tat üblich,
die Allquantifizierung (in solchen Fällen) wegzulassen; Logiker sind
da in der Regel etwas genauer.

>
> Du müßtest sonst auch genauer angeben, woraus die n genommen werden.
>
Nö.

>>
>> (3) AM(ind(M) -> IN c M)
>>
> Und um die Axiome zu verstehen,
>
HALT - es handelt sich hier nicht um Axiome! Ich dachte, dass das klar
wäre. Ich gebe lediglich gewisse (Grund-)Eigenschaften der natürlichen
Zahlen an. (Es handelt sich hier also streng genommen um /Sätze/ über
die natürlichen Zahlen.)

Tatsächlich "spezifizieren" die Sätze IN sogar sehr genau!

Ich wiederhole mich (vermutlich haben sie die Anmerkungen gar nicht
mehr gelesen.):

----------------------------

2. Man kann diese Feststellungen über die natürlichen Zahlen
"anschaulich" so interpretieren:

(1) ---> IN = {0, ... ?}
(2) ---> IN = {0, 1, 2, 3, ... ?}
(3) ---> IN =/= {0, 1, 2, 3, ..., w, w+1, ...}

In Worten: 0 ist Element von IN, und mit n ist auch n+1 Element von
IN, darüber hinaus gibt es aber keine Elemente in IN.

Kurz: (1),(2),(3) ---> IN = {0, 1, 2, 3, ...}.

----------------------------

>
> Ich bevozuge:
>
> (1) 1 e M
> (2) n e M -> n+1 e M
> (3) IN ist Schnitt aller M, die (1) und (2) efüllen.
>

Ich wiederhole mich:

"WMs Fehler besteht darin, die Definition für den Begriff /induktive
Menge/ und die Formulierung der Eigenschaft[en] der Menge IN in éinem
System von Aussagen zusammen zu fassen. Das darf (bzw. kann) man
natürlich nicht machen."

S i e mögen das bevorzugen, Unsinn bleibt es trotzdem.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Thu, 19 Jan 2006 15:36:55 +0100, Amicus <nomail@invalid> wrote:

>>
>> [Mückenheim:]
>>
>> (1) 1 e M
>> (2) n e M -> n+1 e M
>> (3) IN ist Schnitt aller M, die (1) und (2) erfüllen.
>>
> Ich wiederhole mich:
>
> [Dein] Fehler besteht darin, die Definition für den Begriff /induktive
> Menge/ und die Formulierung der Eigenschaft[en] der Menge IN in éinem
> System von Aussagen zusammen zu fassen. Das darf (bzw. kann) man
> natürlich nicht machen.
>
> S i e mögen das bevorzugen, Unsinn bleibt es trotzdem.
>

Lassen Sie uns also das Ganze etwas zurecht rücken:

Als Erstes benötigen wir eine _explizite_ Definition:

Eine Menge M ist eine /induktive Menge/, wenn gilt:

0 e M & An(n e M -> n+1 e M)

(An dieser Stelle wäre noch einiges zu erwähnen bzw. explizit zu
formulieren, damit diese Definition auch wirklich _korrekt_ bzw.
akzeptabel ist; ich lasse das aber -for the sake of the argument-
erst mal bewusst weg. Ich bitte daher die geschätzten Mitlesser für
den Augenblick über diesen mathematisch sicherlich sehr bedeutenden
Missstand hinwegzusehen. Ich komme später/an anderer Stelle darauf
zurück.)

Wir schreiben im Folgenden kurz "ind(M)", falls M eine induktive Menge
ist.

So und n u n können Sie sagen:

IN ist Schnitt aller induktiver Mengen.

Es gilt dann:

1. ind(IN)
2. AM(ind(M) -> IN c M)

bzw.

(1) 0 e IN
(2) An(n e IN -> n+1 e IN)
(3) AM(ind(M) -> IN c M)

wie gehabt.


Ich wiederhole nochmal: es handelt sich dabei nicht um Axiome (denn
dazu taugen diese Aussagen, so wie sie dastehen, nix), sondern
lediglich um die kompakte Formulierung einiger Grundeigenschaften
der Menge IN.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Rudolf Sponsel schrieb:


> Hm, man kann doch nicht genau bekannte unendlich lange Zahlen
> miteinander vergleichen, z.B.:
>
> 3.145145...irgendwie...
> 3.144145...irgendwie...
>
> Man mu=DF nicht wissen wie es weitergeht, um zu sagen, da=DF die erste > =
der
> zweiten ist, also immer dann, wenn sie sich an einer 'endlichen' Stelle
> unterscheiden.

Wenn sie sich aber erstmals an der Stelle 10^100 uneterscheiden, dann
geht es nicht mehr, weil man nicht genug Tinte hat, um beide
hinzuschreiben (um zu sehen, da=DF sie weiter vorn =FCbereinstimmen).

Gru=DF, WM

From:"Norbert Marrek" <Norbert.Marrek@icn.siemens.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de> wrote in message
news:1137673966.188252.154640@g14g2000cwa.googlegroups.com...

Rudolf Sponsel schrieb:


> Hm, man kann doch nicht genau bekannte unendlich lange Zahlen
> miteinander vergleichen, z.B.:
>
> 3.145145...irgendwie...
> 3.144145...irgendwie...
>
> Man muß nicht wissen wie es weitergeht, um zu sagen, daß die erste > der
> zweiten ist, also immer dann, wenn sie sich an einer 'endlichen' Stelle
> unterscheiden.

Wenn sie sich aber erstmals an der Stelle 10^100 uneterscheiden, dann
geht es nicht mehr, weil man nicht genug Tinte hat, um beide
hinzuschreiben (um zu sehen, daß sie weiter vorn übereinstimmen).

Gruß, WM


Dann mach ich mir mein Universum wieder größer.
Und wenn Du dann die 10^1000 Stelle nimmst, mach ich
es wieder größer usw. usw. usw.

Aloha,
Norbert

From:Carsten Schultz <carsten@codimi.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 2006-01-14, Markus Sigg <nomail@infimum.de> wrote:
> In der Tat formulieren Mathematiker, die nicht über formale Sprachen
> und Logik arbeiten, ihre Überlegungen und Beweise nicht in FOPL,
> sondern erlauben sich mehr Freiheit.

In welchem Sinne meinst Du das? Ich gehe bei Beweisen, die ich lese,
davon aus, dass sie sich in FOPL übersetzen ließen.

Gruß,

Carsten

--
Carsten Schultz (2:38, 33:47)
http://carsten.codimi.de/
PGP/GPG key on the pgp.net key servers,
fingerprint on my home page.
From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Carsten Schultz wrote:

> On 2006-01-14, Markus Sigg <nomail@infimum.de> wrote:
>
>>In der Tat formulieren Mathematiker, die nicht über formale Sprachen
>>und Logik arbeiten, ihre Überlegungen und Beweise nicht in FOPL,
>>sondern erlauben sich mehr Freiheit.
>
>
> In welchem Sinne meinst Du das? Ich gehe bei Beweisen, die ich lese,
> davon aus, dass sie sich in FOPL übersetzen ließen.

Sowie man Quantifizierungen über Teilmengen zuläßt, hat man eine
Sprache zweiter Stufe, oder? Wer will in der täglichen Arbeit darauf
verzichten?

Gruß,
Markus
From:Carsten Schultz <carsten@codimi.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 2006-01-14, Markus Sigg <nomail@infimum.de> wrote:
> Carsten Schultz wrote:
>
>> On 2006-01-14, Markus Sigg <nomail@infimum.de> wrote:
>>
>>>In der Tat formulieren Mathematiker, die nicht über formale Sprachen
>>>und Logik arbeiten, ihre Überlegungen und Beweise nicht in FOPL,
>>>sondern erlauben sich mehr Freiheit.
>>
>>
>> In welchem Sinne meinst Du das? Ich gehe bei Beweisen, die ich lese,
>> davon aus, dass sie sich in FOPL übersetzen ließen.
>
> Sowie man Quantifizierungen über Teilmengen zuläßt, hat man eine
> Sprache zweiter Stufe, oder? Wer will in der täglichen Arbeit darauf
> verzichten?

Man muss natürlich auch noch sagen, um welche Sprache und Theorie es
geht. Ich meinte ZFC. Und da kann ich erststufig über Teilmengen
quantifizieren, weil die Elementrelation in der Sprache vorkommt.

Gruß,

Carsten

--
Carsten Schultz (2:38, 33:47)
http://carsten.codimi.de/
PGP/GPG key on the pgp.net key servers,
fingerprint on my home page.
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Ralf Bader schrieb:

> Eckard Blumschein wrote:
>
> > On 1/11/2006 8:17 PM, Amicus wrote:
> >> On 11 Jan 2006 08:39:29 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
> >> wrote:
> >>
> >>>>
> >>>> PS: Hat Cantor wirklich gesagt, es g=E4be unendlich gro=DFe nat=FCrl=
iche
> >>>> Zahlen?
> >>>>
> >>> Ja. =DCberendliche ganze Zahlen, aktual unendlich Zahlen etc.
> >>>
> >> M=FCckenheim-Schwachsinn, wie =FCblich.
> >>
> >>
> >> A. A typical A.-evidence by insult.
>
> Blumschein, du bist schon wieder zu bl=F6d, richtig zu quoten. Vor dein
> eigenes Gesabber sollst du kein ">" malen. M=FCckenheim hat die Frage, wo=
es
> bei Cantor "unendlich gro=DFe nat=FCrliche Zahlen" g=E4be, mit einem Zita=
t zu
> beantworten versucht, in dem dummerweise von "nat=FCrlichen Zahlen" nicht=
die
> Rede war. Wenn man schon keine Ahnung hat, worum es eigentlich geht, dann
> sollte man doch wenigstens die W=F6rter "ganz" und "nat=FCrlich" an ihrem
> Schriftbild unterscheiden k=F6nnen.
>
> =DCbrigens, Blumschein, mal was f=FCr dich zum Nachdenken: Von M=FCckenhe=
im haben
> wir ja erfahren, da=DF alles, was wir uns so denken, und was "existiert" =
(was
> auch immer M=FCckeneim darunter versteht) "physikalisch realisiert" (oder
> realisierbar?) sein mu=DF,

Nochmal zum Mitdenken:
physikalisch realisiert =3D existent
physikalisch realisierbar =3D existenzf=E4hig
nicht physikalisch realisierbar =3D nicht existent und nicht
existenzf=E4hig.
Anmerkungen:
1) "Physikalisch" kann dabei entfallen, denn auf andere Weise ist
=FCberhaupt nichts realisierbar.
2) "Existent" bedeutet nicht, da=DF das betreffende Objekt f=FCr all und
jeden existiert. Deswegen ist die Existenzfrage grunds=E4tzlich
problematisch. Aber =FCber die Nichtexistenzf=E4higkeit m=FC=DFte
allgemeiner Konsens bestehen, so da=DF sich die *Erkenntnis* der
Nichtexistenzf=E4higkeit gewisser Zahlen, diese Idee selbst also, einer
allgemeinen, unter allen denkenden Wesen (wenigstens ab einer gewissen
Entwicklungsstufe) im Universum verbreiteten Anerkennung erfreut. Der
homo sapiens betritt gerade diese Entwicklungsstufe.

> und da=DF es deshalb bereits gewisse l=E4ngliche, aber
> nat=FCrliche Zahlen nicht g=E4be. Da frage ich mich, wie dein bescheuertes
> So=DFenkontinuum dieses idiotische M=FCckenheim-Kriterium erf=FCllen soll.
> Allerdings habe ich keinen Zweifel, da=DF solch erlauchten Koryph=E4en wie
> M=FCckenheim & Blumschein eine Synthese in Form einer noch nie dagewesenen
> Apotheose des Schwachsinns gelingen wird!

Selten so gelacht. Einer intellektuellen Leistung dieser Art geb=FChrt
Anerkennung. Ich sehe, ich habe gegen die Malicen dieses titanischen
Literaten keine Chance, und gebe auf.

(Aber da=DF Cantor seine transfinite Zahlenfolge als "nat=FCrlich, ganz,
und real" bezeichnet, was auch mir entfallen war, das hast Du schon
noch geschnallt, gell?)

Gru=DF, WM

From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:

> Nochmal zum Mitdenken:
> physikalisch realisiert = existent
> physikalisch realisierbar = existenzfähig
> nicht physikalisch realisierbar = nicht existent und nicht
> existenzfähig.
> Anmerkungen:
> 1) "Physikalisch" kann dabei entfallen, denn auf andere Weise ist
> überhaupt nichts realisierbar.
> 2) "Existent" bedeutet nicht, daß das betreffende Objekt für all und
> jeden existiert. Deswegen ist die Existenzfrage grundsätzlich
> problematisch. Aber über die Nichtexistenzfähigkeit müßte
> allgemeiner Konsens bestehen, so daß sich die *Erkenntnis* der
> Nichtexistenzfähigkeit gewisser Zahlen, diese Idee selbst also, einer
> allgemeinen, unter allen denkenden Wesen (wenigstens ab einer gewissen
> Entwicklungsstufe) im Universum verbreiteten Anerkennung erfreut. Der
> homo sapiens betritt gerade diese Entwicklungsstufe.

Diese Klassifizierung ist unvollständig. Ich kann mir schließlich
eine andere Welt denken, in der andere Gegenstände real oder realisierbar
sind als in unserer. Ich kann mir z.B. eine Welt vorstellen, die rein
euklidisch und in alle Richtungen unendlich und mit Himmelskörpern besetzt
ist. Diese Welt enthält also unendlich viele Objekte. Tatsächlich kann ich
mir so eine Welt sogar leichter vorstellen, als unsere (vermutlich) endliche
Welt mit ihrem merkwürdigen, schwer vorstellbaren Rand. Ich glaube, daß
auch der nicht mathematisch oder naturwissenschaftlich gebildete Mann von
der Straße sich eine unendliche Welt leichter vorstellen kann als eine,
die den derzeitigen physikalischen Theorien genügt.

Und falls jemand einwirft, daß so eine Welt physikalisch vielleicht nicht
stabil sei: Natürlich kann ich mir auch physikalische Gesetze ausdenken,
die so eine Welt stabil halten.

Gruß,
Markus Sigg
From:Franziska Neugebauer <Franziska-Neugebauer@neugeb.dnsalias.net>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Lieber Wolfgang!

WM wrote:

> Nochmal zum Mitdenken:
> physikalisch realisiert = existent
> physikalisch realisierbar = existenzfähig
> nicht physikalisch realisierbar = nicht existent und nicht
> existenzfähig.
> Anmerkungen:
> 1) "Physikalisch" kann dabei entfallen, denn auf andere Weise ist
> überhaupt nichts realisierbar.
> 2) "Existent" bedeutet nicht, daß das betreffende Objekt für all und
> jeden existiert. Deswegen ist die Existenzfrage grundsätzlich
> problematisch. Aber über die Nichtexistenzfähigkeit [...]

Wie gehen Sie eigentlich in Ihrem Unterricht mit mathematischen
Gegenständen um, die Ihrer Ansicht nach nicht existieren oder sogar
nicht existenzfähig sind? Offenbaren Sie Ihren Studenten Ihr
physikalistisches Bekenntnis?

Wie muss ich mir konkret Ihren Unterricht vorstellen, wenn Sie mit
Gegenständen wie Grenzwerten, der Menge der natürlichen Zahlen, pi
usw. operieren?

F. N.
--
xyz
From:"peter schurr" <peter.schurr@freenet.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Eckard Blumschein schrieb:

> >> Wer so rigoros denkt h=E4tte auch dem Punkt, der Linie, der Fl=E4che e=
tc.
> >> die Existenz abzusprechen. Warum nicht lieber ein wenig Dialektik?
> >> Zahl und Kontinuum erg=E4nzen sich doch ideal als zwei sich gegenseitig
> >> ausschlie=DFende Welten.
> >
> > Da sollte man schon konsequent bleiben. Cantor hat ja gezeigt wie auch
> > die Begriffe Linie, Fl=E4che und Mehrdimensionalit=E4t bezgl. ihrer
> > Punktemenge aus der Relativierbarkeit herausfallen, wenn man sie als
> > Kontinua betrachtet.
>
> Das Stichwortverzeichnis Fraenkels nennt zum Buchstaben R nur zwei
> Verweise auf Religion und einen auf Rest, keinen auf Relativierbarkeit.
> Passen w=FCrde vielleicht Vergleichbarkeit. Offenbar ist die Religion f=
=FCr
> die Mathematik viel wichtiger. Ich kann mich auch nicht erinnern bei
:-)

> Cantor Relativierbarkeit gelesen zu haben. Hinsichtlich "linearer
> Punktmengen" vergleicht Fraenkel (1923, S. 105) die ML mit einem
> Mikroskop von unendlicher Aufl=F6sung. Auf S. 112 steht folgender Unsinn:
> "Die Bezeichnung 'abgeschlossen' bezieht sich darauf, dass jede einzelne
> L=FCcke in einer Punktmenge durch Hinzuf=FCgen eines Punkts zur Menge
> beseitigt werden kann..."
.=2E.auf dass dann zwei neue L=FCcken entstehen, f=FCr die man jetzt zwei
Punkte zum F=FCllen ben=F6tigt...etc... :-)

> Fraenkel hat wie schon Dedekind und gewiss auch Cantor das Wesen des
> Kontinuums nicht verstanden.
>
> > Das zeigt doch, dass auch die Analysis nicht auf
> > dem Kontinuum aufgebaut sein kann, sondern nur auf dem potenziellen
> > Unbegrenzten.
>
> Auch wenn Einf=FChrungen in die Analysis =FCblicherweise mit Definitionen
> von Zahlen beginnen, rechnet die Analysis nie wirklich mit reellen
> Zahlen sondern immer nur mit jenen Aufgaben bzw. Symbolen welche sie
> definieren. Dabei k=F6nnen freilich unl=F6sbare Aufgaben nur als fiktive,
> also als reelle (ich sage transnumerale) Zahl gedacht sein.
> Wenn wohl die meisten B=FCcher behaupten, die arithmetischen Operationen
> sind mit reellen Zahlen stets ausf=FChrbar, dann sind genau genommen nicht
> irrationale "Zahlen" sondern die sie definierenden Aufgaben gemeint.
>
> Man verkn=FCpft die Aufgaben bzw. Symbole also gedanklich im Kontinuum.
> Nur ist dort die numerische Ausf=FChrung nicht m=F6glich sondern erst mit
> den potentiell unbegrenzten rationalen Zahlen.
Dann braucht man das "Kontinuum" aber sowenig, wie in der Physik den
=C4therbegriff. Wo die fiktiven Symbole verkn=FCpft werden, ist doch
egal.
>
> > Wenn die durch Integration erhaltene Fl=E4che unter einem
> > Kurvenintervall bez=FCglich der Punktemenge "gleichgross" (vollst=E4ndig
> > abbildbar) ist, wie der entsprechende Abszissenabschnitt (oder der
> > zugeh=F6rige Kurvenabschnitt), dann ist das Ergebnis nichtssagend. Ein
> > quantitativ relevantes Ergebnis kann ich auch hierbei nur erhalten,
> > wenn meine "d" im endlichen und damit relativierbaren Rahmen beliebig
> > klein, aber nicht im Sinne eines Kontinuums "aktual unendlich klein"
> > (was immer das sein soll, ausser "0") sein k=F6nnen.
>
> Punktemenge gleichgross? Solche Worte allein deuten doch schon in
> Richtung Cantorschen Widersinns. Fl=E4che, Linie und Volumen sind nicht in
> endlich viele Punkte aufl=F6sbar.
Nicht nur "in Richtung Cantor", das stammt von ihm. Auf diese Weise hat
er ja "bewiesen", dass jedes Intervall des Kontinuums eine
Unendlichkeit darstellt, die in ihrer M=E4chtigkeit sich nicht
unterscheidet, egal ob sie ein Ausschnitt einer Strecke, einer Fl=E4che,
eines Volumens, oder des n-Dimensionalen repr=E4sentiert.
Folgerichtig ist ja das Kontinuum zur quantitativen Auszeichnung der
Fl=E4che unter einer Kurve gar nicht zu gebrauchen.
Aber darauf habe ich in "Hilbert's Hotel" schon hingewiessen: dass es
egal ist, =FCber welchen Weg das Unendliche eingef=FChrt wird. Seine
Einf=FChrung (als Operand, sollte es pr=E4ziser heissen) stellt einen
Quantensprung dar, mit dem die relative Welt verlassen wird.

=DCbrigens:
Dedekind gratulierte Cantor zu seinem diesbez=FCglichen "Beweis", warnte
ihn jedoch in einem Brief davor diese "Entdeckung" zu publizieren:
"Ich hoffe mich deutlich genug ausgedr=FCckt zu haben: Die Absicht
meines Schreibens besteht nur darin, nicht ohne eine grundliche
Pr=FCfung meines Einwandes, gegen die bisher f=FCr wahr gehaltenen
Glaubensartikel der Mannigfaltigkeitslehre =F6ffentlich zu
polemisieren... " Aus "Die Natur der Unendlichkeit", Amir D. Aczel,
rororo

polemisieren! Dedekind scheint noch ein Gesp=FCr daf=FCr gehabt zu
haben, dass da was faul sein muss, aber die faule Argumentation war
auch f=FCr ihn nicht so einfach zu durchschauen...

> Peinlich ist es, dass Dedekindschnitte noch immer gelehrt werden.
>=20
> Gruss,
> Eckard

Gruss Peter

From:Peter Niessen <peter-niessen@arcor.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Am 13 Jan 2006 12:17:31 -0800 schrieb peter schurr:

>> Punktemenge gleichgross? Solche Worte allein deuten doch schon in
>> Richtung Cantorschen Widersinns. Fläche, Linie und Volumen sind nicht in
>> endlich viele Punkte auflösbar.
> Nicht nur "in Richtung Cantor", das stammt von ihm. Auf diese Weise hat
> er ja "bewiesen", dass jedes Intervall des Kontinuums eine
> Unendlichkeit darstellt, die in ihrer Mächtigkeit sich nicht
> unterscheidet, egal ob sie ein Ausschnitt einer Strecke, einer Fläche,
> eines Volumens, oder des n-Dimensionalen repräsentiert.

Es steht dir frei das Gegenteil zu beweisen.
Bis dahin gilt:
Zwei Dummköpfe treffen sich und raunen sich Dummheiten zu.
--
Mit freundlichen Grüßen
Peter Nießen

Wer das Konzept der Unendlichkeit verstehen will, muss nur das Ausmass
menschlicher Dummheit betrachten.
(Voltaire)
From:"peter schurr" <peter.schurr@freenet.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Eckard Blumschein schrieb:

> On 1/11/2006 6:43 PM, peter schurr wrote:
> > Eckard Blumschein schrieb:

> > in alle Schuhgr=F6ssen gleichzeitig passt und somit gar keine
> > verbindliche "Gr=F6sse" im Sinne boolscher Relativierbarkeit
>
> Ist boolsche Relativierbarkeit ein =FCblicher, unmissverst=E4ndlicher und=
in
> diesem Fall passender Begriff?
Un=FCblich sicher.
Unmissverst=E4ndlich eher nicht. Da es un=FCblich ist, muss man =FCber
seine Bedeutung im Kontext kurz nachdenken. Darin liegt schon eine
Quelle des Missverstehens.
Passend? Aus meiner Sicht ja, sonst h=E4tte ich ein anderes gew=E4hlt.
Ist aber subjektiv.

> > darstellen kann. Verbindlich in dem Sinne, dass ein als Zahlwort oder
> > Mengenbegriff benutztes Symbol, nicht hier diese, und im andern Kontext
> > eine andere quantitative Gr=F6sse annehmen kann. Und wenn sich ein
> > solches virtuelles Objekt dann auch noch als vollkommen immun erweist,
> > gegen=FCber den =FCblichen mathematischen Verfahren zur
> > Gr=F6ssenmanipulation, sollte man sich mal fragen, inwieweit man aus der
> > logisch stringenten Welt der Wissenschaft, in das Land der Feen und
> > Zaubersteine entglitten ist.
>
> Folgerung: es gibt keine irrationalen Zahlen?
>
> Wer so rigoros denkt h=E4tte auch dem Punkt, der Linie, der Fl=E4che etc.
> die Existenz abzusprechen. Warum nicht lieber ein wenig Dialektik?
> Zahl und Kontinuum erg=E4nzen sich doch ideal als zwei sich gegenseitig
> ausschlie=DFende Welten.

Da sollte man schon konsequent bleiben. Cantor hat ja gezeigt wie auch
die Begriffe Linie, Fl=E4che und Mehrdimensionalit=E4t bezgl. ihrer
Punktemenge aus der Relativierbarkeit herausfallen, wenn man sie als
Kontinua betrachtet. Das zeigt doch, dass auch die Analysis nicht auf
dem Kontinuum aufgebaut sein kann, sondern nur auf dem potenziellen
Unbegrenzten.
Wenn die durch Integration erhaltene Fl=E4che unter einem
Kurvenintervall bez=FCglich der Punktemenge "gleichgross" (vollst=E4ndig
abbildbar) ist, wie der entsprechende Abszissenabschnitt (oder der
zugeh=F6rige Kurvenabschnitt), dann ist das Ergebnis nichtssagend. Ein
quantitativ relevantes Ergebnis kann ich auch hierbei nur erhalten,
wenn meine "d" im endlichen und damit relativierbaren Rahmen beliebig
klein, aber nicht im Sinne eines Kontinuums "aktual unendlich klein"
(was immer das sein soll, ausser "0") sein k=F6nnen.
>
> Ganz so unsinnig wie die ML sind gewisse Quellen aus denen der ML
> sch=F6pfte also nicht.
> Gruss, Eckard

Kontinuum, egal ob in der Arithmetik, Analysis, oder sonstwo, IST im
quantitativ-relativen Kontext unsinnig.
Vielleicht lag hier ja sogar der Grund, warum Cantor dieses
vermeintliche Kontinuum weiter untersuchen wollte: Eben weil es in der
Infinitesimalrechnung so gute Dienste leistet. Dass es sich aber um
eine skalierbare, unbegrenzte, aber diskrete Vielheit handeln muss,
statt um ein Kontinuum, ist ihm, wie den Meisten, entgangen.

Gruss Peter

From:Eckard Blumschein <blumschein@et.uni-magdeburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 1/13/2006 5:00 PM, peter schurr wrote:
> Eckard Blumschein schrieb:
>
>> On 1/11/2006 6:43 PM, peter schurr wrote:
>> > Eckard Blumschein schrieb:
>
>> > in alle Schuhgrössen gleichzeitig passt und somit gar keine
>> > verbindliche "Grösse" im Sinne boolscher Relativierbarkeit
>>
>> Ist boolsche Relativierbarkeit ein üblicher, unmissverständlicher und in
>> diesem Fall passender Begriff?
> Unüblich sicher.
> Unmissverständlich eher nicht. Da es unüblich ist, muss man über
> seine Bedeutung im Kontext kurz nachdenken. Darin liegt schon eine
> Quelle des Missverstehens.
> Passend? Aus meiner Sicht ja, sonst hätte ich ein anderes gewählt.
> Ist aber subjektiv.

Ich versuche durchaus wohlwollend den Begriff Relativierbarkeit zu
verstehen und vermute er sollausdrücken, dass es möglich ist zwei Zahlen
mit einander zu vergleichen und als kleiner, größer oder gleich
zuerkennen. Dafür kenne ich den Begriff Trichotomie.
Auf der anderen Seite verbindet sich bei mir boolsch mit Algebra, also
mit Negationen sowie Und- bzw. Oder-Verknüpfungen. So richtig sehe ich
da keine Verbindung.


>
>> > darstellen kann. Verbindlich in dem Sinne, dass ein als Zahlwort oder
>> > Mengenbegriff benutztes Symbol, nicht hier diese, und im andern Kontext
>> > eine andere quantitative Grösse annehmen kann. Und wenn sich ein
>> > solches virtuelles Objekt dann auch noch als vollkommen immun erweist,
>> > gegenüber den üblichen mathematischen Verfahren zur
>> > Grössenmanipulation, sollte man sich mal fragen, inwieweit man aus der
>> > logisch stringenten Welt der Wissenschaft, in das Land der Feen und
>> > Zaubersteine entglitten ist.
>>
>> Folgerung: es gibt keine irrationalen Zahlen?
>>
>> Wer so rigoros denkt hätte auch dem Punkt, der Linie, der Fläche etc.
>> die Existenz abzusprechen. Warum nicht lieber ein wenig Dialektik?
>> Zahl und Kontinuum ergänzen sich doch ideal als zwei sich gegenseitig
>> ausschließende Welten.
>
> Da sollte man schon konsequent bleiben. Cantor hat ja gezeigt wie auch
> die Begriffe Linie, Fläche und Mehrdimensionalität bezgl. ihrer
> Punktemenge aus der Relativierbarkeit herausfallen, wenn man sie als
> Kontinua betrachtet.

Das Stichwortverzeichnis Fraenkels nennt zum Buchstaben R nur zwei
Verweise auf Religion und einen auf Rest, keinen auf Relativierbarkeit.
Passen würde vielleicht Vergleichbarkeit. Offenbar ist die Religion für
die Mathematik viel wichtiger. Ich kann mich auch nicht erinnern bei
Cantor Relativierbarkeit gelesen zu haben. Hinsichtlich "linearer
Punktmengen" vergleicht Fraenkel (1923, S. 105) die ML mit einem
Mikroskop von unendlicher Auflösung. Auf S. 112 steht folgender Unsinn:
"Die Bezeichnung 'abgeschlossen' bezieht sich darauf, dass jede einzelne
Lücke in einer Punktmenge durch Hinzufügen eines Punkts zur Menge
beseitigt werden kann..."
Fraenkel hat wie schon Dedekind und gewiss auch Cantor das Wesen des
Kontinuums nicht verstanden.

> Das zeigt doch, dass auch die Analysis nicht auf
> dem Kontinuum aufgebaut sein kann, sondern nur auf dem potenziellen
> Unbegrenzten.

Auch wenn Einführungen in die Analysis üblicherweise mit Definitionen
von Zahlen beginnen, rechnet die Analysis nie wirklich mit reellen
Zahlen sondern immer nur mit jenen Aufgaben bzw. Symbolen welche sie
definieren. Dabei können freilich unlösbare Aufgaben nur als fiktive,
also als reelle (ich sage transnumerale) Zahl gedacht sein.
Wenn wohl die meisten Bücher behaupten, die arithmetischen Operationen
sind mit reellen Zahlen stets ausführbar, dann sind genau genommen nicht
irrationale "Zahlen" sondern die sie definierenden Aufgaben gemeint.

Man verknüpft die Aufgaben bzw. Symbole also gedanklich im Kontinuum.
Nur ist dort die numerische Ausführung nicht möglich sondern erst mit
den potentiell unbegrenzten rationalen Zahlen.

> Wenn die durch Integration erhaltene Fläche unter einem
> Kurvenintervall bezüglich der Punktemenge "gleichgross" (vollständig
> abbildbar) ist, wie der entsprechende Abszissenabschnitt (oder der
> zugehörige Kurvenabschnitt), dann ist das Ergebnis nichtssagend. Ein
> quantitativ relevantes Ergebnis kann ich auch hierbei nur erhalten,
> wenn meine "d" im endlichen und damit relativierbaren Rahmen beliebig
> klein, aber nicht im Sinne eines Kontinuums "aktual unendlich klein"
> (was immer das sein soll, ausser "0") sein können.

Punktemenge gleichgross? Solche Worte allein deuten doch schon in
Richtung Cantorschen Widersinns. Fläche, Linie und Volumen sind nicht in
endlich viele Punkte auflösbar.

>>
>> Ganz so unsinnig wie die ML sind gewisse Quellen aus denen der ML
>> schöpfte also nicht.
>> Gruss, Eckard
>
> Kontinuum, egal ob in der Arithmetik, Analysis, oder sonstwo, IST im
> quantitativ-relativen Kontext unsinnig.

Ich sage: Es ist scharf von dem Reich richtiger, also diskreter
(rationaler) Zahlen zu unterscheiden.


> Vielleicht lag hier ja sogar der Grund, warum Cantor dieses
> vermeintliche Kontinuum weiter untersuchen wollte: Eben weil es in der
> Infinitesimalrechnung so gute Dienste leistet. Dass es sich aber um
> eine skalierbare, unbegrenzte, aber diskrete Vielheit handeln muss,
> statt um ein Kontinuum, ist ihm, wie den Meisten, entgangen.

Ja, so ungefähr sehe ich das auch. Man stellte sich die irrationalen
"Zahlen" naiverweise wie richtige (rationale) Zahlen vor. Deshalb kam
niemand auf die Idee zu fragen ob es überhaupt zulässig war mit
rationalen Zahlen und irrationalen "Zahlen" völlig Verschiedenes zu
reellen Zahlen zusammenzufassen.

Peinlich ist es, dass Dedekindschnitte noch immer gelehrt werden.

Gruss,
Eckard



From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

hbdere schrieb:

> WM wrote:
> > Sascha M=FCller schrieb:
> > > Es zeugt auch nicht gerade von messerscharfem Schlussfolgern, wenn man
> > > bei unendlicher Elementanzahl von einem "h=F6chsten Resultat" redet.
> > Es zeugt ebensowenig davon, wenn man von einer "vollendeten
> > Unendlichkeit" redet. das ist n=E4mlich die Meinung von "aktual".
> Meine Guete, haben Sie eigentlich nichts besseres zu tun?

Doch, ich h=E4tte ja gern mit Ihnen =FCber Cantors ersten
=DCberabz=E4hlbarkeitsbeweis gesprochen.

> Sie sollten
> wieder zu Ihrem Binaerbaum zurueckkehren, da war Ihre Argumentation
> naemlich einfach nur falsch.

N=E4mlich an welcher Stelle?

> Hier ist es nur noch voellig sinnfreies
> Schwadronieren. Wen auf der weiten Welt interessiert es denn nur fuer
> fuenf Pfennig, ob "oo" nun als "Zahl" oder als "Quantitaet" gemeint
> ist?

Es hat Cantor sein ganzes Leben lang interessiert. Mit Ihrer
Einstellung h=E4tte er sich gleich von der Mathematik zur=FCckgezogen.
Und es interessiert noch immer jeden, der sein wundersch=F6nes
Diagonalargument von 1890 nachvollziehen m=F6chte. Da wird der
Zahlcharakter n=E4mlich ben=F6tigt. (Wenn dann die ersten Probleme
auftreten, dann trennt man sich. So ist das heutzutage eben.)

> Es ist ein einfaches Symbol. Man kann es als ein vorher nicht
> enthaltenes Element zu |N dazutun, und bekommt |N \cup {oo}. Dann kann
> man Addition etc. geeignet definieren.
> Diese ganze "Kritik" ist so eine Art verklemmter Platonismus verquickt
> mit einer hoechst fraglichen Semiotik: Einerseits wird gefordert, die
> Mathematik solle irgendwie "wahr" sein, irgendwelche Ideale nachbilden,

Jeder mathematische Begriff ist selbst eine materielle Realit=E4t
(dieses Dreieck) oder eine Abstraktion davon (ein Dreieck) in einem
unbedingt materiellen Denkapparat. Ich bezeichne das als Idee. Unter
einem Ideal verstehe ich etwas anderes (mathematisch und
psychologisch).

> und dann wiederum kann sie es nicht recht machen, weil sie dabei sich
> die Freiheit nimmt, gelegentlich mal etwas ueber ABSOLUT KLARE
> Sachverhalte drueberzuwischen und das Wort "Zahl" fuer mehr als einen
> Begriff, der aber aus dem Kontext immer klar ist, zu verwenden. Das
> Verbrechen der Mathematik ist dabei nicht groesser als das der Physik,
> die auch schon mal einen Buchstaben fuer zwei verschiedene Sachen
> verwendet haben soll.

Es geht darum, da=DF zwei nat=FCrliche Zahlen sich um mindestens 1
unterscheiden. Vor und nach Cantor. Und wenn wir unendlich viele
Unterschiede von 1 haben, dann ist das eben keine endliche Zahl mehr.
Es gibt also keine unendliche Menge endlicher Zahlen. Das ist aber das
Fundament der ML.

> Viel besser waere es, Sie wuerden Ihren binaeren Baum mal in einem
> kurzen Dokument hinschreiben, dazu einen Beweis, warum daraus
> wasauchimmer folgt, und dann koennen die Leute hier Ihnen sagen, wo der
> Fehler liegt. Das waere doch fuer alle hilfreich. Und zudem waere es
> beinahe schon "echte" Mathematik.

Aber das habe ich doch schon 1000 mal getan! Jedes Pfadb=FCndel kriegt
die Kante zugeordet, die es durchl=E4uft. Bei einer Verzweigung wird das
angesammelte Kantenverm=F6gen geteilt. Wenn eine vollst=E4ndige Zahl in
Cantors Liste existiert, dann existieren auch alle reellen Zahlen aus
[0, 1] im Baum. Und im Unendlichen werden aus Padb=FCndeln Pfade, von
denen jeder mehr als eine Kante tr=E4gt. Einfacher geht es doch nicht!

Gru=DF, WM

From:"hbdere" <hbdere@gmx.net>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:
> Das ist doch derselbe Fall wie bei Cantor. Eine mit nat=FCrlichen Zahlen
> numerierte Liste wird niemals enden. Trotzdem akzepiert jeder (fast
> jeder), da=DF man die Diagonalziffer *jeder* Listenzahl =E4ndern kann.
Das ist doch der springende Punkt. Es ist ueberhaupt nicht notwendig,
in Cantors Beweis die unendliche Diagonale konkret anzugeben. Wichtig
ist, dass man fuer jede der Zahlen in der Liste sicher sein kann, dass
sich die Diagonalzahl an wenigstens einer Stelle von ihr unterscheidet.
Damit wird ja nur gezeigt, dass es eben NICHT geht, die reellen Zahlen
abzuzaehlen.
Sie hingegen versuchen, einen konstruktiven Abzaehlbeweis zu fuehren.
Dazu muessten Sie in irgendeiner Form auch noch mitteilen, wie Sie mit
der Tatsache, dass es mehr Pfade als Kanten gibt, umgehen wollen.
Einfach zu sagen "das ist wie bei Cantor" funktioniert nicht - da
stehen ihnen die Quantoren im Wege. Cantor fuer den Nachweis, das es
fuer jede abzaehlbare Liste von reellen Zahlen EINE reelle Zahl gibt,
die nicht enthalten ist. Sie muessten nachweisen, dass ALLE reellen
Zahlen gemeinsam in einer abzaehlbaren Liste aufzufinden sind.

> Wenn also *jede* Ziffer der Diagonalzahl in der Liste ist, dann ist
> auch jedes Ziffern=E4quivalent im Baum. Das bedeutet, der Baum enth=E4lt
> die vollst=E4ndigen Pfade. Ihre obige Aussage ist =E4quivalent zu der
> Behauptung, da=DF Cantors Liste niemals zu Ende w=E4re und damit die
> Diagonalzahl niemals vollst=E4ndig als von allen anderen Eintr=E4gen
> verschieden befunden werden k=F6nnte.
Cantors Liste ist nie zu Ende. Das waere ja eine traurige Form von
Abzaehlbarkeit. Hingegen ist die Diagonalzahl von jedem Eintrag
verschieden. Sie geben mir die Nummer des Eintrags, an dem sie gleich
sein soll, und dann kann ich Ihnen sagen, warum sie dort ungleich ist.
Und mehr braucht es nicht.
Dass ist das Wesen des Widerspruchsbeweises: Aus dem klassischen
Beweis, dass es keine groesste Primzahl gibt, folgt noch kein
Primzahlalgorithmus. Es steht Ihnen frei, diese Beweistechnik
abzulehnen. Das macht dann aber Cantors Beweis nicht falsch. Und, vor
allem, Ihren nicht richtig.

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

hbdere schrieb:

> WM wrote:
> > > Die Argumentation
> > > ist falsch, die Intuition geht in die richtige Richtung.
> > Da bin ich aber gspannt. Es bedarf einer Intuition. Ohne eigene Kante
> > kann kein Pfadb=FCndel von einem anderen abzweigen. Tut es dasaber icht,
> > so braucht man es auch nicht zu z=E4hlen.
> Was soll das denn jetzt wieder heissen? Ein Pfadbuendel (sagen wir
> besser eine Menge von Pfaden) trennt sich von einer anderen solchen
> Menge immer an einer Kante. Das heisst aber nicht, dass die Menge der
> Pfade, die ueber eine Kante laufen, jemals auch nur endlich wuerde

Das ist doch derselbe Fall wie bei Cantor. Eine mit nat=FCrlichen Zahlen
numerierte Liste wird niemals enden. Trotzdem akzepiert jeder (fast
jeder), da=DF man die Diagonalziffer *jeder* Listenzahl =E4ndern kann.
Wenn also *jede* Ziffer der Diagonalzahl in der Liste ist, dann ist
auch jedes Ziffern=E4quivalent im Baum. Das bedeutet, der Baum enth=E4lt
die vollst=E4ndigen Pfade. Ihre obige Aussage ist =E4quivalent zu der
Behauptung, da=DF Cantors Liste niemals zu Ende w=E4re und damit die
Diagonalzahl niemals vollst=E4ndig als von allen anderen Eintr=E4gen
verschieden befunden werden k=F6nnte.

> (denn aus der Wurzel gehen ja unendliche Pfadmengen hinaus - wo wuerden
> die denn nun konkret endlich?

Wo ist denn nun Cantors Ziel konkret erreicht, alle Ziffern ge=E4ndert
zu haben?

> Aber dieses Argument war falsch. Richtig
> ist, dass ueber jede Kante unendlich viele Pfade gehen

Richtig ist, da=DF in Cantors Liste, soweit man auch z=E4hlt, immer noch
unendlich viele Zeilen kommen. Es gibt kein konkretes Ende. Ebensowenig
gibt es das im Baum. Aber es ist klar: Jeder Abweig verl=E4uft =FCber ein
Kante. Jede existierende Pfadmenge kann nur =FCber eine Kante diese
Separation schaffen.

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Carsten Schultz schrieb:


> > Du benutzt Sie auch nicht im mathematischen Sinne (sonst h=E4ttest Du
> > erkennen m=FCssen, da=DF es im bin=E4ren Baum mehr Kanten als Pfade gib=
t,
> > nachdem Dein Einwand "immer nach links" gescheitert war; das ist
> > n=E4mlich ein mathematisches Argument per se),
>
> H=F6r doch bitte mit diesem Unfug auf.
>
> > sondern in einem Sinne,
> > der sich in den letzten hundert Jahren zur Mathematik aufgeworfen hat.
> > Wenn die meisten Mathematiker gegenw=E4rtig leben, so bedeutet das
> > nicht, da=DF sie recht haben. Die Wahrheit ist keine Frage von
> > Demokratie. Und guter Geschmack ist eher eine Sache von Minderheiten
> > (A. Everding).
>
> Auh die Mathematiker der Vergangenheit h=E4tten die Fehlerhaftigkeit all
> Deiner Argumente bemerkt.

Dann h=E4tten Sie aber den Fehler sicherlich bezeichnet k=F6nnen.
Und es gibt Mathematiker der Gegenwart, die voll hinter meinem Argument
(rational-bin=E4rer Baum) stehen. Ob die alle so viel unschlauer sind
als Du? Wer hat da wohl recht?

>
> >> Wo nimmt man es denn nicht so genau?
> >
> > Bei der Bedingung eps > 0 beliebig klein.
> > Es gibt keine Folgenglieder a_n mehr mit |pi - a_n| < 1/2^10^100
>
> `Genau' hei=DFt, dass man sich genau an die vereinbarten Regeln h=E4lt.
> Du hast andere (die sich wahrscheinlich nicht einmal konsistent
> formulieren lassen) und benutzt trotzdem die gleichen Worte. Gleiches
> Problem wie oben.
>
Nein, ich benutze genau die allgemein anerkannte Regel: F=FCr beliebig
kleines Epsilon 0: "... wenn es zu jedem eps > 0 eine Zahl n_0 gibt,
.=2E. ". Das findest Du in fast genau demselben Wortlaut in jedem
Analysis-I-Buch (au=DFer den ersten von l'Hopital und Zeitgenossen
nat=FCrlich).

Gru=DF, WM

From:Carsten Schultz <carsten@codimi.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 2006-01-13, WM <mueckenh@rz.fh-augsburg.de> wrote:
>
> Carsten Schultz schrieb:
>> Auh die Mathematiker der Vergangenheit hätten die Fehlerhaftigkeit all
>> Deiner Argumente bemerkt.
>
> Dann hätten Sie aber den Fehler sicherlich bezeichnet können.

Das tun hier auch die ganze Zeit alle.

> Und es gibt Mathematiker der Gegenwart, die voll hinter meinem Argument
> (rational-binärer Baum) stehen.

Das bezweifle ich.

>> >> Wo nimmt man es denn nicht so genau?
>> >
>> > Bei der Bedingung eps > 0 beliebig klein.
>> > Es gibt keine Folgenglieder a_n mehr mit |pi - a_n| < 1/2^10^100
>>
>> `Genau' heißt, dass man sich genau an die vereinbarten Regeln hält.
>> Du hast andere (die sich wahrscheinlich nicht einmal konsistent
>> formulieren lassen) und benutzt trotzdem die gleichen Worte. Gleiches
>> Problem wie oben.
>>
> Nein, ich benutze genau die allgemein anerkannte Regel: Für beliebig
> kleines Epsilon 0: "... wenn es zu jedem eps > 0 eine Zahl n_0 gibt,
> ... ". Das findest Du in fast genau demselben Wortlaut in jedem
> Analysis-I-Buch (außer den ersten von l'Hopital und Zeitgenossen
> natürlich).

Ich meinte den Teil, in dem Du meinst, an 2^{-10^100} wäre irgend
etwas besonderes.

Gruß,

Carsten

--
Carsten Schultz (2:38, 33:47)
http://carsten.codimi.de/
PGP/GPG key on the pgp.net key servers,
fingerprint on my home page.
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Fri, 13 Jan 2006 16:25:08 +0000 (UTC), Carsten Schultz
<carsten@codimi.de> wrote:

>>
>> ... es gibt Mathematiker der Gegenwart, die voll hinter meinem Argument
>> (rational-binärer Baum) stehen.
>>
Ok. Eine Existenzaussage. Wo bleibt denn der Beweis dafür? (Oder ist
das ein Mückeneheimsches Axiom: "Es g i b t Mathematiker, die ...")


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:"Kronberger Reinhard" <trallalla@mba-software.at>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM schreibt:

>Dann hätten Sie aber den Fehler sicherlich bezeichnet können.
>Und es gibt Mathematiker der Gegenwart, die voll hinter meinem Argument
>(rational-binärer Baum) stehen. Ob die alle so viel unschlauer sind
>als Du? Wer hat da wohl recht?

Die sollen sich hier mal melden.
Nach spätestens 5 Minuten werden die einsehen ,daß sie blödsinn reden.

Noch etwas zum Grübeln für Sie.

Der binäre Baum der rationalen Zahlen ist
was die Ecken und Kanten anbelangt identisch zum
Baum aller reelen Zahlen.

Der Baum also als solcher ist identisch.
Der unterschied liegt nur in der Pfadmenge.

Die Pfadmenge der rationalen Zahlen ist abzählbar
und die Pfadmenge der reelen Zahlen ist überabzählbar.

Und jetzt scharf nachdenken und nicht Müll reden.

K.R.


From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:


> Gut. Dann wissen wir also, da=DF die nat=FCrlichen Zahlen durch die Sprac=
he
> der Arithmetik nicht vollst=E4ndig beschrieben sind,

Hoppla, das ist aber ganz sch=F6n anma=DFend. Durch die Sprache der
Arithmetik werden die nat=FCrlichen Zahlen nat=FCrlich vollst=E4ndig
beschrieben. Mach einen Strich, mach noch einen Strich, usw., also z.B.
nach Lorenzens Methode.
Oder
1 e M,
n e M =3D=3D> (n+1) e M
AM: |N c M.
Das sind Beispiele in der Sprache der Arithmetik. ("+1" versteht ein
jeder, der dies lesen und irgend etwas mit den Symbolen anfangen kann.)

Der Versuch, die nat=FCrlichen Zahlen in FOPL eindeutig zu beschreiben,
mi=DFlingt dagegen. Daher ist FPL nicht zur Verst=E4ndigung =FCber
mathematische Probleme geeignet.

> sondern da=DF es neben
> dem Standardmodell ("nat=FCrliche Zahlen") auch weitere, hierzu nicht
> isomorphe Modelle gibt. Wo ist Ihr Problem? Mein Problem ist, da=DF Sie
> oben im Thread "nat=FCrliche Zahlen" sagen, aber nicht die nat=FCrlichen
> Zahlen meinen.

Sie konzedieren, da=DF FOPL die nat=FCrlichen Zahlen nicht eindeutig
fassen kann. Sie wollen die Mathematik allein auf FOPL aufbauen, halten
FOPL sogar f=FCr "die" Sprache der Arithmetik. Woher wissen Sie denn
dann =FCberhaupt, was die standard-nat=FCrlichen-Zahlen sind? Wie
unterscheiden Sie recht und unrecht?

> In abz=E4hlbaren Modellen f=FCr "im Kern =FCberabz=E4hlbare Theorien"
> (k=F6nnen Sie diesen Ausdruck pr=E4zisieren, vor allem das "im Kern"?)

Damit m=F6chte ich in poetischer Spache ausdr=FCcken, da=DF diese Theorie
(die transfinite ML) mit der =DCberabz=E4hlbarkeit steht und f=E4llt. (Mit
dem Kern einer Abbildung oder Integraltransformation hatte das also
nichts zu tun.)

> sehe
> ich hingegen kein Problem.

Das h=E4tte ich auch nicht anders erwartet!

K=F6nnten Sie mal eben Ihr abz=E4hlbares Lieblingsmodell posten, das alle
ZF-Axiome erf=FCllt? (Ich sammle n=E4mlich solche Modelle in meiner
privaten leeren Menge)

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Rudolf Sponsel schrieb:


> Hm - bei mir d=E4mmert ein AHA-Erlebnis - f=FCr die irrationalen Zahlen
> k=F6nnte ich es an dieser Stelle nachvollziehen. Vermutlich meint das auch
> EB immer: unendlich lange Zahlen kann man letztlich nicht beliebig genau
> vergleichen.
>
> Wie steht es mit einem Rettungsversuch, auf Trichotomie teilweise zu
> verzichten?

Teilweise tot, schwanger? "Ungef=E4hr gr=F6=DFer oder vielleicht auch
kleiner" ist eine Aussage =FCber Ideen oder fliegende Untertassen.
Fuzzy.
>
> Wieso die Trichotomie nicht f=FCr rationale Zahlen gelten soll, verstehe
> ich nicht.

P und P' *sind* rationale Zahlen. (Abgeschnittene Irrationalzahlen sind
Rationalzahlen.) Wenn aber die Ziffernzahl > 10^100, dann fehlt es an
Tinte im Universum.

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Amicus schrieb:

> On Mon, 16 Jan 2006 16:49:10 +0100, Christian Kortes
> <kortes@uni-muenster.de> wrote:
>
> >>>>
> >>>> 1 e M (1)
> >>>> n e M =3D=3D> n+1 e M (2)
> >>>> AM: |N c M (3)
> >>>>
> > Hm, dann hat IN h=F6chstens zwei Elemente, denn der K=F6rper
> > IF_2 erf=FCllt deine Axiome:
> >
> > 1 e IF_2
> > n e IF_2 =3D=3D> n+1 e {0,1} =3D IF_2.
> >
>
> Aus (3) allerdings, dass IN Teilmenge j e d e r Menge ist.

Diese Aussage ist ebenso falsch und widersprechend, wie etwa der Satz 1
+ 1 =3D 0 oder ein viereckiger Kreis. (frei nach G. Cantor in einem Brief
an Veronese)=20

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 17 Jan 2006 05:55:21 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:


(1) "1 e M
(2) n e M ==> n+1 e M
(3) AM: IN c M "

(Wolfgang Mückenheim)

>>
>> (3) [besagt] allerdings, dass IN Teilmenge j e d e r Menge ist.
>>
> Diese Aussage ist ebenso falsch und widersprechend, wie etwa der Satz
> 1 + 1 = 0 oder ein viereckiger Kreis.
>
Wie meinen, Herr Mückenheim? Aber d a s ist doch _genau_ die Aussage
von (3):

Für alle M: IN ist Teilmenge von M.

Oder wie würden S i e (3) übersetzen?


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:
> Markus Sigg schrieb:
>
>>Gut. Dann wissen wir also, daß die natürlichen Zahlen durch die Sprache
>>der Arithmetik nicht vollständig beschrieben sind,
>
>
> Hoppla, das ist aber ganz schön anmaßend. Durch die Sprache der
> Arithmetik werden die natürlichen Zahlen natürlich vollständig
> beschrieben. Mach einen Strich, mach noch einen Strich, usw., also z.B.

Nein, das ist nicht die Sprache der Arithmetik. Sie verwechseln da etwas.
Schauen Sie in irgendein Buch über Logik unter "Arithmetik", "Sprache der
Arithmetik" oder "Language of Arithmetic". Etwa Boolos/Jeffrey in Kapitel 14.
Kein Wunder, daß Herr Thumser es aufgegeben hat, Ihnen zu helfen.

> Der Versuch, die natürlichen Zahlen in FOPL eindeutig zu beschreiben,
> mißlingt dagegen. Daher ist FPL nicht zur Verständigung über
> mathematische Probleme geeignet.

Sie ist nicht zur Verständigung über alle mathematischen Probleme geeignet.
Na und?

> Sie konzedieren, daß FOPL die natürlichen Zahlen nicht eindeutig
> fassen kann. Sie wollen die Mathematik allein auf FOPL aufbauen, halten
> FOPL sogar für "die" Sprache der Arithmetik. Woher wissen Sie denn

Nein, das will ich nicht. Wie kommen Sie denn darauf?

> Könnten Sie mal eben Ihr abzählbares Lieblingsmodell posten, das alle
> ZF-Axiome erfüllt? (Ich sammle nämlich solche Modelle in meiner
> privaten leeren Menge)

Da wird Ihre Privatsammlung weiterhin so leer bleiben wie die Menge Ihrer
mathematischen Einsichten. Wieso sollte ich ein Lieblingsmodell haben?
Nicht mal wenn ich ein Logiker oder Modelltheoretiker wäre, müßte ich ein
Lieblingsmodell haben, sondern würde mich im Gegenteil der Untersuchung
verschiedenster Modelle widmen.

Gruß,
Markus Sigg
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Rudolf Sponsel schrieb:

> > JA! JA! JA! MIT UNENDLICH LANGEN ZEICHENKETTEN KANN MAN NICHT DIREKT
> > OPERIEREN! Was f=FCr eine beeindruckende Entdeckung!!11111111!!!!!!!!!
> >
Und man kann auch nicht alle Ziffern zweier solcher Zahlen
unterscheiden, nicht einmal 10^100. Und *das* wu=DFten Cantor und
Zeitgenossen noch nicht

> Tut mir leid, aber der Groschen hat mir in der Tat sehr lange gedauert.
> Ich w=FCrde aber nicht so weit gehen, deshalb zu sagen, das sind keine
> Zahlen. Und ich verstehe den darum gerankten Popanz auch nicht.

Es w=E4re mir doch auch total egal, ob man das "Zahlen" nennt oder
nicht, wenn man nicht ann=E4hme, da=DF man bei Zahlen unendlich viele
oder wenigstens beliebig viele Stellen miteinander vergleichen kann.
(Cantors Liste!)

Gru=DF, WM

From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM schrieb:
> Rudolf Sponsel schrieb:
>
>
>>>JA! JA! JA! MIT UNENDLICH LANGEN ZEICHENKETTEN KANN MAN NICHT DIREKT
>>>OPERIEREN! Was für eine beeindruckende Entdeckung!!11111111!!!!!!!!!
>>>
>
> Und man kann auch nicht alle Ziffern zweier solcher Zahlen
> unterscheiden, nicht einmal 10^100. Und *das* wußten Cantor und
> Zeitgenossen noch nicht
>
>
>>Tut mir leid, aber der Groschen hat mir in der Tat sehr lange gedauert.
>>Ich würde aber nicht so weit gehen, deshalb zu sagen, das sind keine
>>Zahlen. Und ich verstehe den darum gerankten Popanz auch nicht.
>
>
> Es wäre mir doch auch total egal, ob man das "Zahlen" nennt oder
> nicht, wenn man nicht annähme, daß man bei Zahlen unendlich viele
> oder wenigstens beliebig viele Stellen miteinander vergleichen kann.
> (Cantors Liste!)
>
> Gruß, WM
>
Hm, man kann doch nicht genau bekannte unendlich lange Zahlen
miteinander vergleichen, z.B.:

3.145145...irgendwie...
3.144145...irgendwie...

Man muß nicht wissen wie es weitergeht, um zu sagen, daß die erste > der
zweiten ist, also immer dann, wenn sie sich an einer 'endlichen' Stelle
unterscheiden.

Rudolf Sponsel, Erlangen
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Thu, 19 Jan 2006 13:26:03 +0100, Rudolf Sponsel
<rudolf-sponsel@sgipt.org> wrote:

>
> Hm, man kann doch nicht genau bekannte unendlich lange Zahlen
> miteinander vergleichen, z.B.:
>
> 3.145145...irgendwie...
> 3.144145...irgendwie...
>
> Man muß nicht wissen wie es weitergeht, um zu sagen, daß die erste > der
> zweiten ist, also immer dann, wenn sie sich an einer 'endlichen' Stelle
> unterscheiden.
>
Nicht schlecht, Sponsel. Dass entspricht nun mal *wirklich* der
üblichen (d.i. klassischen) mathematischen Denkweise! :-)


Nun könnte man aber eben als Konstruktivist/Finitist einwenden, dass
Du hier eine inakzeptable Behauptung aufstellst, weil Du etwas über
_unendlich_ lange Zahlen sagst, die es ja vielleicht noch nicht einmal
g i b t (in welchem Sinne auch immer).

Daher finde ich folgende Argumentation n o c h besser (wobei hier
immer vorausgesetzt wird, dass es aktual Unendliches nicht gibt):

>
> Hm, man kann doch auch /nicht genau bekannte/ Zahlen miteinander
> vergleichen, z.B.:
>
> 3.145145...irgendwie.
> 3.144145...irgendwie.
>
> Man muß nicht w i s s e n, wie es weitergeht, um zu sagen, daß die erste >
> der zweiten ist, also immer dann, wenn sie sich an einer Stelle unterscheiden.
>

Der klassische Mathematiker "extrapoliert" diese Überlegung sozusagen
auch auf unendlich lange "Zahlen" (Zifferfolgen).


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Amicus schrieb:
> On Thu, 19 Jan 2006 13:26:03 +0100, Rudolf Sponsel
> <rudolf-sponsel@sgipt.org> wrote:
>
>
>>Hm, man kann doch nicht genau bekannte unendlich lange Zahlen
>>miteinander vergleichen, z.B.:
>>
>>3.145145...irgendwie...
>>3.144145...irgendwie...
>>
>>Man muß nicht wissen wie es weitergeht, um zu sagen, daß die erste > der
>>zweiten ist, also immer dann, wenn sie sich an einer 'endlichen' Stelle
>>unterscheiden.
>>
>
> Nicht schlecht, Sponsel. Dass entspricht nun mal *wirklich* der
> üblichen (d.i. klassischen) mathematischen Denkweise! :-)
>
Es fehlt noch: "entsprechend unterscheiden."
>
> Nun könnte man aber eben als Konstruktivist/Finitist einwenden, dass
> Du hier eine inakzeptable Behauptung aufstellst, weil Du etwas über
> _unendlich_ lange Zahlen sagst, die es ja vielleicht noch nicht einmal
> g i b t (in welchem Sinne auch immer).
>
Ich dachte, es wäre unumstritten, daß es unendlich lange - irrationale -
Zahlen gibt. Man kann sie nur nicht hinschreiben.

> Daher finde ich folgende Argumentation n o c h besser (wobei hier
> immer vorausgesetzt wird, dass es aktual Unendliches nicht gibt):
>
>
>>Hm, man kann doch auch /nicht genau bekannte/ Zahlen miteinander
>>vergleichen, z.B.:
>>
>>3.145145...irgendwie.
>>3.144145...irgendwie.
>>
>>Man muß nicht w i s s e n, wie es weitergeht, um zu sagen, daß die erste >
>>der zweiten ist, also immer dann, wenn sie sich an einer Stelle unterscheiden.
>>
>
>
> Der klassische Mathematiker "extrapoliert" diese Überlegung sozusagen
> auch auf unendlich lange "Zahlen" (Zifferfolgen).
>
Das bleibt dunkel.
>
> A.
>
Rudolf Sponsel, Erlangen
From:"hbdere" <hbdere@gmx.net>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:
> Sascha M=FCller schrieb:
> > Es zeugt auch nicht gerade von messerscharfem Schlussfolgern, wenn man
> > bei unendlicher Elementanzahl von einem "h=F6chsten Resultat" redet.
> Es zeugt ebensowenig davon, wenn man von einer "vollendeten
> Unendlichkeit" redet. das ist n=E4mlich die Meinung von "aktual".
Meine Guete, haben Sie eigentlich nichts besseres zu tun? Sie sollten
wieder zu Ihrem Binaerbaum zurueckkehren, da war Ihre Argumentation
naemlich einfach nur falsch. Hier ist es nur noch voellig sinnfreies
Schwadronieren. Wen auf der weiten Welt interessiert es denn nur fuer
fuenf Pfennig, ob "oo" nun als "Zahl" oder als "Quantitaet" gemeint
ist? Es ist ein einfaches Symbol. Man kann es als ein vorher nicht
enthaltenes Element zu |N dazutun, und bekommt |N \cup {oo}. Dann kann
man Addition etc. geeignet definieren.
Diese ganze "Kritik" ist so eine Art verklemmter Platonismus verquickt
mit einer hoechst fraglichen Semiotik: Einerseits wird gefordert, die
Mathematik solle irgendwie "wahr" sein, irgendwelche Ideale nachbilden,
und dann wiederum kann sie es nicht recht machen, weil sie dabei sich
die Freiheit nimmt, gelegentlich mal etwas ueber ABSOLUT KLARE
Sachverhalte drueberzuwischen und das Wort "Zahl" fuer mehr als einen
Begriff, der aber aus dem Kontext immer klar ist, zu verwenden. Das
Verbrechen der Mathematik ist dabei nicht groesser als das der Physik,
die auch schon mal einen Buchstaben fuer zwei verschiedene Sachen
verwendet haben soll.
Viel besser waere es, Sie wuerden Ihren binaeren Baum mal in einem
kurzen Dokument hinschreiben, dazu einen Beweis, warum daraus
wasauchimmer folgt, und dann koennen die Leute hier Ihnen sagen, wo der
Fehler liegt. Das waere doch fuer alle hilfreich. Und zudem waere es
beinahe schon "echte" Mathematik.

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:

> > Ordnen wir im bin=E4ren Baum
> >
> > 0,
> > | \
> > 0 1
> > | \ | \
> > ...
> >
> > jedem Pfadb=FCndel die beim Abzweigen durchlaufene Kante zu (und
> > halbieren die
> > vorher diesem und dem abzweigenden Pfadb=FCndel gemeinsam zugeordneten
> > Kanten), so erhalten wir einen Beweis daf=FCr, da=DF jeder
> > Bin=E4rdarstellung einer reellen Zahl aus [0,1] mindestens eine der
> > abz=E4hlbar vielen Kanten zugeordnet wird. (Handele es sich dabei um ein

> Ich verfolge dieses Kasperletheater erst seit kurzem,

Ihrer Diktion nach zu urteilen, sind sie jedenfalls sehr
anpassungsf=E4hig.

> bin aber sicher,
> da=DF Sie auf folgenden Umstand schon mehrfach hingewiesen worden sind:
>
> Sie hantieren hier mit Begriffen, die Sie nicht mathematisch definiert
> haben. Es sind daher keine mathematischen Begriffe, sondern M=FCckenheim-
> Begriffe unklarer Bedeutung. Wenn Sie beim Rumspielen mit diesen Begriffen
> auf Absurdit=E4ten sto=DFen, dann haben Sie keinen Fehler in der Mathemat=
ik
> gefunden, sondern einen Fehler im M=FCckenheim-System.

Der Baum ist eine =FCbliche mathematische und deswegen durchaus nicht
erl=E4uterungsbed=FCrftige Struktur. Aber selbst wenn ich erstmals auf
diese Idee gekommen w=E4re, so k=F6nnte sie jeder Oberrealsch=FCler ohne
Probleme nachvollziehen.

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:


> Unverst=E4ndliches Geblubber.

Wenn das h=E4ufiger auftritt, sollte Sie die Trennsch=E4rfe Ihrer
Rezeptoren =FCberpr=FCfen und ggf. neu justieren lassen. Geht der Fehler
aber auf die CPU zur=FCck, dann hilft meistens nur ein Austausch.

Gru=DF, WM

From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:

> Markus Sigg schrieb:
>
>
>
>>Unverständliches Geblubber.
>
>
> Wenn das häufiger auftritt, sollte Sie die Trennschärfe Ihrer
> Rezeptoren überprüfen und ggf. neu justieren lassen. Geht der Fehler
> aber auf die CPU zurück, dann hilft meistens nur ein Austausch.
>
> Gruß, WM

Und wo ist Ihre surjektive Abbildung?

Gruß,
Markus Sigg
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Rudolf Sponsel schrieb:


> Es f=E4llt mir schwer, dem 'ewigen' hin und her zu folgen und w=FCnsche m=
ir,
> obschon Weihnachten schon vorbei ist, eine kurze und pr=E4ganante
> Darstellung des Gedanken- oder Beweisganges.

Die ersten Pfadb=FCndel bis zur Ebene n =3D 1 sind Repr=E4sentanten der
Bin=E4rzahlintervalle 0,0 bis 0,0111... =3D 0,1 und 0,1 bis 0,111. Die
Bin=E4rzahl 0,1 wird also durch zwei Pfade repr=E4sentiert, 0,0111... und
0,1. Die Bin=E4rzahl 1 wird nur durch den Pfad 0,111... repr=E4sentiert,
weil 1,0 nicht zum Baum geh=F6rt (die erste Ziffer ist immer 0).

Ebene
0 0,
/ \
1 0 1

Ich gebe nicht nur die Knoten an, sondern bezeichne sie gleich mit Bits
0 oder 1. Die Verbindungen zwischen zwei Knoten benachbarter Ebenen
hei=DFen Kanten.

Auf Ebene n =3D 2 haben sich die beiden Pfadb=FCndel in jeweils zwei, also
insgesmt vier verzweigt.

0 0,
/ \
1 0 1
/ \ / \
2 0 1 0 1

Sie repr=E4sentieren die Bin=E4rzahlintervalle
0 bis 0,00111
0,01 bis 0,0111...
0,1 bis 0,10111....
0,11 bis 0,111..

Der Inhalt (die L=E4nge) eines Intervalls ist 1/^n, weil das Gesamte
Intervall den Inhalt 1 besitzt und bis zur Ebene n genau 2^n
Pfadb=FCndel existieren. F=FCr n --> oo ist der Inhalt 1/2^omega =3D 0. Aus
den Intervallen sind Pfade geworden.

Man kann sagen: Zwei Parallelen schneiden sich nie oder sie schneiden
sich erst im Unendlichen. Aus Pfadb=FCndeln werden niemals Pfade oder
werden im erst im Unendlichen Pfade. Nun, das Rechnen mit dem
Unendlichen wurde ja nicht erst von Cantor gelehrt.

Die Zahl der Kanten bis zur Ebene n ist 2^(n+1) - 2.
Die Zahl der Pfadb=FCndel ist zur Ebene n ist 2^n.
Der Quotient aus Kantenzahl und Pfadb=FCndelzahl konvergiert gegen 2.

Die Zahl der Kanten ist abz=E4hlbar.

Ziehe Deine Schl=FCsse.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 25 Jan 2006 04:06:51 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
> [...] das Rechnen mit dem Unendlichen wurde ja nicht erst
> von Cantor gelehrt.
>
Doch, das Rechnen mit /aktual/ Unendlichem schon.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM schrieb:
> Rudolf Sponsel schrieb:
>
>
>
>>Es fällt mir schwer, dem 'ewigen' hin und her zu folgen und wünsche mir,
>>obschon Weihnachten schon vorbei ist, eine kurze und präganante
>>Darstellung des Gedanken- oder Beweisganges.
>
>
> Die ersten Pfadbündel bis zur Ebene n = 1 sind Repräsentanten der

...

Ich sag mal zwischendurch danke (auch allen andern), bin im Moment
beruflich aber so unter Druck, daß ich mich ca. ein Woche ziemlich
zurückhalten muß (ich hoffe, ich kann; hätte nicht gedacht, daß in
Mathegeschichten so viel 'Suchtpotential' steckt - wieder was gelernt,
was gar nicht beabsichtigt war).

...
>
> Gruß, WM
>

Rudolf Sponsel, Erlangen
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:

> Eben war noch von (unendlichen) Pfaden die Rede. Den Begriff
> "Pfadb=FCndel" m=FCssen Sie erst definieren. Anschlie=DFend erkl=E4ren
> Sie mir, wie Sie darauf auf die Pfade schlie=DFen.

Schauen Sie meine Antwort an RS an. Dort erkl=E4re ich alles noch einmal
so genau, da=DF selbst Sie es verstehen k=F6nnen sollten.=20

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Andreas Homrighausen schrieb:

> Amicus wrote:
>
> > >>
> > >> Nat=FCrlich existieren deine "Pfade" im ganzen unendlichen
> > >> Baum, nur w=FCrde ich lieber von unendlichen Knotenfolgen
> > >> sprechen wollen.
> > >>
> > Ein etwas sonderbarer Wunsch.
> >
> > >
> > > Wir haben uns hier in dsm auf "Pfad" geeinigt. Ich f=FCrchte, eine
> > > Umbenennung w=FCrde vielen das Verst=E4ndnis noch mehr erschweren.
> > >
> > In der Tat. Vor allem, wo es doch durchaus =FCblich ist, im Zusammenhang
> > mit /unendlichen/ B=E4umen von /unendlichen/ Pfaden zu sprechen.
>
> *g*
> Wollte doch nur darauf hinweisen,
> dass in der Diskussion Pfad mit unterschiedlichen Semantiken
> gebraucht wird: Einmal ist es eine endliche Knotenfolge eines
> unendlichen Baums, ein anderes mal eine unendliche
> Knotenfolge. Das ist unsauber ;-))

Der falsche Gebrauch stammt von Leuten, die den unendlichen bin=E4ren
Baum noch nicht verstanden hatten. Ich hoffe, da=DF das nun
abschlie=DFend gekl=E4rt ist.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 18 Jan 2006 05:23:29 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
> [ein binärer] Baum ist eine übliche mathematische und deswegen
> durchaus nicht erläuterungsbedürftige Struktur.
>
Das trifft vermutlich zu, wenn Leute über dieses Thema sprechen, die
über eine gewisse mathematische Bildung verfügen. Leider ist das bei
Ihnen nicht der Fall. Deshalb besteht die Forderung AN SIE zu recht.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:

> Markus Sigg schrieb:
>
>
>>>Ordnen wir im binären Baum
>>>
>>>0,
>>>| \
>>>0 1
>>>| \ | \
>>>...
>>>
>>>jedem Pfadbündel die beim Abzweigen durchlaufene Kante zu (und
>>>halbieren die
>>>vorher diesem und dem abzweigenden Pfadbündel gemeinsam zugeordneten
>>>Kanten), so erhalten wir einen Beweis dafür, daß jeder
>>>Binärdarstellung einer reellen Zahl aus [0,1] mindestens eine der
>>>abzählbar vielen Kanten zugeordnet wird. (Handele es sich dabei um ein
>
>
>>Ich verfolge dieses Kasperletheater erst seit kurzem,
>
>
> Ihrer Diktion nach zu urteilen, sind sie jedenfalls sehr
> anpassungsfähig.
>
>
>>bin aber sicher,
>>daß Sie auf folgenden Umstand schon mehrfach hingewiesen worden sind:
>>
>>Sie hantieren hier mit Begriffen, die Sie nicht mathematisch definiert
>>haben. Es sind daher keine mathematischen Begriffe, sondern Mückenheim-
>>Begriffe unklarer Bedeutung. Wenn Sie beim Rumspielen mit diesen Begriffen
>>auf Absurditäten stoßen, dann haben Sie keinen Fehler in der Mathematik
>>gefunden, sondern einen Fehler im Mückenheim-System.
>
>
> Der Baum ist eine übliche mathematische und deswegen durchaus nicht
> erläuterungsbedürftige Struktur. Aber selbst wenn ich erstmals auf
> diese Idee gekommen wäre, so könnte sie jeder Oberrealschüler ohne
> Probleme nachvollziehen.

Jeder Oberrealschüler kann sehen, daß Ihre undefinierten und uneinheitlich
benutzten Begriffe ("Pfad", "Pfadbündel", "letzte Kante") faul sind.

Falls Ihre Argumentation sauber ist, läßt sie sich auch präzisieren und
mathematisch formulieren. Machen Sie das doch einfach!

Gruß,
Markus Sigg
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Christopher Creutzig schrieb:

> Rudolf Sponsel wrote:
>
> > Es f=E4llt mir schwer, dem 'ewigen' hin und her zu folgen und w=FCnsche=
mir,
> > obschon Weihnachten schon vorbei ist, eine kurze und pr=E4ganante
> > Darstellung des Gedanken- oder Beweisganges. Vorab w=E4ren nat=FCrlich =
die
>
> Ich will es gerne versuchen: WMs Ansatz scheint der folgende zu sein
> (ich bitte ggf. um Korrekturen): In einem endlichen bin=E4ren Baum k=F6n=
nen
> wir Kantengewichte so verteilen, dass f=FCr jede Kante das Produkt aus
> ihrem Gewicht und der Anzahl Pfade durch diese Kante gleich 1 ist. Im
> vollst=E4ndigen Baum sind (schon aus Symmetriegr=FCnden) die Gewichte ein=
erh
> Ebene alle gleich:
>
>
> o
> / \ 1/4
> /\ /\ 1/2
> /\/\/\/\ 1
>
> Es ist nun offensichtlich, was mit diesen Gewichten passiert, wenn man
> an den Baum unten eine weitere Ebene anh=E4ngt, aber die genannte
> Eigenschaft behalten will: Sie werden alle halbiert, weil die Anzahl der
> Pfade verdopelt wird. Auch ist klar, dass die Summe der Kantengewichte
> entlang eines Pfades in einem vollst=E4ndigen bin=E4ren Baum der H=F6he n
> gerade 2-1/2^n ist. Die Summe aller Summen von Kantengewichten =FCber
> alle Pfade muss nat=FCrlich gleich der Summe aller Kantengewichte mal
> Anzahl der durch sie gehenden Pfade sein, schlie=DFlich werden einfach nur
> endliche Summen umsortiert.

Das ist sehr sch=F6n wiedergegeben. Allein die Berechnung der
Kantengewichte kann so nicht erfolgen.
>
> WMs Argument ist nun, dass man einfach nur den Grenzwert f=FCr n gegen
> unendlich betrachten m=FCsse und k=F6nne damit zeigen, dass die Anzahl der
> Pfade bis auf endliche Konstanten gleich der Anzahl der Kanten sei.
> Dieser Schritt birgt eine ganze Reihe von Fallstricken, die nicht gerade
> selten sind und die man eigentlich (er-)kennen sollte. Beispielsweise:
>
> - Es fehlt eine Argumentation, in welchem Sinne die betrachteten Gr=F6=DF=
en
> denn stetig von der H=F6he des Baums abh=E4ngen sollen. Konstanz gen=FCgt
> dabei nicht, wie das klassische Beispiel mit der L=E4nge der
> Treppendiagonalen zeigt. Ohne ein Stetigkeitsargument ist es nachgerade
> fahrl=E4ssig, lim f(x_n) =3D f(lim x_n) zu setzen, was WM allerdings tut =
(er
> will den rechten Wert erhalten und berechnet daf=FCr den linken).
> Einfacher w=E4re es, gar nicht erst mit einer endlichen Argumentation zu
> beginnen, aber damit bricht der ganze Ansatz zusammen,

Das Stetigkeitsargument liefert der Baum selbst. Ein Pfad(b=FCndel) kann
sich nur von einem anderen separieren, wenn dies per eigene Kante
geschieht. Deswegen verwende ich den Baum. Die Treppendiagonale hat
damit nichts zu tun.

> - Die geometrische Reihe muss irgendwo anfangen. Bei den endlichen
> Pfaden beginnt sie am Blatt, aber der unendliche Baum hat ja gar keine
> Bl=E4tter (denn ein Blatt w=E4re das Ende eines, nun ja, unendlichen Pfad=
es).

Die geometrische Reihe 1 + 1/2 + 1/4 + 1/8 + ... besitzt den Wert 2,
ohne da=DF sie irgendwo aufh=F6rt. Warum mu=DF meine irgendwo anfangen?
Wir ben=F6tigen lediglich den Grenzwert des folgenden Objektes:

1
1/2 + 1
1/4 + 1/2 + 1
1/8 + 1/4 + 1/2 + 1
.=2E.

Ich sage "Objekt", weil ich ihm in der Literatur noch nicht begegnet
bin und daher seinen Namen nicht kenne, wenn es denn schon einen
besitzen sollte. Trotzdem wage ich zu behaupten, da=DF der Grenzwert
f=FCr die Gliederzahl n --> oo genau 2 ist.

Der Nachweis geschieht wie =FCblich. Das Subobjekt mit n Summanden nenne
ich K_n.

| K_n - 2 | =3D 1/2^(n-1), wird also beliebig klein.

>
> - Au=DFerdem: Im Grenzwert haben *alle* Kanten ein Kantengewicht von
> *exakt* Null, womit das Vergleichsargument ebenfalls zusammenbricht.

Das ist wieder Zenons Sichtweise. Ein fallendes Hirsekorn verursacht
kein Ger=E4usch, also verursacht ein fallender Sack voller Hirsek=F6rner
auch kein Ger=E4usch.

Nicht anders ist das bei sinx / x f=FCr x --> 0. Die separate Berechnung
von Z=E4hler und Nenner f=FChrt zu nichts.

Wir haben es aber nicht n=F6tig, die Gewichte einzelner Kanten zu
bestimmen, sondern es gen=FCgt, lim (n-->oo) ( 2^(n+1) - 2) / 2^n =3D 2 zu
berechnen.

So. F=E4llt Dir noch etwas ein, oder sind wir fertig? Nehmen wir einmal
an, Du w=FCrdest einsehen, da=DF Deine Argumente nicht greifen. Was w=E4re
daraus zu schlie=DFen?

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 25 Jan 2006 04:15:30 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
> So. Fällt Dir noch etwas ein, oder sind wir fertig?
>

W a s bitte glaubst Du denn nun genau "bewiesen" zu haben? :-o

Kannst Du eine Bijektion zwischen der Menge der (unendlichen) Pfade
(des unendlichen Baums) und der Menge der natürlichen Zahlen angeben?
Wenn nein, hast Du damit leider immer noch nicht bewiesen, was Du bis-
lang *behauptet* hast (nämlich, dass die Menge der Pfade im unendlich-
en Baum /abzählbar/ unendlich wäre).


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Christopher Creutzig <christopher@creutzig.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:

> So. Fällt Dir noch etwas ein, oder sind wir fertig?

Für den Moment genügen mir die bereits genannten Argumente. Dass Du
ihre Relevanz und Korrektheit nicht sehen *willst*, ist mir schon klar.

> Nehmen wir einmal
> an, Du würdest einsehen, daß Deine Argumente nicht greifen. Was wäre
> daraus zu schließen?

Dann müsste ich nach weiteren Fehlern in der Argumentation suchen.
Würde ich keine finden, würde ich als Nächstes versuchen, die
Argumentation zu einem vernünftigen Beweis umzuformulieren. Sollte mir
das gelingen, wären wir beide anschließend vielleicht ziemlich verhasst,
auf jeden Fall äußerst bekannt. Aber das ist eine ausgesprochen
theoretische Überlegung.


Gruß,
Christopher
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Amicus schrieb:

> On 29 Jan 2006 03:10:58 -0800, "albrecht" <albstorz@gmx.de> wrote:
>
> >>
> >> Cantors Listenargument hantiert ausschlie=DFlich mit endlichen Zahlen =
und
> >> beweist damit, dass die angegebene Zahl ("Antidiagonale") f=FCr jedes =
n e
> >> IN *nicht* in Zeile n steht.
> >>
> Hier hat sich Christopher Creutzig m=F6glicherweise etwas ungl=FCcklich
> ausgedr=FCckt: Es wollte damit nat=FCrlich n i c h t sagen, dass alle in
> der "Liste" aufgef=FChrten Zahlen (d. i. die in der Folge auftretenden
> Zahlen) eine _endliche_ Dezimaldarstellung besitzen w=FCrden. Das ist
> nat=FCrlich i.A. nicht der Fall. (Aber er behauptet das ja auch nicht!)

An seiner Aussage ist =FCberhaupt nichts auszusetzen. Er wollte sagen
und hat gesagt, da=DF jede nat=FCrliche Zahl n endlich ist. Jede Zeile
der Liste (von denen es unendlich viele gibt) wird durch eine endliche
Zahl numeriert. Die Zahlen in den Zeilen sind sowieso endlich, weil aus
dem Intervall [0, 1]. Das hei=DFt nicht, da=DF sie abbrechende
Dezimaldarstellungen besitze.
>
> Was aber richtig ist, ist, dass bei der Konstruktion (bzw. Definition)
> der n-ten Stelle der "Antidiagonalen" jeweils nur die n-te Zeile (mit
> n e IN) aus der "Liste" zu ber=FCcksichtigen ist. Mit "unendlichen"
> Zeilennummern wird also nicht hantiert. Und auch irgendwelche "Grenz-
> =FCberg=E4nge" (was immer das auch sein soll) sind nicht relevant hier.

Sie sind nirgends relevant, wo nur endliche nat=FCrliche Zahlen
betrachtet werden, wie z.B. bei den stellen einer Dezimalzahl. Deswegen
gibt es ja gar keine irrationalen Zahlen.
>
> Es geht hier wieder um den grundlegenden Sachverhalt: Die unendliche
> Menge IN der nat=FCrlichen Zahlen enth=E4lt nur endliche Zahlen.

Gut erkannt. Und so ist es auch mit den Ebenen meines bin=E4ren Baums.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 30 Jan 2006 00:30:31 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
> [...] Deswegen gibt es ja gar keine irrationalen Zahlen.
>

Ich schließe mich hier der Meinung eines Posters in sci.math an:


"[...] take up basket weaving instead of mathematics.
It is more suitable for you."

(from sci.math, @Mückenheim )


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Wed, 25 Jan 2006 17:21:55 +0100, Christopher Creutzig
<christopher@creutzig.de> wrote:

>
> [...] Aber das ist eine ausgesprochen theoretische Überlegung.
>
Eher eine ausgesprochen /hypothetische/ Überlegung. Ein Philosoph
würde hier vermutlich sogar das Wort "kontrafaktisch" gebrauchen.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Rolf Albinger <rolf-albinger@onlinehome.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Wed, 18 Jan 2006 14:29:22 +0100, Markus Sigg <nomail@infimum.de>
wrote:
>[Snip]
>Jeder Oberrealschüler kann sehen, daß Ihre undefinierten und uneinheitlich
>benutzten Begriffe ("Pfad", "Pfadbündel", "letzte Kante") faul sind.
Das macht er immer so; wie es ihm gerade passt wechselt er die
Begriffe, um seinen albernen "Beweis" zu zeigen.
Das die Anzahl der Pfadbündel (Menge von Pfaden) abzählbar unendlich
- genau wie die Kanten - sind, bestreitet ja keiner; das hat er auch
noch nicht gerafft. Nur, dass es in einem unendlichen Baum keine
Pfadbündel mit nur einem Pfad gibt, das zu begreifen, dafür reichts
halt nicht bei ihm.
(In sci.math haben sie ihn nur ausgelacht
und ihm geraten Korbe zu flechten)
>Falls Ihre Argumentation sauber ist, läßt sie sich auch präzisieren und
>mathematisch formulieren. Machen Sie das doch einfach!
>
>Gruß,
>Markus Sigg
Viel Spass weiterhin
Rolf
--
Wo Eckhard B. argumentiert, ist Buridans Esel nicht weit
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:
> Wie man solche Dinge mathematisch pr=E4zisiert, lernt man (u.a. am Beispi=
el
> des Cantor-Beweises) meist im ersten Semester.

Deswegen glauben manche Nichtselbstdenker auch bis an ihr Lebensende
daran und k=F6nnen sich nicht vorstellen, da=DF da eine klitzkleine
Inkosistenz auftreten k=F6nnte.

Die Vorstellung des bin=E4ren Baums ist ein so einfache, da=DF man sie
entweder spontan versteht - oder eben nicht.

Gru=DF, WM

From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 18 Jan 2006 01:57:39 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
> Die Vorstellung des binären Baums ist ein so einfache, daß man sie
> entweder spontan versteht - oder eben nicht.
>
Das trifft vielleicht für einen _endlichen_ binären Baum zu. Für den
_unendlichen_ binären Baum ganz offensichtlich nicht.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Rolf Albinger <rolf-albinger@onlinehome.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 18 Jan 2006 01:57:39 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
>Markus Sigg schrieb:
>> Wie man solche Dinge mathematisch präzisiert, lernt man (u.a. am Beispiel
>> des Cantor-Beweises) meist im ersten Semester.
>
>Deswegen glauben manche Nichtselbstdenker auch bis an ihr Lebensende
>daran und können sich nicht vorstellen, daß da eine klitzkleine
>Inkosistenz auftreten könnte.
>
>Die Vorstellung des binären Baums ist ein so einfache, daß man sie
>entweder spontan versteht - oder eben nicht.
Genau, oder eben nicht. Sie haben es nicht verstanden, sonst würden
sie nicht so falsche Argumente benutzen.
>Gruß, WM
Viel Spass weiterhin
Rolf
--
Wo Eckhard B. argumentiert, ist Buridans Esel nicht weit
From:Markus Sigg <nomail@infimum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM wrote:

> Markus Sigg schrieb:
>
>>Wie man solche Dinge mathematisch präzisiert, lernt man (u.a. am Beispiel
>>des Cantor-Beweises) meist im ersten Semester.
>
>
> Deswegen glauben manche Nichtselbstdenker auch bis an ihr Lebensende
> daran und können sich nicht vorstellen, daß da eine klitzkleine
> Inkosistenz auftreten könnte.

Mehr als Polemik haben Sie nicht?

Wie gesagt: Wenn Sie eine Inkonsistenz gefunden habe, dann ist
es eine Inkonsistenz in *Ihrem* unscharfen System, nicht in der
Mathematik.

> Die Vorstellung des binären Baums ist ein so einfache, daß man sie
> entweder spontan versteht - oder eben nicht.

Genau: Oder eben nicht. Wer die Vorstellung nicht präzisieren kann,
hat das Ding auch nicht verstanden.

Gruß,
Markus Sigg
From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
hbdere schrieb:
> WM wrote:
>
>>Sascha Müller schrieb:
>>
>>>Es zeugt auch nicht gerade von messerscharfem Schlussfolgern, wenn man
>>>bei unendlicher Elementanzahl von einem "höchsten Resultat" redet.
>>
>>Es zeugt ebensowenig davon, wenn man von einer "vollendeten
>>Unendlichkeit" redet. das ist nämlich die Meinung von "aktual".
>
> Meine Guete, haben Sie eigentlich nichts besseres zu tun? Sie sollten
> wieder zu Ihrem Binaerbaum zurueckkehren, da war Ihre Argumentation
> naemlich einfach nur falsch. Hier ist es nur noch voellig sinnfreies
> Schwadronieren. Wen auf der weiten Welt interessiert es denn nur fuer
> fuenf Pfennig, ob "oo" nun als "Zahl" oder als "Quantitaet" gemeint
> ist? Es ist ein einfaches Symbol. Man kann es als ein vorher nicht
> enthaltenes Element zu |N dazutun, und bekommt |N \cup {oo}. Dann kann

Einspruch.

> man Addition etc. geeignet definieren.
> Diese ganze "Kritik" ist so eine Art verklemmter Platonismus verquickt
> mit einer hoechst fraglichen Semiotik: Einerseits wird gefordert, die
> Mathematik solle irgendwie "wahr" sein, irgendwelche Ideale nachbilden,
> und dann wiederum kann sie es nicht recht machen, weil sie dabei sich
> die Freiheit nimmt, gelegentlich mal etwas ueber ABSOLUT KLARE
> Sachverhalte drueberzuwischen und das Wort "Zahl" fuer mehr als einen
> Begriff, der aber aus dem Kontext immer klar ist, zu verwenden. Das
> Verbrechen der Mathematik ist dabei nicht groesser als das der Physik,
> die auch schon mal einen Buchstaben fuer zwei verschiedene Sachen
> verwendet haben soll.
> Viel besser waere es, Sie wuerden Ihren binaeren Baum mal in einem
> kurzen Dokument hinschreiben, dazu einen Beweis, warum daraus
> wasauchimmer folgt, und dann koennen die Leute hier Ihnen sagen, wo der
> Fehler liegt. Das waere doch fuer alle hilfreich. Und zudem waere es
> beinahe schon "echte" Mathematik.
>
Am besten dann aber unter neuem Thread (Vorschlag "Binaerbaum"), von
Anfang an.

Rudolf Sponsel, Erlangen
From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Dantons Tod [war: Cantors Ende]
Date:$$DATE$$

Benno Hartwig schrieb:

> "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de> schrieb
>
> > ...
> > 10^n Zahlen passen in eine Menge, deren gr=F6=DFte Zahl nicht kleiner a=
ls
> > 10^n ist.
> > n Zahlen passen in eine Menge, deren gr=F6=DFte Zahl nicht kleiner als =
n=2E
>
> > omega Zahlen passen in eine Menge, deren gr=F6=DFte Zahl nicht kleiner
> > als omega ist.
>
> Das behauptest du einfach mal, weil es so sch=F6n in die Reihe passt.
> Ein Beweis ist sowas sicher nicht, denn
> "n Zahlen passen in eine Menge, deren gr=F6=DFte Zahl nicht kleiner als n=
."
> wissen wir ja nur f=FCr 'richtigen' (diesen Terminus =FCbernehme ich von
> dir) nat=FCrliche Zahlen.
> Dass das auch f=FCr die 'nicht richtigen' gilt (was auch immer das
> genau sein mag), wolltest du ja gerade beweisen.
> Eine einfache Behauptung reicht da immer noch nicht.

Nachtrag zur Verdeutlichung: Jede Menge von nat=FCrlichen Zahlen, die
wir in ein endliches Intervall quetschen k=F6nnen, ist notwendig eine
endliche Menge.
Die Aussage
"WENN endliches Intervall, DANN endliche Menge"
ist logisch =E4quivalent zu
? (=DCbungsaufgabe).

Beachte: Es geht nur um *richtige* nat=FCrliche Zahlen!

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

WM schrieb:

> Cantor hat in der Regel von ganzen Zahlen gesprochen, wenn er
> nat=FCrliche Zahlen meinte. Wenn der Bezug nicht klar war, so hat er
> "positive ganze Zahlen" geschrieben. Der Ausdruck "nat=FCrliche Zahlen"
> kommt bei ihm aber auch vor.
>
> Seine transfiniten Zahlen hat er nat=FCrlich nicht als nat=FCrliche Zahlen
> bezeichnet,

Korrektur.

Denn es handelt sich um eine Erweiterung resp. Fortsetzung der realen
ganzen Zahlenreihe =FCber das Unendliche hinaus; so gewagt dies auch
scheinen m=F6chte, kann ich dennoch nicht nur die Hoffnung, sondern die
feste =DCberzeugung aussprechen, da=DF diese Erweiterung mit der Zeit als
eine durchaus einfache, angemessene, nat=FCrliche wird angesehen werden
m=FCssen. (p. 165)

.=2E. gl=FCcklicherweise stellt sich ihnen aber, wie wir sehen werden, ein
drittes Prinzip, welches ich das Hemmungs- oder Beschr=E4nkungsprinzip
nenne, entgegen, wodurch dem durchaus endlosen Bildungsproze=DF
sukzessive gewisse Schranken auferlegt werden, so da=DF wir nat=FCrliche
Abschnitte in der absolut unendlichen Folge der realen ganzen Zahlen
erhalten, welche Abschnitte ich Zahlenklassen nenne.
.=2E
Unsere oben erw=E4hnten Zahlenklassen der bestimmt-unendlichen realen
ganzen Zahlen weisen sich nun als die nat=FCrlichen, in einheitlicher
Form sich darbietenden Repr=E4sentanten der in gesetzm=E4=DFiger Folge
aufsteigenden M=E4chtigkeit von wohldefinierten Mengen aus. (p. 167)

Es soll nun gezeigt werden, wie man zu den Definitionen der neuen
Zahlen gef=FChrt wird und auf welche Weise sich die nat=FCrlichen
Abschnitte in der absolut-unendlichen realen ganzen Zahlenfolge, welche
ich Zahlenklassen nenne, ergeben. (p. 195)

.=2E. wo beta Zahlen unserer nat=FCrlichen erweiterten Zahlenreihe von
omega an durchl=E4uft (p. 201).

Alle Zitate aus G E O R G C A N T O R, GESAMMELTE ABHANDLUNGEN
MATHEMATISCHEN UND PHILOSOPHISCHEN INHALTS Mit erl=E4uternden
Anmerkungen sowie mit Erg=E4nzungen aus dem Briefwechsel Cantor -
Dedekind Herausgegeben von ERNST ZERMELO Nebst einem Lebenslauf Cantors
von ADOLF FRAENKEL Nachdruck 1966, GEORG OLMS VERLAGSBUCHHANDLUNG
HILDESHEIM

Ich verzichte darauf, die letzten 250 Seiten zu durchsuchen, denn es
scheint mir genug.

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

WM schrieb:

> Helmut B=FCch schrieb:
>
>
> > PS: Hat Cantor wirklich gesagt, es g=E4be unendlich gro=DFe nat=FCrlich=
e Zahlen?
>
> Ja. =DCberendliche ganze Zahlen, aktual unendlich Zahlen etc.
>
> > Wo?
> Zitat:
> Hier wird f=E4lschlich vorausgesetzt, eine aktualunendliche Zahl m=FCsse
> notwendig (weil man bei endlichen Zahlen daran gew=F6hnt ist) eine ihr
> zun=E4chst vorhergehende ganze Zahl haben, aus welcher sie durch
> Hinzuf=FCgung der Eins hervorginge.
> Cantor, Werke, S. 394 und an vielen anderen Stellen.

Zusatz: "... wo beta Zahlen unserer nat=FCrlichen erweiterten
Zahlenreihe von omega an durchl=E4uft." Es geht um die Zahlen omega+1,
omega+2, ...

G E O R G C A N T O R, GESAMMELTE ABHANDLUNGEN MATHEMATISCHEN UND
PHILOSOPHISCHEN INHALTS Mit erl=E4uternden Anmerkungen sowie mit
Erg=E4nzungen aus dem Briefwechsel Cantor - Dedekind Herausgegeben von
ERNST ZERMELO Nebst einem Lebenslauf Cantors von ADOLF FRAENKEL
Nachdruck 1966, GEORG OLMS VERLAGSBUCHHANDLUNG HILDESHEIM, p. 201.

Gru=DF, WM

From:"peter schurr" <peter.schurr@freenet.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Christian Kortes schrieb:

> peter schurr wrote:
> >> >> Es gibt in IN unendlich viele,
> >> >> unendlich grosse Zahlen. Diese haben unendlich viele Stellen.
>
> > Zu diesem Sachverhalt hab ich schon an anderer Stelle geantwortet, aber
> > es geht auch einfacher:
> > Nenne dir doch einfach selbst die Zahl die sich ergibt, wenn du die
> > Nachkommastellen von "Pi" so behandelst, als handele es sich um eine
> > nat=FCrliche Zahl...
>
> Es ist aber keine nat=FCrliche Zahl, sondern eine unendliche Folge von
> Ziffern:
>
> 141592653589793238462643383279502884197...
Hab ich auch nicht behauptet, sondern nur den Hinweis gegeben, er solle
diese Folge so behandeln als ob...

Falls du es noch nicht bemerkt hast: Ich benutze diese Hinweise auf die
numerisch nicht gegebene Eindeutigkeit von transzendenten Zahlen, genau
deswegen: Um ironisch auf euer "wasch mich, aber mach mich nicht nass"
-Gedruckse bzgl. der Benutzung des Unendlichkeitsbegriffs hinzuweisen.
Z=2EB. euer : Unendlich viele Ja, aber unendlich grosse Nein, in Bezug
auf die n e IN. F=FCr mich sind Ordinalit=E4t und Kardinalit=E4t bei den
nat=FCrlichen Zahlen nicht nur bijektiv sondern bijunctiv, sofern man
f=FCr beide Eigenschaften den selben Unbegrenztheitsbegriff ansetzt.
>=20
> "Griff ins Klo"
Jau, geh halt Finger waschen.

Gruss Peter

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Markus Sigg schrieb:


> Mir ist unklar, auf welcher mathematischen Grundlage Sie argumentieren.

Ich bin flexibel und stelle es Ihnen frei. Ganz unmi=DFverst=E4ndlich,
(hoffentlich): es gibt zwei Alternativen:

1) Saubere Mathematik ohne =FCberendliche nat=FCrliche Zahlen und ohne
die Restriktionen, zu denen die FOPL notwendig zwingt (zum Beispiel den
Verzicht auf Argumente zum bin=E4ren Baum).

2) FOPL-ZF(C) mit der Notwendigkeit, ein abz=E4hlbares Modell f=FCr eine
im Kern =FCberabz=E4hlbare Theorie zu akzeptieren.

> An einer anderen Stelle haben Sie die Diskussion (mit Herrn Thumser)
> anscheinend abgebrochen, weil Sie eine andere Vorstellung von Logik
> haben, als in der Mathematik =FCblich. Wenn Sie irgendetwas behaupten,
> sollten sie es daher grunds=E4tzlich mit Literaturangaben versehen (es gi=
bt
> ja genug B=FCcher =FCber Logik und Modelltheorie), falls es sich um allge=
mein
> anerkannten Stoff handelt.

Ich glaube, Punkt (2) oben ist hinreichend bekannt.

> Soweit es hingegen um Ihre eigene Sichtweise der
> Dinge geht, sollten Sie Ihre Theorie zuerst zu einem konsistenten Ganzen
> entwickeln und als Arbeitsgrundlage niederschreiben.

Das ist (1), die Mathematik vor 1870. Sollte unter Mathematikern auch
noch hinreichend bekannt sein.

> Sonst ist keine sinnvolle
> Auseinandersetzung m=F6glich (wie man zur Gen=FCge beobachten kann), und =
Sie
> werden sich endlos weiter im Kreise drehen. Oder vielleicht gen=FCgt Ihne=
n das?

Ich hoffe, da=DF meine obigen Angaben an Deutlichkeit nichts zu
w=FCnschen =FCbrig lassen.

Gru=DF, WM

From:"WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$

Rudolf Sponsel schrieb:

> WM schrieb:
> > Rudolf Sponsel schrieb:
> >
> ...
> Ich beschr=C3=A4nke mich mal auf Pi.
> >
> > Richtig. Und noch kein Techniker hat die Zahl pi benutzt. (Ein
> > Mathematiker auch nicht, aber die werden das wieder abstreiten.)
> >
> Wenn das sophistisch hei=C3=9Fen soll, da=C3=9F mit dem exakten Wert von =
pi noch
> nie jemand gerechnet hat, ja. Aber das meint ja kaum jemand.

Das meint einer, der meint, da=C3=9F pi von allen anderen Zahlen
unterschieden werden kann. Dies ist aber nicht m=C3=B6glich, wie mein
Beispiel mit P und P' zeigt.
>
> Ich verstehe zwar nicht viel von Mathematik und der Technik, aber so
> grob rundum-erinnert, kommt die Gr=C3=B6=C3=9Fe pi fast =C3=BCberall und =
oft vor.

Das Objekt, die Idee, meinetwegen k=C3=B6nnte man auch die Zahl pi sagen
(ich tue es selbst, weil "die Irrationalit=C3=A4t" sich zu gespreizt
anh=C3=B6rt), aber es f=C3=BChrt immer wieder zu der falschen Annahme, da=
=C3=9F pi
tats=C3=A4chlich eine Zahl w=C3=A4re, also mit jeder anderen Zahl in der
>,=3D,<-Relation stehen mu=C3=9F. Das ist falsch, wie mein Beispiel mit P u=
nd P' schon f=C3=BCr rationale Zahlen zeigt.
>
> Wie berechnest Du einen Kreisumfang, die Kreisfl=C3=A4che oder z.B. die
> Volumina von F=C3=A4ssern - ich nehme ja nicht an, da=C3=9F Du meinst, wi=
r sollten
> Kreise, F=C3=A4sser, Kugeln oder das Runde schlechthin abschaffen?

Ich berechne diese Gr=C3=B6=C3=9Fen genau so wie Du und jeder Mathematiker.=
Ich
will und werde ganz bestimmt keine eigene Mathematik aufmachen. Ich
verwende genau dieselben Algorithmen wie jeder andere. Ich wei=C3=9F aber,
da=C3=9F es nichts aktual Unendliches gibt - auch wenn das andere noch so
unersch=C3=BCtterlich glauben oder sogar zu wissen meinen.

>
> Historische Anmerkung: Las k=C3=BCrzlich in einer Mathematikerbiographie,=
da=C3=9F
> im Mittelalter "die Zahl pi noch mit 2 : 3 angenommen wurde". Kann ich
> mir kaum vorstellen (w=C3=A4re was f=C3=BCr HK).

pi =3D 3 wollte 1897 sogar der US-Bundesstaat Indiana wieder einf=C3=BChren.
Ganz fr=C3=BCher war man besser, aber im Mittelalter erlitt die Mathemaik
einen gro=C3=9Fen R=C3=BCckschlag (ungef=C3=A4hr so wie zum Ende des 19
Jahrhunderts). Hier sind ein paar Daten, falls es Dich interessiert.

=C3=84gypter: Ahmosis, 2. Jtd. v.Chr.: p/4 =3D (8/9)2 =3D 3,16...
Babylonier: 2. Jtd. v.Chr.: p =3D 3 + 1/8 =3D 3,125
Juden: 5. Jhd. v.Chr.: p =3D 3
Die Zierde von Salomons Tempel (1000 v.Chr) war ein "gegossenes Meer,
ruhend auf 12 Rindern" 10 Ellen weit, 5 Ellen hoch, mit einer Schnur
ringsum 30 Ellen lang. [Bibel, 1. K=C3=B6nige 7,23 und II. Chronik 4,2]
Griechen: Archimedes (287 - 212): p =3D 22/7 =3D 3,1428...
Chinesen: Tsu Ch=E2=80=99ung-Chih (430 - 501) fand den erstaunlich genauen
Wert: p =3D 355/113 =3D 3,1415929... den aber Liu hwuy (im 7. Jhd.) schon
wieder vergessen hatte: p =3D 157/50 =3D 3,14
Inder: Brahmagupta (7. Jhd.): p =3D =EF=83=9610 =3D 3,16...
Mittelalter: R=C3=BCckfall in die Barbarei
Michael Psellus, Byzanz, 11. Jhd. p =3D =EF=83=968 =3D 2,828...
Franco von L=C3=BCttich, 11. Jhd. p =3D (9/5)2 =3D 3,24
Adrian Metius (1585): p =3D 355/113 =3D 3,1415929... wiederentdeckt

Rechenleistungen

Ludolph van Ceulen (K=C3=B6ln) hatte 1596 p auf 20 Stellen berechnet, gegen
Ende seines Lebens: 35 Stellen =EF=83=9ELudolphs Zahl
Isaac Newton (1642 - 1727) berechnete 15 Stellen 1665 zum Zeitvertreib
Abraham Sharp, Anfang 18 Jhd. 71 Stellen
Sherwin 72 Stellen
Machin (1680 - 1752), berechnete 100 Stellen in 1706
Leonhard Euler (1707 =E2=80=93 1783) berechnete in wenigen Stunden 20 Stell=
en
Lamy: 127 Stellen
John Dase (1824 - 1861), Rechengenie, multiplizierte innerhalb von
Stunden hundertstellige Zahlen im Kopf, berechnete 205 Stellen
William Shanks (1812 - 1882) produzierte 607 Stellen, davon 527
richtige, sp=C3=A4ter (1853) 707 Stellen, aber falsch jenseits der 527.
Der Fehler wurde erst 1945 erkannt, als D.F. Ferguson 530 Stellen
berechnete. Letzte Berechnung mit Papier und Bleistift.
1947 berechnete Ferguson 808 Stellen mit einem Tischrechner.
1949 ENIAC (Electronic Numerical Integrator And Computer): 2037 Stellen
in 70 Stunden
1957 10000 Stellen, von denen aber wegen Maschinenfehlers nur 7480
richtig waren
1958 IBM 704: 10.000 Stellen in 100 Minuten
1961 IBM 7090: 100.000 Stellen in 9 Stunden
1973 CDC 7600: 1 Mio. Stellen in weniger als 1 Tag
1985 Symbolics 3670: 17 Mio. Stellen
1986 CRAY-2: 29 Mio Stellen in weniger als 28 Stunden
1987 100 Mio.
inzwischen ca. 10 Mia. Stellen (Univ. Tokyo)
Die Ziffern scheinen normal verteilt, p scheint eine normale Zahl zu
sein.

F=C3=BCr aktuellere Angaben oder Fehlermeldungen w=C3=A4re ich dankbar.

Gru=C3=9F, WM

From:fiesh <weissch@in.tum.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 2006-01-18, WM <mueckenh@rz.fh-augsburg.de> wrote:

> pi = 3 wollte 1897 sogar der US-Bundesstaat Indiana wieder einführen.

Eher nicht:
http://www.acc.umu.se/~olletg/pi/indiana.html oder
http://www.cs.uwaterloo.ca/~alopez-o/math-faq/mathtext/node18.html

--
fiesh
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 18 Jan 2006 06:01:12 -0800, "WM" <mueckenh@rz.fh-augsburg.de>
wrote:

>
> [1995] ca. 10 Mia. Stellen (Univ. Tokyo)
>
Inzwischen sind es über 206 Mrd. Stellen! :-o

The old world record for computation of the most digits of pi was
achieved in September/October 1995 by Yasumasa Kanada at the
University of Tokyo. It took 116 hours for him to compute
6,442,450,000 decimal places of Pi on a computer. [...]

As of September 1999, we know 206,158,430,000 decimals of Pi
(Takahashi and Kanada, calculated on a Hitachi SR8000 supercomputer).

Siehe:
http://pi.lacim.uqam.ca/eng/pihistory_en.html


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
WM schrieb:
> Rudolf Sponsel schrieb:
>>WM schrieb:
>>>Rudolf Sponsel schrieb:
>>>
>>...
>>Ich beschränke mich mal auf Pi.
>>
...
>
> Das Objekt, die Idee, meinetwegen könnte man auch die Zahl pi sagen
> (ich tue es selbst, weil "die Irrationalität" sich zu gespreizt
> anhört), aber es führt immer wieder zu der falschen Annahme, daß pi
> tatsächlich eine Zahl wäre, also mit jeder anderen Zahl in der
>
>>,=,<-Relation stehen muß. Das ist falsch, wie mein Beispiel mit P und P' schon für rationale Zahlen zeigt.
>>

Hm - bei mir dämmert ein AHA-Erlebnis - für die irrationalen Zahlen
könnte ich es an dieser Stelle nachvollziehen. Vermutlich meint das auch
EB immer: unendlich lange Zahlen kann man letztlich nicht beliebig genau
vergleichen.

Wie steht es mit einem Rettungsversuch, auf Trichotomie teilweise zu
verzichten?

Wieso die Trichotomie nicht für rationale Zahlen gelten soll, verstehe
ich nicht.

....

>
> pi = 3 wollte 1897 sogar der US-Bundesstaat Indiana wieder einführen.
> Ganz früher war man besser, aber im Mittelalter erlitt die Mathemaik
> einen großen Rückschlag (ungefähr so wie zum Ende des 19
> Jahrhunderts). Hier sind ein paar Daten, falls es Dich interessiert.
>
> Ägypter: Ahmosis, 2. Jtd. v.Chr.: p/4 = (8/9)2 = 3,16...
> Babylonier: 2. Jtd. v.Chr.: p = 3 + 1/8 = 3,125

...

Danke, sehr beeindruckend.
>
> Gruß, WM
>
Rudolf Sponsel, Erlangen.
From:Rolf Albinger <rolf-albinger@onlinehome.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Wed, 18 Jan 2006 17:38:18 +0100, Rudolf Sponsel
<rudolf-sponsel@sgipt.org> wrote:

>WM schrieb:
>> Rudolf Sponsel schrieb:
>>>WM schrieb:
>>>>Rudolf Sponsel schrieb:
>>>>
>>>...
>>>Ich beschränke mich mal auf Pi.
>>>
>...
>>
>> Das Objekt, die Idee, meinetwegen könnte man auch die Zahl pi sagen
>> (ich tue es selbst, weil "die Irrationalität" sich zu gespreizt
>> anhört), aber es führt immer wieder zu der falschen Annahme, daß pi
>> tatsächlich eine Zahl wäre, also mit jeder anderen Zahl in der
>>
>>>,=,<-Relation stehen muß. Das ist falsch, wie mein Beispiel mit P und P' schon für rationale Zahlen zeigt.
>>>
>
>Hm - bei mir dämmert ein AHA-Erlebnis - für die irrationalen Zahlen
>könnte ich es an dieser Stelle nachvollziehen. Vermutlich meint das auch
>EB immer: unendlich lange Zahlen kann man letztlich nicht beliebig genau
>vergleichen.

Mensch, Rudolf, erkennst du denn nicht den argumentativen
Schwachsinn von EB und WM?
Selbverständlich kann ich sagen, ob sqrt(2)>sqrt(6) ist oder nicht.
Wenn es an der numerischen Darstellung festgemacht werden soll,
so kann ich, nach Mückenheim, auch nicht entscheiden, ob eine
rationale Zahl mit 10^10^1000 Stellen größer, gleich, oder kleiner
ist, als die gleiche Zahl mit einer gesetzen 5 and die 10^10^1000.ste
Stelle. Von daher unterscheiden sich irrationale Zahlen nicht von
rationalen. Für Mathematiker spielt halt die numerische Darstellung
keine so wichtige Rolle, weil es äquivalente, besser geeignete
Darstellungen gibt.

>Wie steht es mit einem Rettungsversuch, auf Trichotomie teilweise zu
>verzichten?
>
>Wieso die Trichotomie nicht für rationale Zahlen gelten soll, verstehe
>ich nicht.
>
>....
>
>>
>> pi = 3 wollte 1897 sogar der US-Bundesstaat Indiana wieder einführen.
Hier sieht man genau WMs Arbeitsweise.
Es ist nämlich nur eine Zeitungsente gewesen.
>> Ganz früher war man besser, aber im Mittelalter erlitt die Mathemaik
>> einen großen Rückschlag (ungefähr so wie zum Ende des 19
>> Jahrhunderts). Hier sind ein paar Daten, falls es Dich interessiert.
>>
>> Ägypter: Ahmosis, 2. Jtd. v.Chr.: p/4 = (8/9)2 = 3,16...
>> Babylonier: 2. Jtd. v.Chr.: p = 3 + 1/8 = 3,125
>
>...
>
>Danke, sehr beeindruckend.
>>
>> Gruß, WM
>>
>Rudolf Sponsel, Erlangen.
Viel Spass weiterhin
Rolf
--
Wo Eckhard B. argumentiert, ist Buridans Esel nicht weit
From:Rainer Willis <rainerwillis@web.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Rolf Albinger wrote:
> On Wed, 18 Jan 2006 17:38:18 +0100, Rudolf Sponsel

>>>pi = 3 wollte 1897 sogar der US-Bundesstaat Indiana wieder einführen.
>
> Hier sieht man genau WMs Arbeitsweise.
> Es ist nämlich nur eine Zeitungsente gewesen.

Hallo Rolf,

es gab Zeitungsenten (und Aprilscherze), wo u.a. den Bundesstaaten Alabama, Kansas und Tennessee so eine Gesetzgebung unterstellt wurde.

Bei der Indiana-Geschichte von 1897 handelt es sich um eine Gesetzesvorlage (House Bill), die allerdings nie verabschiedet wurde.

Ich hab mal mit '"pi equals 3" Indiana 1897' gegoogelt und u.a. dies

http://www4.geometry.net/math_help_desk/value_of_pi.html

und dies gefunden:

http://arshermeneutica.org/wiki/index.php?title=Legislating_the_Vaue_of_Pi&printable=yes

"The most famous -- and only known – case of a state legislature in the US attempting to create by law a new value for pi was that of Indiana in 1897;
it has become legendary, and the basis of myth and hoax. Although it has come to represent the occasional ignorance of innumerate legislators, it was
not so obviously a bad idea at the time."

Ein gewisser Dr. Goodwil, Hobbymathematiker, hatte einen Senator, ein Mr. Record, gefunden, der seinen Vorschlag der Regierung unterbreitet hat, und
war offenbar der einzige, der das "wollte". Record selbst hatte den Text angeblich nicht mal gelesen.
Und hätte ihn wohl auch nicht verstanden, muss ziemlich krauses Zeugs gewesen sein, denn Goodwil machte darin mehr als ein halbes Dutzend Vorschläge
zur Festlegung der Zahl pi, u.a. 3,2 und 3,1.

Den Originaltext von "House Bill #246" hab ich leider nirgends gefunden.

Gruß, Rainer

From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Rainer Willis schrieb:
> Rolf Albinger wrote:
>
>> On Wed, 18 Jan 2006 17:38:18 +0100, Rudolf Sponsel
>
>
>>>> pi = 3 wollte 1897 sogar der US-Bundesstaat Indiana wieder einführen.
>>
>>
>> Hier sieht man genau WMs Arbeitsweise.
>> Es ist nämlich nur eine Zeitungsente gewesen.
>
Nein, war es nicht, wie ich inzwischen 'ermittelt' habe. Das wirft kein
gutes Licht auf die Deutung "Hier sieht man genau WMs Arbeitsweise".
Dudley widmet der Geschichte ein eigenes Kapitel.
>
> Hallo Rolf,
>
> es gab Zeitungsenten (und Aprilscherze), wo u.a. den Bundesstaaten
> Alabama, Kansas und Tennessee so eine Gesetzgebung unterstellt wurde.
>
> Bei der Indiana-Geschichte von 1897 handelt es sich um eine
> Gesetzesvorlage (House Bill), die allerdings nie verabschiedet wurde.
>
> Ich hab mal mit '"pi equals 3" Indiana 1897' gegoogelt und u.a. dies
>
> http://www4.geometry.net/math_help_desk/value_of_pi.html
>
> und dies gefunden:
>
> http://arshermeneutica.org/wiki/index.php?title=Legislating_the_Vaue_of_Pi&printable=yes
>
>
> "The most famous -- and only known – case of a state legislature in the
> US attempting to create by law a new value for pi was that of Indiana in
> 1897; it has become legendary, and the basis of myth and hoax. Although
> it has come to represent the occasional ignorance of innumerate
> legislators, it was not so obviously a bad idea at the time."
>
> Ein gewisser Dr. Goodwil, Hobbymathematiker, hatte einen Senator, ein
> Mr. Record, gefunden, der seinen Vorschlag der Regierung unterbreitet
> hat, und war offenbar der einzige, der das "wollte". Record selbst hatte
> den Text angeblich nicht mal gelesen.
> Und hätte ihn wohl auch nicht verstanden, muss ziemlich krauses Zeugs
> gewesen sein, denn Goodwil machte darin mehr als ein halbes Dutzend
> Vorschläge zur Festlegung der Zahl pi, u.a. 3,2 und 3,1.
>
> Den Originaltext von "House Bill #246" hab ich leider nirgends gefunden.

Textteile befinden sich in Dudley.
>
> Gruß, Rainer
>

Rudolf Sponsel, Erlangen
From:Rainer Willis <rainerwillis@web.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Rainer Willis wrote:

> Den Originaltext von "House Bill #246" hab ich leider nirgends gefunden.

Oh doch, hier:

http://www.cs.uwaterloo.ca/~alopez-o/math-faq/mathtext/node18.html

Gruß, Rainer
From:Amicus <nomail@invalid>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Thu, 19 Jan 2006 01:46:08 +0100, Rainer Willis
<rainerwillis@web.de> wrote:

>
>Den Originaltext von "House Bill #246" hab ich leider nirgends gefunden.
>

HOUSE BILL NO. 246

A bill for an act introducing a new mathematical truth and offered
as a contribution to education to be used only by the State of
Indiana free of cost by paying any royalties whatever on the same,
provided it is accepted and adopted by the official action of the
legislature of 1897.

Section 1. Be it enacted by the General Assembly of the State of
Indiana: It has been found that a circular area is to the square on
a line equal to the quadrant of the circumference, as the area of an
equilateral rectangle is to the square on one side. The diameter
employed as the linear unit according to the present rule in
computing the circle's area is entirely wrong, as it represents the
circles area one and one-fifths times the area of a square whose
perimeter is equal to the circumference of the circle. This is
because one-fifth of the diameter fils to be represented four times
in the circle's circumference. For example: if we multiply the
perimeter of a square by one-fourth of any line one-fifth greater
than one side, we can, in like manner make the square's area to
appear one fifth greater than the fact, as is done by taking the
diameter for the linear unit instead of the quadrant of the circle's
circumference.

Section 2. It is impossible to compute the area of a circle on the
diameter as the linear unit without trespassing upon the area
outside the circle to the extent of including one-fifth more area
than is contained within the circle's circumference, because the
square on the diameter produces the side of a square which equals
nine when the arc of ninety degrees equals eight. By taking the
quadrant of the circle's circumference for the linear unit, we
fulfill the requirements of both quadrature and rectification of the
circle's circumference. Furthermore, it has revealed the ratio of
the chord and arc of ninety degrees, which is as seven to eight, and
also the ratio of the diagonal and one side of a square which is as
ten to seven, disclosing the fourth important fact, that the ratio
of the diameter and circumference is as five-fourths to four; and
because of these facts and the further fact that the rule in present
use fails to work both ways mathematically, it should be discarded
as wholly wanting and misleading in its practical applications.

Section 3. In further proof of the value of the author's proposed
contribution to education, and offered as a gift to the State of
Indiana, is the fact of his solutions of the trisection of the
angle, duplication of the cube and quadrature having been already
accepted as contributions to science by the American Mathematical
Monthly, the leading exponent of mathematical thought in this
country. And be it remembered that these noted problems had been
long since given up by scientific bodies as unsolvable mysteries and
above man's ability to comprehend.


A.


--

E-mail:
amicus<at>simple<bindestrich>line<punkt>de
From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Rolf Albinger schrieb:
> On Wed, 18 Jan 2006 17:38:18 +0100, Rudolf Sponsel
> <rudolf-sponsel@sgipt.org> wrote:
>>WM schrieb:
>>>Rudolf Sponsel schrieb:
>>>>WM schrieb:
>>>>>Rudolf Sponsel schrieb:
>>>>>
>>>>
>>>>...
>>>>Ich beschränke mich mal auf Pi.
>>>>
>>
>>...
>>
>>>Das Objekt, die Idee, meinetwegen könnte man auch die Zahl pi sagen
>>>(ich tue es selbst, weil "die Irrationalität" sich zu gespreizt
>>>anhört), aber es führt immer wieder zu der falschen Annahme, daß pi
>>>tatsächlich eine Zahl wäre, also mit jeder anderen Zahl in der
>>>
>>>
>>>>,=,<-Relation stehen muß. Das ist falsch, wie mein Beispiel mit P und P' schon für rationale Zahlen zeigt.
>>>>
>>
>>Hm - bei mir dämmert ein AHA-Erlebnis - für die irrationalen Zahlen
>>könnte ich es an dieser Stelle nachvollziehen. Vermutlich meint das auch
>>EB immer: unendlich lange Zahlen kann man letztlich nicht beliebig genau
>>vergleichen.
>
>
> Mensch, Rudolf, erkennst du denn nicht den argumentativen
> Schwachsinn von EB und WM?

Es ging mir erst einmal ums Nachvollziehen. Muß zu meiner Schande
gestehen, daß ich nicht verstand, wieso für die irrationalen Zahlen die
Trichotomie an manchen Stellen nicht gelten soll.

Noch nicht gelungen ist mir das Nachvollziehen, irrationalen Zahlen den
Zahlenstatus absprechen zu wollen, aber ich bin vielleicht zu wenig
theoretischer Fundi, um das entsprechende Interesse schon erst mal
aufzubringen.

...
>>
>>>pi = 3 wollte 1897 sogar der US-Bundesstaat Indiana wieder einführen.
>
> Hier sieht man genau WMs Arbeitsweise.
> Es ist nämlich nur eine Zeitungsente gewesen.
>
Hm, wußtest Du das, WM?

Unbeschadet dieser Geschichte waren die historischen Beispiele schob
beeindruckend. Als ich das von pi = 2/3 im Mittelalter las, wollte ich
es gar nicht glauben. War die scholastische Logik nicht hochentwickelt?

...

>
> Viel Spass weiterhin
> Rolf

Rudolf Sponsel, Erlangen
From:Rolf Albinger <rolf-albinger@onlinehome.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On Wed, 18 Jan 2006 20:35:11 +0100, Rudolf Sponsel
>[Snip]
>>>>pi = 3 wollte 1897 sogar der US-Bundesstaat Indiana wieder einführen.
>>
>> Hier sieht man genau WMs Arbeitsweise.
>> Es ist nämlich nur eine Zeitungsente gewesen.
Sorry, hier muss ich mich entschuldigen. Ich habe das wohl mit der
Geschichte aus Kansas verwechselt.
Aber die Kritik an WMs Arbeitsweise bleibt; ich nehme das Beispiel
Pfadbündel -- Pfad .
>[Snip]
>Rudolf Sponsel, Erlangen
Viel Spass weiterhin
Rolf
--
Wo Eckhard B. argumentiert, ist Buridans Esel nicht weit
From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Rolf Albinger schrieb:
> On Wed, 18 Jan 2006 20:35:11 +0100, Rudolf Sponsel
>
>>[Snip]
>>
>>>>>pi = 3 wollte 1897 sogar der US-Bundesstaat Indiana wieder einführen.
>>>
>>>Hier sieht man genau WMs Arbeitsweise.
>>>Es ist nämlich nur eine Zeitungsente gewesen.
>
> Sorry, hier muss ich mich entschuldigen. Ich habe das wohl mit der
> Geschichte aus Kansas verwechselt.

[OT: Stark. Kompliment.]

> Aber die Kritik an WMs Arbeitsweise bleibt; ich nehme das Beispiel
> Pfadbündel -- Pfad .
>
>>[Snip]
>>Rudolf Sponsel, Erlangen
>
> Viel Spass weiterhin
> Rolf

Rudolf Sponsel, Erlangen
From:Eckard Blumschein <blumschein@et.uni-magdeburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 1/18/2006 5:38 PM, Rudolf Sponsel wrote:
> WM schrieb:

> Hm - bei mir dämmert ein AHA-Erlebnis - für die irrationalen Zahlen
> könnte ich es an dieser Stelle nachvollziehen. Vermutlich meint das auch
> EB immer: unendlich lange Zahlen kann man letztlich nicht beliebig genau
> vergleichen.

So ist es.

Wenn bei einem Nichtmathematiker der Groschen so langsam fällt, wie
lange soll es dann bei jenen Mathematikern dauern, die selbstbewusster
als pfiffig sind?

>
> Wie steht es mit einem Rettungsversuch, auf Trichotomie teilweise zu
> verzichten?
>
> Wieso die Trichotomie nicht für rationale Zahlen gelten soll, verstehe
> ich nicht.

Für rationale Zahlen gilt generell Trichotomie.

Allerdings haben die in IR eingetauchten ehemals rationalen Zahlen ihre
Zahleneigenschaften (Trichotomie, Abzählbarkeit, vollständige numerische
Adresse) eingebüßt. Sie sind mit perfekt unendlich vielen Stellen also
schon gar keine richtigen Zahlen mehr sondern nur noch fiktive "Zahlen".
WM sagt wohl, reelle Zahlen existieren nicht.

Das könnte man ja gelten lassen, denn sie existieren ja nicht wirklich,
wenn nicht dümmliche Leute reklamieren würden dass die irrationalen
"Zahlen" doch bitteschön Zahlen sein müßten, schließlich heißen sie ja
so. Die Idee dass irrationale "Zahlen" sämtlich nur fiktive Lösungen von
numerisch nicht lösbaren Aufgaben sind, dass sie also über je eine
Aufgabe trichotomisch exakt definiert sind kommt kaum jemand.

Außerdem spielen die reellen/irrationalen "Zahlen" in der Analysis eine
wichtige Rolle, nicht in numerischer Repräsentation sondern als
miteinander auf abstrakter Ebene symbolisch zu verrechnende Objekte.

Schließlich bilden die reellen "Zahlen" das echte nicht in einzelne
Zahlen auflösbare Kontinuum.

Gruß,
Eckard


From:Ralf Bader <bader@nefkom.net>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Eckard Blumschein wrote:

> On 1/18/2006 5:38 PM, Rudolf Sponsel wrote:
>> WM schrieb:
>
>> Hm - bei mir dämmert ein AHA-Erlebnis - für die irrationalen Zahlen
>> könnte ich es an dieser Stelle nachvollziehen. Vermutlich meint das
>> auch EB immer: unendlich lange Zahlen kann man letztlich nicht
>> beliebig genau vergleichen.
>
> So ist es.

JA! JA! JA! MIT UNENDLICH LANGEN ZEICHENKETTEN KANN MAN NICHT DIREKT
OPERIEREN! Was für eine beeindruckende Entdeckung!!11111111!!!!!!!!!

> Wenn bei einem Nichtmathematiker der Groschen so langsam fällt, wie
> lange soll es dann bei jenen Mathematikern dauern, die selbstbewusster
> als pfiffig sind?

Wie saublöd muß man eigentlich sein, um sich nicht denken zu können, daß
Dedekind, Cantor und all den anderen der offensichtliche Umstand, daß
man mit unendlich langen Zeichenketten nicht direkt umgehen kann,
selbstverständlich selbstverständlich war?

Wenn ich das heutige Postingaufkommen in dieser Gruppe von 0 Uhr bis
18:02 anschaue, so zähle ich 99 Beiträge. Davon sage und schreibe 11
(elf), die nicht in Schwachsinnsthreads stehen:
1 FAQ-Posting
2 "Frage zur Interpolation"
9 "funktion ist differenzierbar"
Um 1 Beitrag habe ich mich jetzt irgendwo verzählt, das ändert aber
nichts am Gesamtbild, das ich einfach mal für sich sprechen lasse.
Blumschein hat gepostet:
8:37 58 Zeilen
8:43 46 Zeilen
10:06 148 Zeilen
10:34 28 Zeilen
10:50 43 Zeilen
13:14 153 Zeilen
13:32 47 Zeilen
14:21 42 Zeilen
14:37 69 Zeilen
15:47 156 Zeilen
16:09 88 Zeilen
16:17 15 Zeilen
16:23 17 Zeilen
16:40 29 Zeilen
16:41 10 Zeilen
16:53 34 Zeilen
17:41 83 Zeilen
18:02 43 Zeilen
Was macht der Mann eigentlich, außer in d.s.m Unsinn zu posten und
zwischen 10:50 und 13:14 auch noch eine Mittagspause? Es ist eine
gewisse Korrelation zwischen der Länge der Postings (die aber auch die
Zitate umfaßt) und ihrem zeitlichen Abstand zu beobachten. Wenn ich
einen Angestellten hätte, bei dem ich so etwas bemerke, dann wäre da
eine Abmahnung fällig.


Ralf
From:Eckard Blumschein <blumschein@et.uni-magdeburg.de>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
On 1/18/2006 7:52 PM, Ralf Bader wrote:
> Eckard Blumschein wrote:
>
>> On 1/18/2006 5:38 PM, Rudolf Sponsel wrote:
>>
>>> Hm - bei mir dämmert ein AHA-Erlebnis - für die irrationalen Zahlen
>>> könnte ich es an dieser Stelle nachvollziehen. Vermutlich meint das
>>> auch EB immer: unendlich lange Zahlen kann man letztlich nicht
>>> beliebig genau vergleichen.
>>
>> So ist es.
>
> JA! JA! JA! MIT UNENDLICH LANGEN ZEICHENKETTEN KANN MAN NICHT DIREKT
> OPERIEREN! Was für eine beeindruckende Entdeckung!!11111111!!!!!!!!!
>
>> Wenn bei einem Nichtmathematiker der Groschen so langsam fällt, wie
>> lange soll es dann bei jenen Mathematikern dauern, die selbstbewusster
>> als pfiffig sind?
>
> Wie saublöd muß man eigentlich sein, um sich nicht denken zu können, daß
> Dedekind, Cantor und all den anderen der offensichtliche Umstand, daß
> man mit unendlich langen Zeichenketten nicht direkt umgehen kann,
> selbstverständlich selbstverständlich war?

Zu viel Selbstverständlichkeit, keine Konsequenz.

Lies im Pfad "Re: Das Ende der sog. Nichtabzählbarkeit" was ich heute
11.15 Uhr Florian Eisele antwortete. Es ist eine kurzgefasste
Desillusionierung in 12 Punkten.

Wenn du danach noch immer die ML verteidigen möchtest tue es bitte mit
sachlichen Argumenten und nicht mit Spekulationen über mich und meine
Mittagspause. Übrigens mache ich gar keine Pausen.

E.

Eckard


From:Rudolf Sponsel <rudolf-sponsel@sgipt.org>
Subject:Re: Cantors Ende
Date:$$DATE$$
Ralf Bader schrieb:
> Eckard Blumschein wrote:
>>On 1/18/2006 5:38 PM, Rudolf Sponsel wrote:
>>>WM schrieb:
>>
>>>Hm - bei mir dämmert ein AHA-Erlebnis - für die irrationalen Zahlen
>>>könnte ich es an dieser Stelle nachvollziehen. Vermutlich meint das
>>>auch EB immer: unendlich lange Zahlen kann man letztlich nicht
>>>beliebig genau vergleichen.
>>
>>So ist es.
>
>
> JA! JA! JA! MIT UNENDLICH LANGEN ZEICHENKETTEN KANN MAN NICHT DIREKT
> OPERIEREN! Was für eine beeindruckende Entdeckung!!11111111!!!!!!!!!
>
>
>>Wenn bei einem Nichtmathematiker der Groschen so langsam fällt, wie
>>lange soll es dann bei jenen Mathematikern dauern, die selbstbewusster
>>als pfiffig sind?
>
Tut mir leid, aber der Groschen hat mir in der Tat sehr lange gedauer